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Thema: Rangfolge der Survivaltechniken

  1. #1
    Erfahrener Benutzer
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    Rangfolge der Survivaltechniken

    Kann man die verschiedenen Bereiche der Überlebenstechniken werten, also in der Form, dass einige Dinge von größerer Bedeutung sind als andere?

    Zum Beispiel: Ich hab mich verirrt. Mit Hilfe der Grundlagen, die ich in der Orientierungsausbildung gelernt habe, finde ich innerhalb weniger Stunden wieder in bekanntes Gelände zurück. Ohne diese Kenntnis hätte ich wochenlang verschollen sein können.
    Hat deshalb die Kenntnis des Orientierens den höchsten Stellenwert?

    Ein anderes Beispiel: Verschollen, ein Schiff oder ein Flugzeug in Sichtweite.
    Durch Morsezeichen könnte ich Kontakt aufnehmen oder dadurch, einen internationalen Notruf abzusenden oder vielleicht einfach nur durch Sichtzeichen, die ich am Boden auslege.
    Hat deshalb die Kenntnis über die Notsignale den höchsten Stellenwert?

    Ich würde der Frage bezüglich der Wertung ein klares „Ja“ geben und als die wichtigsten Techniken die Wassergewinnung und das Feuermachen bezeichnen. Die Priorität unter den beiden würde ich allerdings offen lassen und erst nach den äußeren Umständen festlegen:
    In unseren Gefilden ist es zurzeit das Feuer, bei längerer Verweildauer in wasserarmem Gebiet ist es Flüssigkeit.

    Was denkt ihr?
    Oder gibt es vielleicht ganz andere Meinungen bezüglich der „Wertigkeiten“?

    Grüße
    Buschmann

  2. #2
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    Prioritäten setzen ist das Stichwort.
    Wichtig ist nach meiner Meinung erst einmal, sich geistig zu stabilisieren um eine nüchterne Bestandsaufnahme meiner Situation zu machen. Je nach den äußeren Umständen habe ich
    dafür mehr oder weniger viel Zeit. Mit einer überstürtzten Reaktion
    kann ich mich wohlmöglich ein weiteres Problem einhandeln.
    Ich lege also erst einmal eine grobe Reihenfolge meiner Maßnahmen fest. Je nach wo mich das für mich lebensbedrohende
    Ereignis ereilt, muß ich die nun folgende Schritte gut überlegen.
    Wenn ich nach einem Schiffsunglück irgendwo im Meer treibe fange ich mit Sicherheit nicht erst einmal mit einer Standortbestimmung an, auch mitten in der Wüste hätte das für mich nicht oberste
    Priorität. Erst einmal prüfen: was habe ich jetzt noch bei mir an
    lebenswichtigen Ausrüstungsgegenständen, Lebensmittel und Wasser. Wie und wann kann ich mich am besten von meinem
    jetzigen Standort entfernen um eine Besserung herbeizuführen.
    Danach mache ich mir Gedanken, wo bin ich, soll ich meinen jetzigen Standort verlassen und mich dort einrichten ,oder ist es besser meinen Standort zu optimieren bzw. mich in eine Richtung begeben wo ich eher eine Rettung erwarten kann.

    Jochen

  3. #3
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    Ja, ist schon klar, dass man erst mal das Grobe in Angriff nimmt.

    Ich versuch mal meine Frage beispielhaft an den Maßnahmeschritten eines Unfalls deutlich zu machen.
    Auch dabei wird man zunächst mal die Verletzten bergen, bevor man mit der Behandlung beginnt.
    Bei der Behandlung selbst ist dann allerdings die Reihenfolge ziemlich genau festgelegt, also die lebensrettenden Sofortmaßnahmen vor den anderen Verletzungen.

    So meine ich, wenn man erst mal aus der unmittelbaren Gefahr draußen ist, dass Feuer und Wasser die ersten Dinge sind, um die man sich kümmern sollte, oder?

    Grüße
    Buschmann

  4. #4
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    Da kann ich auch nur ja zu sagen. Je nach Klima ist ein Schutz
    vor Auskühlung sehr wichtig. Mangelhafter Schutz kostet sehr
    viel Energie und Kalorienverbrauch für den Körper der erst später
    wieder ausgeglichen werden kann. Trinken ist extrem wichtig und
    hört mit zur obersten Priorität. Ich kann mich am Tag mit enormen
    Flüssigkeitverlust auf den Weg zurück zur Zivilisation bewegen, ich kann
    das aber auch wesentlich angenehmer zu einem kühleren Zeitpunkt tätigen. Je nach Region muß ich mir ev. erst einmal gewisse Vorräte an essbarem schaffen. Man kann ja nicht überall
    von der Hand in den Mund leben. Wichtig ist in jedem Fall eine nüchterne Planung und viel Willensstärke.

    Jochen

  5. #5
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    Ja, die Thematik ist natürlich immer von Fall zu Fall unterschiedlich zu betrachten.
    Bei großer Hitze die Marschrouten auf die Nachtstunden zu verlegen ist zunächst mal ratsam, klar.
    Wenn dieses Vorhaben allerdings in Konflikt mit der Navigationstechnik steht, heißt wenn ich mich dann nicht zurechtfinden kann, macht das keinen Sinn.
    Ebenfalls wäre von diesem Vorgehen abzuraten, wenn die Sicherheit nicht gewährleistet werden kann, beispielsweise weil ich mich in felsigem Gelände befinde und abstürzen könnte.
    Aber grundsätzlich ist die Bewegung in der Nacht immer in Betracht zu ziehen.

    Ebenso wichtig ist es, alle Formen des Flüssigkeitsverlustes zu beachten.
    So entweicht ein Großteil des Wasserhaushaltes über die Haut.
    Je mehr Hautfläche bedeckt ist, umso weniger Wasser verliere ich.

    Grüße
    Buschmann

  6. #6
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    So, ich denke, dass gerade jetzt sehr deutlich wird, dass man Survivaltechniken doch gewichten muss und zwar abhänig von der jeweiligen Situation.
    Gegenwärtig ist dabei die Technik der Wassergewinnung ganz oben.
    Feuer ist bei der aktuellen Wetterlage nicht nur weit nach hinten gerutscht, sondern zurzeit sogar gänzlich verboten.

    Und somit erlebe auch ich in den kommenden 3 Tagen eine Prämiere: Heute beginnt ein Survivaltraining und es wird das erste in meiner Laufbahn sein, bei dem kein Feuer brennt – wir werden es trotzdem überleben. :wink:

    Grüße
    Buschmann

  7. #7
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    Ich denke, daß die Reihenfolge vor allem davon beeinflußt wird, wo man ist.

    Wenn man in einer Polarregion unterwegs ist, ist Kälteschutz erst mal ganz oben. Flüssigkeiten sind genügen da, auch wenn das Zeug weiß ist. Ist man in sehr heißen Regionen unterwegs, ist Sonnenschutz und Hitzeschutz ganz oben. Oder es ist Schutz vor Regen angesagt.

    In fast allen Regionen dieses Planeten ist Schutz vor den Elementen und Schutz vor Tieren ganz wichtig.

    Grüße

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    Viele Menschen sehen die Dinge, wie sie sind, und sagen - warum?
    Ich aber träume von Dingen, die nie gewesen sind, und sage - warum nicht?

  8. #8
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    Ich habe mir auch schon viele Gedanken über die Reihenfolge der Notwendigkeit der Techniken gemacht. Für mich ist es die Orientierung. Aber man kann die Orientierung verbinden mit anderen Dingen,z.B. ich muß einen Hügel hinauflaufen um besseren Überblick zu haben. In der Zeit kann ich je nach Lage Ausschau nach einen guten Lagerplatz halten, den trocken Ast mitnehmen fürs Feuer, vielleicht finde ich auf den Weg sogar etwas essbares.Ich denke Survival ist immer mehreres gleichzeitig tun oder nebenbei zu tun.Ich lege mich auch nicht gerne schlafen, ohne die Wegrichtung für den nächsten Tag zu wissen.
    Gruß Ingo

  9. #9
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    Hallo Ingo,

    ja, ich denke auch, Vorbereitung ist das halbe Leben – in unserem Fall sogar das halbe Überleben. 8)

    Das für mich wirklich schöne an den Herausforderungen von Survivaltrainings ist die notwendige Flexibilität und die Offenheit für neue Ideen.

    Deinen Ansatz mit dem Orientieren als wichtigste Technik finde ich deshalb richtig brauchbar.

    Grüße
    Buschmann

  10. #10
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    Stimmt, die Orientierung dürfte das erste und wichtigste sein.
    Viele Leute bringen es sogar fertig sich im heimischen Wald zu verlaufen.
    Inzwischen hat man hier überall Wegweiser angebracht und außerdem haben sogar Spaziergänger Navigeräte dabei.
    Und trotzdem wird man immer wieder nach den Weg gefragt und manchmal bekommt man dann sogar so ein Navigerät unter die Nase gehalten.
    In der Pampa gibt es seltener solche Probleme.
    VG
    Achim
    Wer nichts macht, macht keine Fehler.
    Aber das ist ja langweilig

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