Auswandern
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mountain man
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BeitragVerfasst am: 06.07.2007, 20:00    Titel: Auswandern Antworten mit Zitat

Hallo Leute,
mich würde mal interessieren, was ihr so übers Auswandern denkt. Viele von uns reisen gerne, machen Fernreisen usw. Habt ihr schon einmal übers Auswandern nachgedacht? Ist das wirklich eine gute Idee? Unter welchen Umstände würdet ihr es tun oder plant es sogar schon jemand? Ist es wirklich das Wahre, im Reiseland zu bleiben und dort zu leben? Nun, ich bin mal gespannt auf eure Antworten.

Viele Grüße
Ingo
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D Rimi
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BeitragVerfasst am: 08.07.2007, 19:10    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo mountain man

Gehört ja eigentlich nicht so recht in diese Abteilung aber ich hab schon mal drann gedacht und spiele auch jetzt immer noch mit den Gedanken. Mein letzter Trip nach Südafrika lies mich wieder darüber nachdenken. Die Häuser die man da so kaufen konnte waren so günstig, da hätte man nicht mal einen Kredit gebraucht. Hätte wohl Lust irgend wo einen Backpacker auf zu machen. Vieleicht Südamerika/Australien, oder so.
Nur bin ich ein wenig zu sehr Realist wenn es um so etwas geht. Und wenn da nicht noch meine Eltern währen, wär ich auch schon weg.
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mountain man
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BeitragVerfasst am: 10.07.2007, 21:41    Titel: Antworten mit Zitat

hallo,
ich wußte nicht genau, wo ich dieses Thema setzen sollte. Aber ich dachte, beim Auswandern muß man viiiel vorbereiten. Lachen
Anfang der 90ziger hatte ich auch sehr konkrete Pläne und Vorbereitungen zum Auswandern nach Sri Lanka. Der Liebe wegen Verlegen Ich hatte eine Freundin dort, leider bekam sie kein Visum für Deutschland. Wir hatten auch geheiratet, aber die Heirat galt nur dort. Geschockt
Also bereiteten wir vieles vor um dort zu leben, Kontakte knüpfen, sparen usw. Allerdings bekommt man immer nur ein 6 Monatsvisum, dann muß man für ein halbes Jahr raus. Viele Ausländer dort lösen dieses Problem mit 2 Pässe. Kurz ausreisen, mit dem nächsten Pass zurück. Nicht ganz so legale Methode, immer Ungewißheit dabei. Abgesehen davon ist es nicht so einfach an 2 Pässe zu kommen.
Da wir sehr abseits der Touristengebiete lebten, war ich der einzigste Weiße dort. Das hat Vor und Nachteile. Als Touristen sind wir gerne gesehen, aber nicht als dort wohnende. So braucht man dort "Bodyguards" meist aus Familie oder Nachbarschaft. Auch die Polizei will ihren Obolus zum Schutz haben Böse
Zwei Jahre flog ich ständig hin und her. Versuchte viel zu sparen für den endgültigen Abflug. Als Gärtner habe ich fast jeden Abend in Gärten gearbeitet für mein Ziel. Meine Frau flog gleich nach dem Kuwaitkrieg nach Kuwait um dort zu arbeiten und Geld zu sparen. Dort wurde sie aber sehr schlecht behandelt und nicht bezahlt. So floh sie in die Botschaft und ich überwies das Geld für ihr Rückflugticket. Aber warum auch immer, habe ich fast ein Jahr später das Geld zurück überwiesen bekommen. Etwa ein Jahr danach starb sie an Krebs Traurig So hat sich einiges geändert.
Aber im nach hinein kann ich sagen, wahrscheinlich hätte dieses Auswandern nicht geglückt. Deutsche die dort leben gaben mir auch einige Tipps, aber auch die Warnung, wer das tut, hat mit dem Leben abgeschlossen Geschockt Es ist kein Leben in der Normalität, ständige Unsicherheit wegen dem Visum und die nicht zu unterschätzenden Ausländerfeindlichkeit.
Damals war es noch eine Zeit, wo man noch leicht etwas sparen konnte und Arbeit sich noch richtig lohnte Lachen Wirtschaftlich sah es damals noch gut aus. Wir hatten mehrere Ideen wovon wir leben könnten, wir wollten zweigleisig fahren, einmal mit Touristen verdienen und auch mit Einheimischen. Denn die sind immer da, Tourismus ist schwankend. Auch wir wollten ein Backpacker Hostel machen, ihr Bruder ist Koch. Heute sieht die Sache nicht mehr so gut aus. Die wirtschaftliche Situation wird sich verschlechtern und der Terror wird noch zunehmen, genauso auch die Einschränkungen für Reisende. Viele wollen heute aus der Arbeitslosigkeit herraus auswandern. Ob das so gut ist, bezweifle ich, wenn keine gute Vorbereitung dahintersteckt.

Grüße Ingo
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Buschmann
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BeitragVerfasst am: 11.07.2007, 20:47    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Ingo,

das waren ja auch wieder heftige Schicksalsschläge, von denen du da erzählst.

Ich denke, dass sich mit dem eigentlichen Thema schon viele befasst haben, meine ersten Gedanken daran liegen etwa 30 Jahre zurück.
Meine Wunschziele wären entweder Neuseeland oder Alaska gewesen. Neuseeland habe ich mir dann auch genauer angeschaut, aber damals nicht die richtige „Traute“ gehabt. Das Thema ist dann nach und nach eingeschlafen und das bürgerliche Leben hat Einzug gehalten.

Jetzt, gerade nachdem ich aus Kanada zurückkomme, brennt es wieder in mir.
Alaska wäre vom Land immer noch mein Traum, allerdings haben dort die Staaten das Sagen – und da bringt mich lebend keiner hin. Wir haben beim Rückflug aus Kanada in Fairbanks Zwischenstopp gemacht. Die Sausäcke haben die Gelegenheit genutzt, um von uns Fingerabdrücke zu nehmen und „Verbrecherfotos“ zu schießen. Schade, Alaska, du schönes Land!

Kanada hat aber einiges in mir wieder geweckt, gewaltiges Land, lockere Leute. Bin gespannt, wie lange ich von den Erlebnissen zehren kann und ob ich nicht doch eines Tages dort bleibe.

Grüße
Buschmann
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mountain man
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BeitragVerfasst am: 12.07.2007, 18:48    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,
Ich denke nicht mehr so oft übers auswandern nach, obwohl manchmal drückt es schon noch durch Lachen Aber wer nicht gerade reich geboren wurde hat da schon seine Probleme. Arbeiten oder ein "business" machen um sich durchzuschlagen müssen wir. Der normale Alltag wird auch im Ausland eintreten, nur oft nicht so bequem wie in Deutschland. Es wird viel gejammert in Deutschland, aber es geht uns trotzdem noch sehr gut. Sehr glücklich Mein größter Wunsch, auch von meiner Frau ist es, in die Berge umzuziehen (Bayern oder Österreich). Ob das wirklich das wahre ist? Ich müßte dort eine Arbeit annehmen, hätte eine neue Umgebung, neue Leute usw. Aber letzten Endes würde sich dieses Leben nicht viel vom jetzigen unterscheiden. Vielleicht kann ich nach Feierabend noch einen kleinen Berg besteigen, wenn ich nicht schon ausgepowert bin, aber für die richtige Touren müßte ich doch auch frei nehmen oder aufs Wochenende warten. Es gibt einen Unterschied zwischen den Urlaubserlebnisen am Urlaubsort/Land oder für wenn man immer dort lebt. Ist es dann auch noch so schön?
Ich habe für mich persönlich den "leichten Ausstieg" entdeckt.
Aussteigen bedeutet für mich zu allererst nicht eine räumliche Veränderung, sondern eine mentale. Das Erkennen der grundlegende Methoden der Manipulation der Werbung, Medien, Politik usw. und über das Zusammenleben der Gesellschaft. Wer diesen mentalen Ausstieg aus den Anforderungen der Gesellschaft nicht schafft und sich frei macht vom denken über Statussymbole, über die Vorschriften was gerade in ist und was nicht, wie wir uns zu verhalten haben usw. Unabhängig sein von der Meinung der Masse. Das ist der erste Schritt zur Freiheit. Wer diesen Schritt nicht schafft hat auch bei einem räumlichen Ausstieg/ Auswanderung große Problem. Für mich bedeutet das, die Arbeitszeit aufs minimalste reduzieren, muß natürlich noch für Leben und Wünsche reichen. Habe eine Arbeit,wo ich viel in Wäldern und Flußwiesen bin.
Was kann mir besseres passieren Lachen Private Termine reduziere ich aufs nötigste. Ich/ wir machen viele Kurzurlaub als Ausgleich zum Alltagstrott. Oder verschwinde mal wieder für ein Wochenende im Wald etc. Ein 08/ 15 Leben kommt für uns nicht in Frage. Wir genießen die Annehmlichkeiten in Deutschland, versuchen aber so unabhängig wie möglich zu Leben. Fixkosten reduzieren, Versicherungen nur das nötigste uvm. Von manchen werden wir argwöhnisch beäugt wenn wir von unserer Einfachheit erzählen, aber wir leben glücklich Lachen

Grüße
Ingo
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Buschmann
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BeitragVerfasst am: 12.07.2007, 23:27    Titel: Antworten mit Zitat

Tja, die eine Sache ist, jeder hat seine Wurzeln – die aufzugeben ist immer schwer.

Die wichtigere Sache ist, ob man auf Dauer mit der anderen Kultur, dem Klima und der Mentalität der Leute zurechtkommt.

Wie ich schon sagte: ich zehre noch (hoffentlich lange) von der Lockerheit und der Rücksichtnahme, die ich in Kanada erlebt habe.
Klar, in Deutschland leben viel mehr Menschen, das Leben ist schneller und Hektik gehört zum Alltag.
Wenn du in Kanada nur einen Fuß auf die Strasse setzt, bremst jeder Autofahrer, selbst wenn er noch ganz bequem in weitem Abstand passieren könnte. Man hat Zeit füreinander und man nimmt sie sich auch.
Das Leben findet in jedem Moment statt (deswegen kann ich auch Ingo nicht ganz zustimmen, wenn er sagt, die Arbeitszeit so gering wie möglich zu halten – auch die Arbeit gehört zum Leben, ich muss dem was ich tue Sinn geben, sonst ist es verlorene Zeit).
In Deutschland sehe ich die Menschen sehr oft von einem Termin zum nächsten hetzen – das Leben scheint erst irgendwo in der Zukunft stattzufinden. Früher oder später tut man seinen letzten Atemzug – und das Leben hat doch nicht stattgefunden.

Das ist nicht mein Stil. Deswegen kann es durchaus sein, dass ich irgendwann meine Wurzeln verpflanze.

Grüße
Buschmann
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mountain man
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BeitragVerfasst am: 13.07.2007, 13:54    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Buschmann,
Natürlich, die Arbeit gehört zum Leben und ich möchte sie auch nicht missen. Aber für mich ist die Arbeit auch Mittel zum Zweck. Ich verdiene mir damit meinen Lebensunterhalt und kann mir damit meine Wünsche und Bedürfnisse erfüllen. Dazu soll mir meine 39 Std. Woche reichen. Aber ich lehne es ab, ohne Not Überstunden zu machen. Es gibt natürlich Situationsbedingte Ausnahmen. Als Gärtner habe ich viel in Privatgärten gearbeitet, da werde ich immer wieder gefragt. Habe ich jetzt aber total gestrichen und meine "Stammkunden" einem befreundetem Gärtner gegeben. Ich setze Prioritäten im Leben. Natürlich merke ich das auch im Geldbeutel Traurig Aber ich merke auch, dass es mir seither gesundheitllich besser geht und ich mich freier fühle. Ich hatte immer Termine und Erwartungen, die ich erfüllen muß, im Kopf. Weniger Geld haben hat auch den Vorteil, dass man sich besser überlegt was man braucht und kaufen soll/ kann. Ich denke, dass gehört genauso zum einfacherem Leben oder zum Auswandern dazu. Wer auswandern will wird wohl am Anfang auch kleinere Brötchen backen müssen Cool
Was man heute schon lernt, fällt einem, wenn es wirklich darauf ankommt leichter.

Grüße
Ingo
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D Rimi
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BeitragVerfasst am: 13.07.2007, 21:17    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Gärtnerkolege Smilie
Ich sehe das mit der Arbeit genau so. Kolegen kann ich teilweise nicht verstehn die da jedes Wochenende noch irgend wo welche Gärten machen. Sicher es bringt ein wenig was ein aber manchmal glaub ich die können nicht anders. Wenn du weißt was ich meine.
Es gibt einen schönen Spruch:

Man arbeitet um zu leben und lebt nicht um zu arbeiten.

Es wird in der Fremde der gleiche Trott sein wie ihr schon gesagt habt, aber mich jucktes ja auch noch Deutschland adee zu sagen.
Irgendwann, solang träume ich von meinen eigenen kleinen Backpacker.
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mountain man
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BeitragVerfasst am: 13.07.2007, 22:33    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,
schön noch ein Gärtnerkollege zu kennen Sehr glücklich
Ja genau, ich arbeite nur um zu leben. Wer seine Freizeit nicht sinnvoll zu nutzen weiß, der flüchtet oft in die Arbeit. Ich kenne genug solche Leute, die kann ich nur bedauern. Als lediger ist es immer leichter ans auswandern zu denken. Alleine kann man sich immer noch durchbeissen und selbst wenn man scheitern sollte fällt auch das Einleben bei der Rückkehr leichter. Hat man Frau und Kind sieht die Sache schon wieder anderst aus. Da fällt das Auswandern sogar leichter, da man sich gut vorbereitet. Sollte zumindest so sein. Aber Beim Scheitern wird die Rückkehr mit all den Formalitäten, Wohnungssuche, finanzielle Überbrückung usw. vielleicht schwieriger werden. Auch da kommt ein Einzelner besser durch.
Ich habe auch schon mal an die Option Hotelgärtner im Ausland gedacht. Aber meist ist die Bezahlung schlecht und Landessprache soll man können. Oh, ich weiß nicht, wie viele Tausend Gedanken mir da schon durch den Kopf gegangen sind und ab und zu noch kommen Geschockt

Grüße Ingo
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D Rimi
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BeitragVerfasst am: 21.07.2007, 20:46    Titel: Antworten mit Zitat

Ja die Bezahlung für so'n Hotelgärtnerjob ist nicht die Beste. Wo bei ich schon mal ne Anzeige in so einer Inselzeitung auf den Kanaren gestellt habe nur um mal zu sehen ob Resonanz kommt.
Ich hätte eine Wohnung und auch ne Stelle auf Lanzarote bekommen können. Ich weiß nicht was mich dann zurück hielt.
Bin ich zu sehr Realist, oder denk ich zu sehr an die Folgen?
Wie siehst du das?
Spanisch und englisch ist nicht das Problem.
Irgend wann werd ich wohl aber wann keine Ahnung. Wohin? Es gibt so viele nette Orte auf der Welt.

schöne Grüsse
Dirk
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