Kanada -Yukon Floßtour Whitehorse – Dawson City
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Buschmann
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BeitragVerfasst am: 15.07.2007, 17:58    Titel: Antworten mit Zitat

alfonsospringer hat Folgendes geschrieben:
Hört sich einfach klasse an! Ich wär zu gern dabei gewesen Traurig


tja, das hab ich nun schon öfter gehört - deshalb mache ich die Tour im nächsten Jahr noch mal! Sehr glücklich

Aber dir nun erst mal viel Spaß in Schweden - und komm gesund wieder heim!

Immer zwei handbreit Wasser unter'm Kiel und
Grüße vom
Buschmann
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BeitragVerfasst am: 16.07.2007, 16:38    Titel: Antworten mit Zitat

20.6., die „Five Finger Rapids“

Diese berüchtigten Stromschnellen haben deshalb ihren Namen, weil sie – aus der richtigen Perspektive betrachtet – an eine riesige Hand erinnern, die aus dem Wasser ragt, genauer gesagt, an fünf Finger.

Es scheint unglaublich, dass auch diese Passage jahrzehntelang von Raddampfern befahren und (fast) immer gemeistert wurde. Heute stellen sie für jeden Yukon-Kanuten den Höhepunkt dar, für uns mit dem Floß ist das eine besondere Herausforderung.
Wildwasser erfahrene Experten wagen gelegentlich, einen der linken Kanäle zu befahren, wirklich sicher ist nur der rechte – und für Floßfahrer ist es ohnehin der einzig mögliche Weg. Wir haben uns lange darauf vorbereitet, und unter die Vorfreude mischt sich immer wieder gehöriger Respekt.

Vor dem Start verzurre ich unser Gepäck, die zwei wasserdichten Tonnen, unsere Rücksäcke, Marc’s Expeditionskiste und die schwarzen Müllsäcke, in denen wir unseren Proviant verstaut haben, noch gründlicher als sonst. Wir starten bei Kilometer 371, bis zu den „Five Finger Rapids“ sind es 13 Kilometer. Genügend Zeit, um sich auszumalen, was denn alles schief gehen könnte. Wir brauchen etwa eineinhalb Stunden bis wir zu der lang gezogenen Rechtskurve kommen, die an ihrem Ausgang den Blick auf die Rapids freigibt. Wir „schleichen“ endlos in der rechten Ufernähe durch die Kurve, sie will und will kein Ende nehmen. Bei allem Respekt, mir geht’s zu langsam. Ich nehme die Angel zur Hand. Auch wenn heute keiner beißen mag, zumindest vertreibt es die Wartezeit.

Endlich sind die Stromschnellen zu sehen. Sie sind so beeindruckend, wie wir es uns vorgestellt hatten. Es rauscht von weitem schon bedrohlich. Wir bleiben rechts, es sieht aus, als sollte der rechte Kanal problemlos angelaufen werden können. Den Kanal selbst müssen wir dann mittig nehmen.
Auf dem Felsen am rechten Ufer ist eine Zuschauerplattform. Es ist sicher für jeden Besucher etwas Besonderes wenn gerade dann, wenn er dort oben steht, ein Kanute sein Glück in den Stromschnellen versucht. Ein Floß ist darüber hinaus eine absolute Rarität. Heute scheint niemand dort oben zu stehen. Als wir um die Kurve geschlichen kamen, konnten wir eben noch einen großen Touristenbus sehen, der den Aussichtspunkt verließ.

Kurz vor dem felsigen Eingang schieben wir das Raft in die Mitte des rechten Kanals: „Den Hintern noch ein wenig rein! Nase nach rechts! Passt!“ Martin steht hochkonzentriert am vorderen Ruder. Das Floß liegt sauber genau in Fahrtrichtung auf dem Wasser. Jetzt geht’s los! Der Bug taucht ein, das Wasser schwappt über das Floß aber es liegt unwiderstehlich in den Fluten – Klasse!
Und dann kommt doch Gejohle vom Felsen. Ein paar Buschen haben das Glück, ein Floß durch die Rapids fahren zu sehen, zudem mit perfekten Manövern! Marc und ich können es uns nicht verkneifen, wir lassen die Rapids Rapids sein und winken den Burschen zu, wirkt cool, isses auch. Cool

Wenige Kilometer später folgen noch die „Rink Rapids“, auch sie sind rechts zu nehmen, sind aber viel zahmer als die „Five Fingers“. Das klappt jetzt schon eher spielerisch.
Am Abend genehmigen wir uns ein Fläschchen kanadischen Rotwein. Wir gehören nun zu dem erlauchten Kreis derer, die die Stromschnellen mit dem Floß befahren haben!

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BeitragVerfasst am: 17.07.2007, 17:44    Titel: Antworten mit Zitat

Als Nachtlager nach den Five Finger Rapids hatten wir uns ein Fischcamp ausgewählt. In diesen Camps werden in 2, 3 Monaten, also in der Lachshauptsaison, zentnerweise Lachse getrocknet. Die Gestelle zum Trocknen bleiben dann, nachdem die Saison beendet ist, für den Rest des Jahres dort stehen. Unser Fischcamp liegt direkt an der „Old Wagon Road“, das ist ein ehemaliger Handelsweg, der nur noch auf ein paar hundert Meter als solcher zu erkennen ist.

Das Camp ist vom fahrenden Floß nicht auszumachen. Und da wir schon einige Male erlebt haben, dass ein guter Campground urplötzlich nach einer Gestrüppreihe auftaucht und im nächsten Moment an uns vorbeigehuscht ist, wollen wir diesmal vorher anlegen und den Lagerplatz zu Fuß ausfindig machen.
Da wir sehr schnell auf die Old Wagon Road stoßen, werden wir auch bereits nach kurzer Zeit fündig. Der Platz ist hervorragend geeignet, und mit unserer „no trace camp“ Methode wird selbst der Eigentümer niemals feststellen, dass wir hier gewesen sind. Nur das Anlanden macht uns Kopfzerbrechen – Gestrüpp, so weit das Auge reicht. Zu Fuß ist da kein Durchkommen. Nur eine schmale Schneise, gerade groß genug für ein Kanu, verbindet über ein schmales Pfädchen das Camp mit dem Yukon.

Hier greift unsere Technik des schnellen Abspringens mit dem anschließend blitzschnellen Halbmastwurf um einen Baum nicht. Hier muss was anderes her. Mittendrin im Gestrüpp liegt ein kräftiger, angeschwemmter Baumstamm. Daran könnte man das Floß abbremsen und festbinden. Allerdings ist hier absolut keine Bewegungsfreiheit, hat man oben ein paar Äste zur Seite geschoben, stolpert man schon unten. Die einzige Chance wäre, wenn ich an Land bleibe und die anderen mir vom fahrenden Floß das Seil zuwerfen. Das müsste aber alles äußerst präzise ablaufen – ein sauberer Wurf, keine Verknotung, und ich sollte bei diesem Eiertanz auf den Beinen bleiben! Wir versuchen’s trotzdem, no risk no fun. Auf den Arm nehmen
Auch hier gibt es keine zweite Chance, das ist uns klar. Also nutzen wir die erste – das Fischcamp wird diese Nacht von uns eingenommen.

Fort Selkirk

An Tom’s Location bei Kilometer 445 treffen wir Rin Hayashi. Wir hatten ihn schon kurz vorher auf dem Fluss vorbeifahren sehen, als wir, auf der Suche nach einem Camp, in Minto mit einem Fährmann sprachen. Der Platz in Minto gefiel uns nicht, und so entschlossen wir uns, noch ein weinig weiter zu schippern. Tom’s Location war auf unserer Karte eingezeichnet, das wollten wir uns näher anschauen. Als wir dort ankamen, baute Rin gerade sein Zelt auf.

Rin, der – aus welchen Gründen auch immer – nichts gegen die Moskitos unternahm, erzählte uns von seiner Tour, wobei er ständig seine total zerstochenen Beine aufkratzte. Er habe diese Reise schon lange geplant, den letztendlichen Entschluss dann aber doch eher kurzfristig in die Tat umgesetzt. In Japan programmierte er irgendwelche Chips. Ob er denn auch von Whitehorse wieder in seine Heimat fliegen werde, wollen wir wissen. Zurück? Nein! Nach dem Yukon will er nach Argentinien – mit dem Fahrrad! Zwei Jahre Auszeit habe er sich genommen – wohl dem, der kann! Cool

Rin wird uns eine Weile begleiten. Er schießt ein paar Fotos von uns auf dem fahrenden Floß, wir einige von ihm in seinem Kajak.
Am nächsten Tag werden wir an Fort Selkirk vorbeikommen, das soll sehenswert sein, und das möchten wir uns natürlich ansehen. Für Rin ist das kein Problem, er ist mit seinem Kajak wesentlich flexibler als wir mit dem trägen Floß. Für uns wird der Besuch im Fort davon abhängen, ob wir einen Anlandepunkt finden und im richtigen Moment zuschlagen.

Fort Selkirk liegt lang ausgestreckt auf der linken Uferseite nach einer lang gezogenen Rechtskurve. Auf die gesamte Länge ist nur steiniger, etwa drei Meter hoher Steilhang sichtbar – schlechte Verhältnisse zum Anlegen. Also probieren wir es, noch bevor der Steilhang beginnt. Hier allerdings finden wir nur wildes Gestrüpp. In dem Wirrwarr mache ich einen brauchbaren Strauch aus, der müsste stark genug sein – wenn ich es denn schaffe, dass Seil schnell genug herum zu binden. Ich springe. Diesmal soll’s nicht klappen, zu verwachsen ist die Stelle. Ich kann das Seil nicht hinter dem Ast hervorziehen bevor das Floß Zug darauf gibt. Das Seil quetscht meine Hand an den starken Ast, ich halte noch einen Augenblick fest, gebe mich dann aber sehr schnell den etwa zwei Tonnen Gesamtgewicht geschlagen. Nichts zu machen – Floß weg! Nur gut, dass ich mit Handschuhen gearbeitet habe!
Reiner Zufall, dass ich ausgerechnet hier einmal schnell durch den Wildwuchs komme. Schnell bin ich auf der Anhöhe, dort wo das Fort beginnt. Der Rest meiner Crew hält das Floß in Ufernähe und gleichzeitig nach mir Ausschau. Alles ok, ich bin noch da, und heil bin ich auch noch! Etwa 100 Meter weiter vorn sehe ich drei Tannen im Steilhang stehen – ideal! Ich gebe den dreien zu verstehen, dass wir dort das Floß festmachen, das Seil zuzuwerfen hatten wir ja schon geübt. Der Rest ist Routine. Damit ist unser Aufenthalt in Fort Selkirk gebucht.

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BeitragVerfasst am: 18.07.2007, 16:42    Titel: Antworten mit Zitat

Fort Selkirk ist eine Ansiedlung aus der Zeit des Pelzhandels und liegt gegenüber der Pelly-Mündung. Die alten Gebäude wurden bis zur Jahrtausendwende von einem „Wächter“ instandgehalten, der jeden Besucher in sein Gästebuch aufnahm. Als er vor wenigen Jahren starb, übernahmen seine Schwester und ihr Mann, Don Trudeau, diese Aufgabe. Don ist Schamane und Autor. Seine Bücher handeln, wie sollte es anders sein, über Weisheit, Natur und Heilkräfte. Don erzählte uns einiges über die häufigen Waldbrände am Yukon, über seine Lehren, die Elchjagd oder die Begegnung mit einem Bären bei der Fischverarbeitung.

Im traditionellen Gästebuch in Fort Selkirk steht hinter meinem Namen der Eintrag: „nächstes Jahr, am gleichen Platz – wir sehen uns“.

23.6., Samstag, Havarie!

Für heute steht Blindflug auf dem Programm, in unseren Channel Chats fehlt das Kartenblatt für einen Teil unserer heutigen Etappe, etwa 15 Kilometer. Die Flusskarte zeigt die Hauptstromrichtung an, den Flussverlauf, die Entfernungen, vor allem aber gefährliche Stellen wie Stromschnellen, Untiefen oder Hindernisse im Wasser. Heute ist besondere Wachsamkeit angesagt. Aber schon nach wenigen Kilometern zieht uns ein kleiner Seitenarm in seine Strömung, keine Chance, wir kommen nicht zurück in den Hauptstrom
- schon sitzen wir auf einer Kiesbank fest. Das Wasser ist nur knöcheltief, die Stakstangen bringen uns nicht weiter. Also rein ins kalte Nass! Pilar hilft mir, das Floß rauszuhebeln – das klappt leichter als gedacht.
Aus dem kleinen Seitenarm kommen wir problemlos wieder zurück ins flotte Fließgewässer. Dann wird der Yukon überschaubar breit. Auf die nächsten Kilometer werden wir mit keinen weiteren Überraschungen rechnen müssen – denken wir, aber dann überrascht uns der Regen. Ein lang anhaltender Wolkenbruch versucht uns zu zermürben, gut und gern eine Stunde. Dann gibt er doch auf. Es wird Zeit zum Anlegen. Noch immer befinden wir uns im Bereich des fehlenden Kartenblattes. Wir fahren nicht weit entfernt vom linken Ufer. Hier befindet sich aber bereits seit mehreren Kilometern ein gut zwei Meter hoher Steilhang. Keine Möglichkeit den in der zur Verfügung sehenden Zeit zu erklimmen. Oben sähe es klasse aus, Tannenwald. Das bedeutet gleichzeitig auch immer gute Campmöglichkeiten. Auf der rechten Seite stehen ausschließlich Pappeln. Und in den Pappelwäldern befindet sich immer schwer zu begehendes Unterholz mit unglaublich vielen stachligen Hundsrosen. Wenn es sich irgendwie machen lässt, bevorzugen wir die Tannengebiete. Aber hier lässt sich nichts machen. Wir beschließen, doch nach rechts zu rudern.
Das fehlende Kartenblatt hätte uns verraten, dass der Steilhang nach wenigen hundert Metern dann doch aufhört, genau in dem Moment, als wir fast auf der anderen Seite sind! Links sehen wir nun besten Campground – das Leben ist ungerecht. Rechts ist immer noch alles unwegsam, somit fassen wir den Entschluss der harten Umkehr. Knochenarbeit. Und wie es der Teufel will, reicht unsere Anstrengung auch hier nicht aus. Das gute Campgelände zieht an uns vorbei. Wir kommen nun in einen lang gezogenen Rechtsbogen, der aber offensichtlich auch gute Campplätze bietet. Rechts von uns ist eine Insel. In dieser ausgewaschenen Kurve ragen besonders viele umgestürzte Bäume in den Fluss. Wir müssen immer wieder ausweichen, bleiben aber stets in Ufernähe, um bei einem potentiellen Anlandepunkt zuzuschlagen. Die Strömung ist enorm stark.

Wir halten Ausschau nach einem geeigneten Platz für unser Nachtlager, vernachlässigen einen Augenblick die Gefahren am Uferrand. Da kommt er auch schon auf uns zugeschossen, ein mordsmäßiger Ast – nein, das ist ein ausgewachsener Baum!
Ausweichmanöver! Volle Kraft nach rechts! Es soll nicht genügen. Unser Segelgestänge hakt sich ein. Ducken! Ich greife blitzschnell die Angel, die ans Segelgestänge angelehnt ist. Im nächsten Moment haben wir Wassereinbruch im Heck. Weder die Segelstange gibt nach noch der Baum. Unser Floß steigt mit dem Bug aus dem Wasser. Im Winkel von etwa 45 Grad taucht dann das Heck links weg. Das ganze Raft verschiebt sich. Ich habe den Eindruck, dass nun alles auseinander bricht, sehe nur noch drei Baumstämme miteinander verbunden. Was mag einem alles durch den Kopf gehen in einer solchen Situation? Seltsamerweise schießt mir durch den Kopf, dass wir gut in der Zeit liegen, und das Floß wohl noch rechtzeitig reparieren werden.
Dann kracht’s. Der rechte Teil des Segelgestänges hat doch nachgegeben. Das Floß ächzt in seine Ausgangsstellung zurück. Pilar fällt mir praktisch in die Arme. Dann schreit Marc: „Zieh den Martin raus!“ Erst jetzt sehe ich, dass er halb von Bord gegangen ist, er hängt nur noch mit den Beinen in der Ruderaufhängung. Ein Ruck und er ist wieder oben.
Alle sind unverletzt! Marc und ich rudern uns aus der Gefahrenzone. Die Ruder und die Halterungen haben gehalten. Nicht nur das – unsere gute Alberta ist bis auf die rechte Segelstange unversehrt! Wir können’s kaum glauben, vor allem nicht, als wir später auch noch feststellen, dass alles an Bord geblieben ist. Wir haben bei dieser Aktion nichts verloren!
Wir landen nur 300 Meter nach dieser brenzligen Situation an, ein schmaler, morastiger Uferstreifen, der gerade so breit ist, dass wir die Zelte aufstellen können.
Lagerfeuer und Abendessern gibt’s heute auf dem Floß.

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alfonsospringer
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BeitragVerfasst am: 19.07.2007, 10:55    Titel: Antworten mit Zitat

Du redest von einer no trace camp“ Methode - Ist das eine Abwandlung des Klassikers "Nimm nichts mit ausser deinen Eindrücken - Hinterlasse nichts ausser deinen Fussspuren"?
_________________
Namasté
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Buschmann
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BeitragVerfasst am: 19.07.2007, 12:18    Titel: Antworten mit Zitat

alfonsospringer hat Folgendes geschrieben:
Du redest von einer no trace camp“ Methode - Ist das eine Abwandlung des Klassikers "Nimm nichts mit ausser deinen Eindrücken - Hinterlasse nichts ausser deinen Fussspuren"?


ja, genau das ist gemeint. und wenn man's richtig macht, sieht man nicht mal Fußspuren. (über das Thema werde ich demnächst eine eigene Beitragsreihe eröffnen).

Grüße
Buschmann
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BeitragVerfasst am: 19.07.2007, 18:24    Titel: Antworten mit Zitat

Der Zustand der vollständigen Funktionsfähigkeit war wesentlich einfacher wieder herzustellen, als das ursprünglich den Anschein hatte. Nur Martin’s Kameraausrüstung hatte ein wenig Wasser abbekommen und trocknete die nächsten Tage bei jeder sich bietenden Gelegenheit in der Sonne.
Am private Campground Kirkman Creek staunten wir nicht schlecht, als wir mit Kuchen und heißer Schokolade empfangen wurden. Wie oft mag wohl hier überhaupt jemand vorbei kommen? Fast hatte es den Anschein, als hätte man uns schon erwartet.
Auf unserer Flusskarte stand genau an dieser Stelle noch einmal in fetten Lettern „GOLD“.
Der Kirkman Creek, der bis hinunter zum Yukon noch jetzt mit zahlreichen Eisschollen verziert ist, schimmert uns einladend an. Tatsächlich wurden wir schon bald fündig, und jeder wollte die Goldwaschpfanne schwenken.
Auch Petri war uns noch mal wohl gesonnen. Ein Inconnu mit stolzen 65 Zentimetern konnte dem Blinker nicht widerstehen.

27.6., Mittwoch, Kilometer 684, „Unser“ Bär!

Wir hatten die Hoffnung schon fast aufgegeben, nicht mal mehr 70 Kilometer bis Dawson, und wir hatten noch kein wirklich großes Tier gesehen – schon einige Biber, viele Adler, mal ein Erdmännchen und unzählige freche Eichhörnchen, aber noch keinen Bären, auch noch keinen Elch.
Dann aber war es so weit. Wie aus dem nichts erscheint er auf der von uns aus gesehen rechten Insel. Der Schwarzbär gehr ruhig am Ufer entlang, nimmt uns auf dem Floß sicher war, zeigt für uns aber nicht das geringste Interesse. Er stapft gemächlich in den Yukon und schwimmt hinter uns hinüber zur anderen Insel.



Und als wäre es in der Reiseablaufplanung so vorgesehen gewesen, folgen die Elche direkt am nächsten Tag. Zunächst schrecken wir eine Elchkuh mit ihrem Kalb auf, die hastig im Unterholz verschwinden. Nur wenige Kilometer weiter trabt dann die nächste Elchmutter mit ihren zwei Kindern gemütlich am Ufer flussaufwärts.
Wir sind zufrieden!

29.6., Freitag, Dawson

Eine abenteuerliche Reise neigt sich dem Ende entgegen. Wir schlagen unser Lager in Dieter Reinmuths Hostel auf. Die vielen Hinweis- und Verbotsschilder auf seinem Platz lassen schnell erahnen, dass er seine Wurzeln in Deutschland hat. Winken) Aber sie sind jedes Mal auf liebevolle Weise gemacht und laden zum Schmunzeln ein. Dieter wird uns in drei Tagen nach Whitehorse zurück bringen. Bis dahin lassen wir es uns in Dawson gut gehen, feiern den erfolgreichen Ablauf unserer Reise, kaufen ein paar Geschenke ein und haben das Glück, den Unabhängigkeitstag der Kanadier, den 1. Juli, in diesem urigen Goldgräberstädtchen mitzuerleben.



In wenigen Tagen geht’s zurück nach Deutschland, aber ein Teil von mir bleibt hier.
…….und den werde ich früher oder später besuchen!
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BeitragVerfasst am: 05.08.2007, 17:01    Titel: Antworten mit Zitat

Zwischenzeitlich habe ich noch einen kleinen Videoclip zusammengestellt.
Leider gibt’s wohl kein Tool, um ihn hier einzustellen. Traurig
Ihr findet ihn aber auf meiner Seite. Cool

Grüße
Buschmann
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