Tag 1, 08.05.2009
Nach nunmehr fast einem Jahr der Trekkingenthaltsamkeit sollte es also heute endlich wieder losgehen. Auf dem Programm, der längst überfällige Rothaarsteig, der im Grenzgebiet zwischen Hessen und NRW liegt. Bei Bedarf kann sogar durch Rheinland Pfalz gelaufen werden, dafür muss im südlich Abschnitt allerdings ein Umweg von gut 25 km in Kauf genommen werden um in Dillenburg anzukommen. Glücklicherweise hat sich diesmal jemand über meine Homepage an mich gewandt und so laufe ich die Tour mit Walter, den ich ausser ein paar Emails noch nicht kannte, aber gleich beim Startpunkt in Hilchenbach kennenlernen sollte.
Doch vorher noch ein Paar Randinformationen zum Weg selbst, die vom den Betreiber der Internetseite: www.rothaarsteig.de stammen:
"154 km - 3139 Höhenmeter: Der Rothaarsteig führt über den Kamm des Rothaargebirges und verbindet Brilon im Sauerland über das Wittgensteiner Bergland und das Siegerland mit Dillenburg am Fuße des Westerwaldes.
Der Weg der Sinne steht für eine neue Wanderwegegeneration. Erleben Sie ungestörte Fernsichten, eine abwechslungsreiche Wegeführung, wandersicher markierte Wege und ein perfekt ausgeschildertes Wegenetz. Das markante Logo und die Original Rothaarsteig Waldmöbel machen ihn zu einem unverwechselbaren Unikat."
Wir hatten uns für das Wochenende die südliche Route ausgesucht. Das bedeutet Startpunkt in Hilchenbach und Zielpunkt in Hilchenbach. Die Tourlänge beträgt ca. 60 km, Zeit hatten wir 2 - 2 1/2 Tage geplant. In meinem Fall bin ich mit dem Auto in Dillenburg angereist, habe es in Dillenburg am Bahnhof stehengelassen und bin mit dem Zug in einer Stunde nach Hilchebach gekommen.
Mein Trekkingpartern
Doch zurück zur Tour. Nachdem ich aus dem Zug gestigen war, fiel mir gleich ein mit einem riesen Rucksack sitzender Wanderer auf, der mich freundlich lächelnd ansprach. Und kurzerhand nach ein paar Begrüssungsworten waren wir auch schon mit der Suche nach dem Einstieg beschäftigt. In Hilchenbach selbst deutet leider relativ wenig auf den Einstieg des Weges hin, allerdings haben wir uns den richtigen Weg bei netten Einheimischen erfragt, die gerne und bereitwillig halfen.Das Wetter war heute leider eher durchwachsen, was unseer guten Stimmung keinen Abruch tat und wirklich geregnet hat es ja auch nicht. Die höchste Höhe die wir heute erklommen waren so um die 700 m NN. Von dort oben hatten wir, auf einem Aussichtsturm stehend, einen wunderbaren Blick über die umliegenden Täler und Berge.
Panorama Rothaarsteig
Gegen 20 Uhr kamen wir dann bei der Ederquelle an, die nebenbei bemerkt die Quelle des in Hessen gelegenen Edersee ist. An diesem ersten Tag sind wir ca. 10 km gelaufen, eigentlich optimal für den Starttag. Jetzt noch das Zelt aufbauen und ein kleines Feuerchen zum kochen. Bei der Resümierung des Tages am Lagerfeuer kam dann auch nochmal ganz klar heraus was ein falsch und vor allem zuviel gepackter Rucksack für den Träger und die freude am Weg bedeutet. Ich denke mal Walter wird die nächste Tour anders packenUm zukünftige Packmaleurs zu vermeiden, werde ich dann in naher Zukunft eine angeratene Packliste mit nötigen und unötigen Sachen auf einem Trek, im Forum veröffentlichen.
Kurz vor Sonnenuntergang hatten wir dann nochmal s das Glück unglaublich gutes Licht zu haben, das direkt auf unsere Lichtung schien. Das Ergebnis dieses Sonenuntergangsshootings findet ihr dann in den Galerien unter National/Travel und Trekking/Südlicher Rothaarsteig.
Morgen liegen dann so ca. 20 km vor uns, natürlich ganz locker
Start 16.30 Uhr
Ziel 20.00 Uhr
km 10 km
Durchschnitt 2,85 km/h
Tag 2, 09.05.2009
So gegen 7.45 Uhr sind wir nach einer sehr angenehmen Nachtruhe aufgewacht und langsam aus dem Zelt getigert. Dabei habe ich mit meiner überschwenglichen guten Morgen Laune, Walter leicht morgenmuffelig, beste Stimmung vor dem Start verbreitet. Das ausgedehnte Frühstück genossen wir auf einem Jägerhochsitz, das wir dadruch etwas zweckentfremdeten. Gegen 9 Uhr kamen wir dann los, was zwar etwas verspätet war, da der Weg heute ausreichend lang war, aber durchaus noch im grünen Bereich lag. Entgegen aller Erwartungen und Erfahrungen ging der Start am zweiten Tag sehr leicht von statten. Absolut keine Probleme mit den Beinen/Füßen/Rücken bei uns Beiden.
Kami Auf dem Weg
Nach der ersten, kurzen Rast stellte ich dann fest das ich auf den letzten 2 km den Verschluss meines Camelbacks (Trinkschlauch) verloren hatte, somit ist es dann nicht mehr möglich, das Wasser im Beutel zu halten, irgendwie doofAlso 2 km zurück und gesucht und siehe da gefunden, ein bissl Glück braucht der Mensch. Das wetter war bis dato eher wieder mal durchwachsen, zum Laufen aber sehr angenehm. Nicht zu Heiß und nicht zu Feucht und dabei noch ein leichter Wind.
Der Weg ansich war mittelmäßig stark frequentiert von Trekkern begangen, mehrheitlich waren viele Mountenbiker unterwegs. Des Weiteren würde ich den Weg als optimal Einstieg für "Trekking Beginner" empfehlen, da er zumindest im südlichen Abschnitt relativ flach und sanft ansteigend verläuft. Die Ausschilderung ist Bestens, fast schon etwas übertrieben, aber wer sich hier verläuft muss schon einen leichten Hang zur Blindheit haben.
Vorgenommen hatten wir uns heute 20 - max. 25 km, daraus sind dann im Endeffekt so um die 30 km geworden, das lag zum einen an einem guten Lauftempo, mit 3,15 km/h und an dem Wunsch Walters Sonntag relativ früh in Dillenburg anzukommen. Das Übergepäck machte Walter sichtlich zu schaffen und ich hoffe der anstehende Mukelkater wird morgen früh erträglich sein. Nichts desto trotz beisst er die Zähne zusammen und kämpft sich durch, dass sollte an dieser Stelle auch einmal erwähnt werden. Der weg der Sinne wird seinem Namen gerecht falls es um das sehen und hören in der Natur geht, wobei an markanten Stellen immer wieder auf die lokalen Besonderheiten hingewiesen wird. Alle paar Kilometer stehe auch immer wieder diese tollen Wellenförmigen Holzstühle, die zum verweilen einladen.
Panorama Rothaarsteig
Nachdem wir unser Zelt aufgestellt, Feuer gemacht und wieder vorzüglich gespeist hatten, hat es langsam angefangen zu regnen. Ich hoffe der Regen hält sich nur über Nacht. Morgen liegen nochmals knapp 20 km vor uns, danach ist das trekking Wochenende wieder vorbei und der Alltag hat uns wieder.
Start 9.00 Uhr
Ziel 18.30 Uhr
km 30 km
Durchschnitt 2,85 km/h
Gesamt Gelaufen 60 km
Tag 3, 10.05.2009
Die ganze Nacht, zumindest bis 1.00 Uhr, regnete es ununterbrochen, somit war für mich trotz grßer Müdigkeit kaum an schlafen zu denken. Walter hingegen schlief denSchlaf der gerechten, der Glückliche´Dafür bin ich dann am nächsten Morgen schon um 6.30 Uhr aufgewacht. Nachdem ich Walter dann etwas unsaft aus dem Schlaf riss begann die allmorgendliche Abbauprozedur. Danach genossen wir unser reichhaltiges Frühstück (Danke Walter) in der Morgensonne an der kalten Eiche, einem Rastplatz auf dem Weg. Die letzten 20 km wollten wir dann bis spätestens 14 Uhr geschafft haben.
Wie auch in den letzten Tagen verlief der Weg anfangs relativ flach und stieg dann zum Ende in Manderbach nochmals etwas an. Nicht desto trotz ist der Weg sehr einfach und gut zu bewältigen.
Wegzeichen
Auf den letzten 10 km wurden dann für Walternoch einmal zur Prüfung, da die getapten Füße nicht mehr so recht wollten. Daher legten wir jetzt vermehrt kurze Rasten ein um den Füßen eine Pause zu verschaffen. Daher muss allerdings zwischen zu lange stehen und weiterlaufen gut abgeschöätzt, da bei zu langen Standzeiten, die Füße und die Muskulatur auf relaxen umschalten und ein anlaufen eher schmerzhafter sein kann. Allerdings biss Walter die Zähne bis zum Ende zusammen, soviel schon mal vorweggenommen.
Der Endpunkt der Tour lag in Dillenburg am HBF. Diesen erreichten wir dann auch gegen 13 Uhr. Wir hatten es also in knapp 2 tagen Laufzeit geschafft und überglücklich marschierten wir in den nahegelegenen Biergarten und gönnten uns ein wohlverdienten Abschluss Bierchen. Das Glücksgefühl den Weg geschafft zu haben kann ich nur schwer in Worten beschreiben, dass muss einfach jeder selbst mal erleben. Sicher ist nur :"Der Weg ist das Ziel"
Start 8.00 Uhr
Ziel 13.30 Uhr
km 20 km
Durchschnitt 3,63 km
So, den ausführlichen Bericht, dann ausführlich und mit Fotos findet ihr auf meiner Homepage: www.planet-kamikaze.de den Rückweg zurück zum Portal könnt ihr auf meiner Frontseite unter Links finden.
Viel Spass beim lesen
der kami
"Zwei Dinge sind unendlich: Das Universum und die menschliche Dummheit. Aber beim Universum bin ich mir nicht ganz sicher."
Albert Einstein, dt.-am. Physiker, 1879-1955
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