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Zelt oder nur Plane, Isomatte oder nur Rettungsdecke?
hallo,
also ich bin ganz neu hier ich stell mich mal geschwind vor ich wohne in Baden Württemberg, bin 20 Jahre alt und kurz vorm Abitur.
Nächsten Sommer möchte ich mal was ganz anderes unternehmen, und zwar will ich entweder nach Tschechien, Ungarn oder Belgien fahren mit dem Rad. Alleine, so richtig als Abenteuer, Selbstständigkeits und Unabhängigkeitsprüfung und um Abstand von Allem zu gewinnen. Ich habe vor einigen Jahren mal mit ein paar Kumpels kleinere Radtouren gemacht allerdings immer nur mit etwa 100km/Tag und Übernachtung in Jugendherbergen.
Nächsten Sommer will ich campen und zwar wild. Ich hab nicht viel Geld und der Reiz der Natur lockt mich.
Da ich sportlich ambitioniert bin will ich pro Tag mindestens 150-200km zurücklegen und daher so wenig Gepäck wie möglich benötigen.
Also Fahrrad+ Gepäckträger. Vor der Tour kaufe ich 2 unplattbare Reifen und nehm zur Sicherheit nur einen Ersatzschlauch mit, sonst nix.
Schlafen will ich wie gesagt in der Wildnis. Ich hab hier so ein kleines Ultrabilligzelt 1,20x1mx1,90m, welches aber nicht wirklich wasserdicht ist und ich Angst habe das jedes Mal die Nähte reißen.
Ich dachte, ich kauf ne Gewebeplane 3x3m und nehm die einfach als Überzug für das Zelt, das sollte dann dicht sein.
Nur ne Plane, das wäre mir glaube ich zu unkomfortabel wegen Viechern etc.
Gegen Menschen habe ich ein kleines Taschenmesser und ein kleines Pfefferspray. Muss ich mir wegen Wildschweinen Sorgen machen? Eigentlich nicht, oder?
Also ich möchte 7 Tage unterwegs sein und nur etwa 50€, ne Thermoskanne, nen Topf, nen Gaskocher, eine Stirnlampe, ein Pflaster, ein Zelt oder auch nur ne Plane und ne Rettungsdecke mitnehmen.
Lieg ich richtig, die sperrige Isomatte kann ich mir doch sparen und gegen ne handliche Rettungsdecke tauschen? Also 2 Rettungsdecken eine Als Decke und eine zum Draufliegen, reicht das, habt ihr da Erfahrungen?
Was muss ich sonst noch beachten? Kein Müll, kein offenes Feuer und ein abgelegenes Plätzchen sind selbstverständlich. Dann dürfte ja nichts passieren? Also bei Gegehenheit frag ich auch Bauern ob ich dort pennen darf aber das wird nicht immer gehen.
Habt ihr schonmal nur mit ner Plane als Dach und ein paar Schnüren zum Befestigen an Bäumen im Wald übernachtet? Ich dachte mir auch, die Plane kännte ich am Fahrrad befestigen und mit 2 Heringen längs Richtung Boden ziehen da passe ich dann auch darunter. Nur fehlt dann eben das Fliegengitter und die Plane die mich vom Boden trennt?
Haltet ihr das generell für machbar und was sollte ich in jedem Fall beachten? Luxus brauche ich nicht unbedingt, ich will so wenig Gepäck wie möglich und trotzdem nicht nass werden/frieren. Schlafsack ist doch sehr sperrig den kann ich doch durch ne Rettungsdecke ersetzen und die Isomatte durch ne Rettungsdecke oder so eine Alumatte wie man sie auch auf die Windschutzscheibe tut.
Wird das funktionieren oder ist das zum Scheitern verurteilt? Wie gesagt, ich bin jung und möchte mit möglichst wenig Gepäck und Geld auskommen und bin bereit dafür Kompromisse einzugehen, ich mach mir da keine Sorgen ich bin robust aber Heil will ich halt doch wieder zurückkommen.
Vielen Dank schonmal!
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Hallo atp,
herzlich willkommen, hier im Forum
Ich mache auch öfters Radtouren und Wanderungen und schlafe auch im Zelt oder unter der Plane/ Poncho. Meist an einem verstecktem Platz, wo ich hoffe, nicht entdeckt zu werden, was bisher auch immer gut ging.
Die 3x3 Plane geht gut übers Fahrrad und man hat ausreichend Platz darunter. Fahrrad dazu auf den Kopf stellen.
Bei Radtouren nehme ich die Isomatte mit. Nur die Rettungsdecke als Schlafpolster ist zuwenig und zu dünn. Im Wald brauchst du je nach Wetter nicht unbedingt ein Dach. Bei schönem Wetter habe ich auch schon ein Zweigbett gemacht und den Poncho darauf gelegt, der gleichzeitig eine Hülle für den Schlafsack war. Bei Wiesenübernachtungen brauchst du ein Dach/ Plane, wegen dem Tau.
Über Wildschweine habe ich mir noch keine Gedanken gemacht, außer beim Lagerplatz suchen schauen, ob Wildwechsel etc. in der Nähe sind.
Ich bin dieses Jahr auch schon einmal 140 km am Tag gefahren, das ist aber schon sehr hart. Ich wüßte nicht, wie ich mit allem Gepäck 200 km schaffen kann.
Über diese unkapputtbaren Reifen habe ich mir auch schon Gedanken gemacht, sie sind aber träger beim Fahren, durch größeren Widerstand.
Wenn du viele km machen willst, ist es besser, abends eine Ausrüstung zu haben, die wenig Improvisation braucht, wegen dem Zeitaufwand.
Auf jeden Fall ist dein Vorhaben machbar und wird auch von vielen so gemacht.
Grüße
Ingo
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"Tschechien, Ungarn oder Belgien"
das sind zunächst mal ein paar kleine Unterschiede.
aber nichtsdestotrotz: auf eine Isomatte bitte nicht verzichten - den Luxus sollte man sich gönnen.
Wildschweine? Die stehen geschmacklich ganz weit oben auf meiner Speisekarte - also das Gefahrenpotential ist eigentlich umgekehrt. 8)
Menschen? Die stellen durchaus eine größere Gefahr dar - also bitt etwas mehr Vorsorge als Käsemesser und Pfefferspray.
Grüße
Buschmann
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hey vielen Dank schonmal für die schnellen Antworten!
@ mountain man:
also die Idee mit dem Fahrrad umdrehen und Plane drüber gefällt mir gut, einfacher gehts ja kaum. Kann ich da auch ne normale Gewebeplane mit Ösen aus dem Baumarkt nehmen und was hat diese Wassersäule zu bedeuten? Ich weiss der Stand wie hoch Wasser drauf stehen kann aber wenn es abfliesst müssten doch 2000 oder so locker ausreichen oder?
Kauf mir dann wohl so ne grüne Plane und mache oben noch ne Öse hin dass ich sie theoretisch auch an nem Ast aufhänhen kann und seitlich mit Heringen befestigen. Ist nur die Frage mit dem Untergrund. Nur ne Isomatte und dann direkt aufm Waldboden? Möchte halt wenig mit der Kleintierwelt in Berührung kommen bin a) genetisch sehr sehr stark Stechmückenenziehend und b) allergiker.
Nur das Zelt ich hab es heute mal wieder aufgebaut, es dauert zwar nur 5Min aber die Stangen und das Material, ich hab einfach schiss dass das Ding zerreist und Wasserdicht ist das auf keinen Fall und von wegen 2m lang ich mit 1,75 muss quer drin liegen um nicht zu arg aussen anzustoßen.
Hab grad geschaut das Pyramid Tarp Tent find ich auch cool allerdings wenns ne Plane auch tut würde ich gern das Geld sparen.
@ Buschmann: ja Ungarn wäre wohl zu weit, Belgien gefällt mir halt von der Landschaft voll allerdings ist da fast alles Privatgelände. Letztes Mal haben wir auf der Seewiese von nem Ferienhäußercamp übernachtet weil wir nichts anderes gefunden ham und Sonntags die Rezeption geschlossen war.
Nachts sind dann irgendwelche Angler ums Zelt geschlichen und ham überall aufs Zelt gepisst und was anderes Stinkendes überall verbreitet! Schweinerei wie das gestunken hat. Von daher wär Tschechien ideal, nach Pilsen, Budweis oder sogar Prag (dort gibts aber Diebe..) auch von der Entfernung.
Wie soll ich mich denn bitte gegen Menschen sonst wehren ausser mit dem Pfefferspraychen (wobei das 5ml sind vllt. ich zweifel dass das für eine Person überhaupt ausreicht) und dem Taschenmesser? Klar werd ich wo pennen wo eigentlich niemand nachts vorbeikommt aber sonst kann man ja nix machen!
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ne, damit meine ich eigentlich keine Waffen - vielmehr Instinkt.
Der Gefahr aus dem Wege zu gehen, ist der Kampf ohne zu kämpfen.
Nur wer geübt ist im Umgang mit Waffen, sollte deren Einsatz überhaupt in Betracht ziehen.
Grüße
Buschmann
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Hallo atp,
ich kenne dein Zelt nicht, aber so viel wie eine Plane wird es doch auch aushalten. Was denkst du, was passiert, wenn mal ein starker Wind unter die Plane kommt? Gut abspannen. Aber eine Plane ist in jedem Fall ausreichend, nur bei sehr starkem Regen, im Gebirge z.B. kann es Probleme geben.
Bin ich im Wald unterwegs, dann nur mit Plane/Poncho.
Stechmücken im Wald sind eigentlich kein Problem, eher an Feuchtgebieten, an Flüssen oder Seen.
Wenn dir die Isomatte zu wenig ist, kannst du noch ein paar Zweige unterlegen.
Ein Messer würde ich zur Selbstverteidingung ausschließen.
1. wie Buschmann sagte, man muß damit umgehen können
2. die Rechtslage. Man kann nicht einfach mit dem Messer auf jemanden losgehen. Dann schon lieber einen Knüppel.
Grüße
Ingo
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ok vielen Dank nochmal!
das mit dem Messer, ist natürlich nur für den äussersten Notfall also falls ich mit solchen Waffen angegriffen werde. Ich versuche natürlich, jeglicher Konfrontation und Provokation aus dem Weg zu gehen und falls ich nachts aufwache und jemand vor mir steht zieh ich auch nicht gleich das Spray oder Messer, nur wenns garnicht anders geht.
Und Übung im Umgang mit Waffen hab ich nicht, hab noch nie mit ner Waffe jemanden bekämpft nur etwas Praxis in Krav Maga das hab ich mal 1/2 Jahr gemacht da lernt man aber eher wie man abwehrt. Bin sehr friedlich doch das Spray und das Messer beruhigt meinen Kopf im Ernstfall nicht wehrlos zu sein.
Also was das für ein Zelt ist weiß ich auch nicht, da es keinen Namen trägt. Hat neu so etwa 10€ gekostet hab damit schon 3 Nächte gecampt allerdings am Stück mit einem Aufbau und keinem Regen, am xten Tag beim Aufbau wird mir das während der Tour zerreißen (manche Nähte sind jetzt schon angerissen), ich hab mir eine 2x3m Plane gekauft welche ich darüber spanne. Das Zelt wiegt nix, vllt. 1kg und ist total klein, mitnehmen werd ich es auf jeden Fall. Das Obermaterial soll Wassersäule 800 haben das "Überzelt" ist 40x40cm groß und deckt nichtmal die Belüftungsschlitze komplett ab, dazu viele Löcher.
Ich hab mal jetzt schon ne Packliste geschrieben und alles zusammen gestellt, momentan is es noch überschaubar.
Ich würd am liebsten morgen los
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am komfort solltest du auf gar keinen fall sparen. ich habe diesen sommer eine alpenüberquerung absolviert und man merkt auf der strecke sofort wenn einem die nacht noch in den knochen steckt.
ich würde dir empfehlen dir keine allzu großen tagesetappen als ziel zu setzen sondern die reise einfach zu genießen.
nutz das ganze um abzuschalten und ruhiger zu werden. wäre doch doof wenn du den ganzen tag auf deinem rad sitzt und dir die seele aus dem leib strampelst nur um abends hundemüde ins bett zu fallen.
ich war vor meiner münchen-venedig-tour in der gleichen situation wie du. abi hinter und neuen lebensabschnitt vor mir. da wollte ich erst einmal abstand gewinnen und zu mir selber finden. das war eine super idee und die tour hat mir so unglaublich viel gegeben.
zieh dein ding also durch aber achte auch auf ein mindestmaß an bequemlichkeit.
man muss ja nicht gleich bei der ersten tour einen auf nehberg machen
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also meine Liste sieht wie folgt aus, bei den vorigen Touren habe ich immer zu viel Kleidung eingepackt und bin mir 2 ungebrauchten Jeans und Pullovern nach Hause gekommen (mind. 2kg und sperrig umsonst). Da ich die Tour alleine mache werd ich zum duschen alle 3 Tage vllt. in ein Freibad gehen. Ansonsten nur Unterwäsche jeden Tag wechseln, der Rest hält auch 3-4 Tage.
meine Packliste sieht bis jetzt so aus:
Sonstiges:
Mini Zahnpasta, Zahnbürste, ein paar Ohrputzer, Mini Sonnencreme, Medikamente (Antiallergika, Aspirin und 1 Pflaster), komprimiertes Klopapier (Rolle abgewickelt und gepresst), 1 Packung Tempos (bei vorigen Touren immer mehrere dabei gehabt und am Ende kein Einziges gebraucht), Pfefferspray, etwas Bargeld und Personalausweis (Handy lass ich zu Hause!!!), 1 Müllsack, 1 Altkleidertüte, Sonnenbrille, Stirnlampe mit ausreichend Batterien und Mini Mag Lite als Notfall, Feuerzeug.
Kleidung:
Regenhose und Regenjacke (Mit Kaputze)
Stirnband, Fahrradhandschuhe, Badehose, Jeans/Trainingshose, Funktionsshirt und T-Shirt, Strümpfe und Shorts, Handtuch (auch als Decke oder zum Duschen).
Schlafen:
Plane und Spannleinen, Isomatte (wiegt ja wirklich nicht viel und kann man gut über die Packtaschen spannen), Zelt oder Unterlage zum Schlafen für utner der Plane, leerer Kissenbezug (um zu füllen) und leerer Bettbezug um mit Handtücher oder im Notfall Rettungsdecke zu füllen falls es kalt wird) (bin überhaupt kein Freund von Schlafsäcken!)
Essen: (wird größtenteils abends in nem SUpermarkt gekauft)
Besteckset + Messer
Thermoskanne + Becher/Tasse
kleiner Topf mit Henkel zum Kochen und daraus essen
Lumpen zum Reinigen
Bunsenbrenner + Ersatzkartusche (leider sehr sperrig, aber auf gutes selbstgekochtes Essen abends mag ich nicht verzichten)
Plastikwasserflaschen zum Trinken und Waschen
KAffee/Cappuccinopulver zum nur mit heissem Wasser übergießen (mach ich mir dann morgens die Thermoskanne voll), Teebeutel, Vitamine und Mineralien (insbesondere Magnesium, sonst bekomm ich leicht nachts Wadenkrämpfe).
Fahrrad:
unplattbare Reifen vorher drauf, zum Mitnehmen 1 Ersatzschlauch und erforderliches Werkzeug zur Montage, Luftpumpe keine das kann ich an jeder Tankstelle machen)
was haltet ihr davon? was is überflüssig und was fehlt evtl?
ne Decke brauch ich doch eig. ja wirklich nicht im Sommmer wenn es eh nicht kälter als vllt. 10° wird. der leere Bettbezug wärmt ja auch und im Notfall reicht ja die Rettungsdecke oder meine Klamotten vollkommen aus.
Aber eig. kann ich den Bettbezug ja auch zu Hause lassen, die Rettungsdecke macht ja alles?!
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ich halte es für keine gute idee ohne schlafsack aufzubrechen
es muss nur einmal eine schlechtwetterfront mit gewitter und allem möglichen pipapo ankommen und schon frierst du wie ein schneiderlein
besorg dir lieber einen sommer- bzw hüttenschlafsack
der dürfte die notwendigen temperaturbereiche abdecken, ist sehr klein vom packmaß und auf jedenfall besser als n einfacher stofffetzen. hab da einmal schlechte erfahrungen gemacht und bin seitdem ein gebranntes kind.
die meisten outdoorläden haben auch kleine erste-hilfe-pakete. da ist dann von der mullbinde bis zur schere alles drin. kostet z.b. bei intersport nicht mehr als 10 euro und du kannst dich auch mal verarzten wenn du gestürzt bist.
warum lässt du dein handy zu hause? ich würde es auf jeden fall mitnehmen um ggf. hilfe rufen oder meiner familie/freunden eine kurze sms schicken zu können. die schlafen auch ruhiger wenn sie wissen dass es dir gut geht und dir deine tour spaß macht. ich habe immer eine feste uhrzeit an der ich mein handy auf touren abends an mache um bei notfällen usw erreichbar zu sein.
die thermoskanne wirst du wahrscheinlich selber beim probepacken aussortieren. die ist zu schwer und nimmt unnötigen platz weg. wenn du fährst kannst du kaffee eh nicht gebrauchen. der dehydriert dich nur unnötig.
ansonsten empfehle ich dir einfach mal vorher eine wochenendtour mit all deinem gepäck und unter realistischen umständen zu machen. danach wirst du automatisch etwas umpacken.
wie gesagt spar nicht am komfort deines nachtlagers, nachts erholst du dich von deinen strapazen. du willst ja keinen survivaltrip sondern eine radtour die dich nicht quält.
zieh dein ding auf jeden fall durch
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