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Thema: Survival – wozu?

  1. #1
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    Survival – wozu?

    Nachdem in verschiedenen Foren immer mal wieder das breite Thema „Survival“ gestreift wird, glaube ich, damit kriegen wir auch eine komplett eigenständige Beitragsreihe auf die Füße.

    Das dürfte auch nicht allzu weit hergeholt sein wenn ich mir so einige Dinge vor Augen führe, die das „normale Handwerkszeug“ für den Survivor bedeuten aber gleichzeitig dem „backpacker“ auch gute Dienste leisten können.

    Ob es um das Zurechtfinden in unbekanntem Gelände geht, um Wassergewinnung, Feuer machen, Erstellen einer Notunterkunft, weil ich mich bei der Routenplanung verschätzt habe, um den richtigen Knoten für meine Sicherung oder weil ich wissen möchte, wie die lokale Wetterentwicklung aussieht – es gibt unzählige Parallelen.

    Ich freue mich auf Eure Anregungen und Ideen und denke, das hier könnte ganz spannend werden.

    Grüße
    Buschmann

  2. #2
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    Hallo Buschmann

    Ich habe bei Wanderungen Survivalsituationen heraufbeschwört.
    Veranlasst hat mich damals das Buch "Höhlenkinder" welches
    damals auch in einigen Folgen verfilmt wurde. Zwar wurde die
    Handlung in den 2. Weltkrieg verlegt aber diese Buch war für mich
    der Startschuß um das dort geschriebene selbst einmal auszuprobieren. Ferner Berichte von Familienangehörigen die
    im 2. Weltkrieg auf der Flucht waren und sich in Extremsituationen
    zurechtfinden mußten und das über viele Monate. Ich habe immer
    direkt am Wald gewohnt und für teures Spielzeug gab es damals (Anfang der 60er Jahre) kein Geld. Also kein Handy, Playstation,
    Chatroom usw. Man mußte sich also selbst etwas einfallen lassen.
    Ich habe dann damals viele Kunstfertigkeiten ausprobiert einfach
    mal aus Neugierde ob das Geschriebene auch so realisiert werden
    konnte. Es folgten dann am Wochenende kurze Wanderungen mit
    einer Übernachtung irgendwo. Dabei hatte ich ein Messer eine Dreicksplane, Streichhölzer und ein Stück Fleischwurst zum Braten
    über der Flamme. Einziger Luxus ein BW Schlafsack in dem ich immer tierisch gefroren habe. Ich habe mir dann selbst Unterstände gebaut. Anfangs habe ich im Wald einfach vorhandene Bombentrichter oben abgedeckt. Dann wurden umgeworfene Fichten als Basis eines Lagers gewählt. Wasser zu finden war bei uns in der Region recht einfach. Es wurden dann die ersten primitiven Waffen aus Feuersteinen hergestellt die ich mir aus dem Urlaub an der Ostsee mitgebracht habe.An Tee aus Weidenrinde kann ich mich noch gut erinnern. Ich habe immer das
    Erfolgserlebniss genossen, eine neue Fertigkeit zu erlernen. Auch
    das Orientieren im unbekannten Gelände war immer recht spannend. Nach Hause gekommen sind wir aber immer.
    Ich empfinde dieses Lernen und Ausleben von nicht alltäglichen Situationen immer noch als sehr befriedigend. Gerne schaue ich mir auf Fernreisen immer wieder den Erfindungsreichtum der Landbewohner in abgelegenen Regionen an. Man lernt immer etwas dazu.

    Jochen

  3. #3
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    Hallo Jochen,

    schön geschildert

    Die so gemachten Fertigkeiten und Erfahrungen geben auch in ungewohnten oder brenzligen Situationen Sicherheit und eine gehörige Portion Gelassenheit – das kann ich bestätigen.

    Wirklich brauchbare Erfahrenswerte gibt nur die Praxis her, das setzt aber zunächst mal zwei Dinge voraus:

    - den Respekt vor der Natur
    - und die Erlaubnis der Leute, auf deren Land man sich austobt

    Respekt bedeutet gleichzeitig auch immer bewusstes Handeln, also behutsam mit der Natur umzugehen, keine Spuren zu hinterlassen und nur das zu ernten, was auch tatsächlich benötigt und verbraucht wird.

    Grüße
    Buschmann

  4. #4
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    Survival – wozu? Hier mal wieder ein kleines Beispiel:



    Auch wenn es ein wenig zum Schmunzeln ist, erschreckend allemal, nicht zuletzt wenn man bedenkt, dass selbst in unseren Breiten immer wieder Menschen verunglücken oder ums Leben kommen, sei’s weil sie beim Einsteigen in die eigene Wohnung vom Balkon abstürzen oder weil sie bei der Bergwanderung von schlechtem Wetter überrascht werden oder weil sie ihren Hund aus dem reißenden Fluss retten wollen.

    Grüße
    Buschmann

  5. #5
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    Re: Survival – wozu?

    Zitat Zitat von Buschmann
    ......Das dürfte auch nicht allzu weit hergeholt sein wenn ich mir so einige Dinge vor Augen führe, die das „normale Handwerkszeug“ für den Survivor bedeuten aber gleichzeitig dem „backpacker“ auch gute Dienste leisten können.
    ….aber wohl nicht nur hier.

    Mit vielen neuen Gegebenheiten, die nicht zuletzt auf die Klimaveränderung zurückzuführen sind, werden wir uns mehr und mehr auseinandersetzen müssen.

    Im vergangenen Jahr waren tausende Bürger in NRW die Leittragenden von einem Stromausfall, Notlager mussten eingerichtet werden!
    Die Hilflosigkeit und Ohnmacht, wenn einfache lebensnotwendige Selbsthilfe angesagt wäre, ist – gelinde gesagt – erschreckend.

    Im Moment fegt „Kyrill“ durchs Land – auf die nächsten Schreckensmeldungen dürfen wir gespannt sein.

    Grüße
    Buschmann

  6. #6
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    Ein weiteres kleines nettes Episödchen habe ich vor drei Tagen erlebt. Im April starte ich mit meinen Survivaltrainings. Das Interesse ist rege und die Unsicherheit bei Neulingen für gewöhnlich groß. 8)
    Vor drei Tagen erreichte mich also diese Anfrage (hier nur ein kleiner Auszug): "Ich bin 50, eher ein Leichtgewicht, u. ohne Brille fast blind. Mal ganz ehrlich um nicht als Lachfigur dazustehen, ist es üblich in meinem Alter praktisch ohne Vorkenntnisse u. als Frau, einen Kurs zu belegen?

    Tja, um die Dinge mal aus meiner Sicht zu beschreiben: Survival ist nicht altersabhängig, betrifft ganz im Gegenteil alle Menschen. Für die einen ist es ein interessantes Hobby, die anderen bereiten sich damit auf ungewöhnliche Expeditionen vor, betroffen in irgendeiner Form ist aber letztlich jeder davon – solange man lebt.

    Grüße
    Buschmann

  7. #7
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    Hallo Leute,
    hätte ich vorher genauer das Forum durchgelesen, dann hätte ich wohl nicht das Thema "Allzeit bereit" eröffnen müssen ops:
    Schon seit meiner Kindheit an war ich ich an diesem Thema interessiert und habe verschiedene Dinge ausprobiert, bis ich eines Tages auf ein Nehberg Buch gestoßen bin. Dann gings erst richtig los :lol:
    Ich kann mir das Leben ohne Survival nicht vorstellen und ich lebe dadurch viel bewußter und vorrausschauender. :wink:
    Ich denke, unser Leben heute ist nicht viel anderst als bei den Jägern und Sammlern, vom Prinzip her. Statt Jagen gehen wir zur Arbeit, statt in Höhlen oder Lehmhäuser, leben wir in unseren modernen Häusern usw. Aber viele Instinkte und Fähigkeiten sind uns verloren gegangen
    Das versuchen wir heute mit Survival Training u.ä. auszugleichen.
    Trotzdem, damals ging es ums nackte überleben, heute ist es für uns mehr Hobby. Wobei ich sagen muß Survival ist für mich nicht wegzudenken. Ich bin nicht der Typ für ein 08/15 Leben und lebe auch nicht Gedankenlos in den Tag hinein. Ob im Urlaub oder Alltag, einige Grundprinzipien des "Survivals" beachte ich immer.
    Wenn früher die Jagdgebiete zu neige gingen, mußten die Sippen weiterziehen oder den Jagdkreis erweitern, im schlimmsten Fall hungern. Wenn unsere Jagdgründe heute wegfallen und wir arbeitslos werden, haben wir noch eine gesellschaftliche Absicherung. Arbeitslosengeld oder Hartz IV. Natürlich auch die Möglichkeit neue Jagdgründe zu finden.
    Das Feuer, damals so wichtig wie heute. Ohne Feuerflamme funktioniert unsere zentralheizung nicht. Wir drücken auf den Knopf und es wird warm, drehen den Schalter am Herd und das Essen kocht. Drücken noch einen Knopf und es wird Licht usw.
    Schutz und Obdach, damals so wichtig wie heute.
    Heute leben wir einfacher und moderner als damals, aber ich denke vom Prinzip her hat sich nichts geändert. Der Mensch braucht Wasser, Nahrung, Schutz und Geborgenheit und Ruhe und Entspannung. Fehlt eines dieser vier Punkte darbt der Mensch vor sich hin oder stirbt. Diese vier Grundbedürfnisse mußte der Mensch damals wie heute erfüllen um zu leben und überleben.
    So, das waren nun einige Gedanken von mir zum Survival. Was meint ihr dazu?

    Grüße Ingo

  8. #8
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    Heute ist der 22. Juli 2007

    Gestern haben Unwetter in Bayer und Thüringen noch nicht definierbare Schäden verursacht, mindestens ein Menschenleben ist zu beklagen.

    Unbetroffen hingegen blieb ein kleines Trüppchen in Niederbayern, das mit mir das Wochenende im Freien verbrachte – zum Survivaltraining.
    Zu beklagen gab es den ein oder anderen klammen Schlafsack und einigen Schlafstörungen wegen des heftigen Donners. Bereits zum Frühstück, um 8:30 Uhr, waren alle etwas in Mitleidenschaft gekommenen Kleidungsstücke wieder trocken. Das Tagesprogramm nahm wie geplant seinen Gang.

    Survival – unter anderem auch dazu.

    Grüße
    Buschmann

    PS. Für mich bleibt Survival aber nach wie vor in erster Linie eines: Spaß!

  9. #9
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    Die Zeit ist heute sehr unsicher geworden und besonders auch das Wetter. Es ist sehr wichtig, einige Regeln bei Unwetter, Gewitter usw. zu kennen. Sogar im normalen Alltag kann es heute leicht möglich sein,
    auf einige Kenntnisse angewiesen zu sein. Man muß nicht unbedingt das "extreme" Survival betreiben, aber ich finde es grob fahrlässig sich gar nicht damit zu befassen. Selbst in der Stadt gibt es einige Punkte welche man beachten sollte, zur eigenen Sicherheit.
    Und wie Buschmann schon sagte, Survival macht vor allem auch Spaß.

    Grüße
    Ingo

  10. #10
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    Zitat Zitat von mountain man
    Die Zeit ist heute sehr unsicher geworden ......
    das möchte ich so gar nicht behaupten. Das Leben endet nach wie vor mit dem Tod :P , früher oder später (heute meist später) und dazwischen ist jeder selbst verantwortlich für das, was mit ihm passiert.
    Einige Kenntnisse über den Umgang mit der Natur geben aber etwas mehr Gelassenheit bei unvorhersehbaren Ereignissen.

    Grüße
    Buschmann

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