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Buschmann Administrator

Anmeldedatum: 22.11.2006 Beiträge: 887
Wohnort: Adlkofen
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Verfasst am: 08.02.2008, 01:13 Titel: |
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| mountain man hat Folgendes geschrieben: | | Die Geschichte von Alex Supertramp zeigt uns, daß ein Totalausstieg eigentlich fast unmöglich ist.... |
Nun ja, das war ja auch gar nicht die eigentliche Intention.
Auch diese "Reise" hatte ja wohl eher viel mehr die "Selbstfindung" als Ziel.
Der Mensch ist kein monogames Lebewesen, das war Mc Candless sehr wohl bewusst und das sicher schon vor Beginn seines Trips.
Viel interessanter finde ich seine Handlungsweise und was wir daraus lernen können.
Da ist auf der einen Seite die Selbstverständlichkeit des Lebens - nicht des "Überlebens"! (Dass sich frei machen von materiellen Zwängen schließt nicht aus, dass man vielleicht auch mal bei einer Burger-Kette arbeitet.)
Und da ist auf der anderen Seite schlichtes Versagen. Probleme, die sich bei näherem Betrachten in Luft auflösen, werden zum unüberwindbaren Hindernis weil man nicht genauer hinschaut, sich nicht ein paar Minuten Zeit nimmt, die Lage mal ruhig zu bewerten.
Nicht nur in der Wildnis endet das mitunter tödlich.
Grüße
Buschmann |
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Replay Moderator

Anmeldedatum: 22.03.2007 Beiträge: 222
Wohnort: Voralpen, also vor den Alpen ;)
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Verfasst am: 08.02.2008, 12:12 Titel: |
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Unmöglich ist ein Totalausstieg nicht, er muß nur gut vorbereitet sein. Wenn natürlich ein reiches Söhnchen auf die Idee kommt, keinen Bock mehr zu haben, alles vorne und hinten reingesteckt zu bekommen und dann mal schnell die Fliege macht, ist sowas mehr oder weniger zum Scheitern verurteilt.
Er hatte von der Natur und wie man draußen überlebt keine Ahnung. Er erfror, obwohl genügend Material um ihn herum war, welches warm macht und gut isoliert. Das muß man halt sammeln, bevor der Winter kommt. Er hatte mit einem Bus ja eine sehr gute Behausung, das Dämmaterial war regelrecht in Griffweite und er erfror trotzdem.
Wenn ich richtig informiert bin, wurden die Szenen mit dem Bus am Originalschauplatz gedreht, das ist der originale Bus und der Bus steht da immer noch.
Grüße
Replay _________________ Viele Menschen sehen die Dinge, wie sie sind, und sagen - warum?
Ich aber träume von Dingen, die nie gewesen sind, und sage - warum nicht? |
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Buschmann Administrator

Anmeldedatum: 22.11.2006 Beiträge: 887
Wohnort: Adlkofen
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Verfasst am: 08.02.2008, 14:40 Titel: |
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Ich glaube,, so wie es der Film zeigt und auch Krakauer beschrieben hatte, dass Mc Candless durch die Vergiftung der wilden Kartoffelkeime so geschwächt war, dass er sich letztlich nicht mehr für die Nahrungssuche aufraffen konnte und an Entkräftung gestorben ist.
Aber das ist zweitrangig. Richtig ist, dass er vom Überleben in der Natur teilweise erschreckend wenig Ahnung hatte.
Es ist ein absolutes Tabu, sich fernab der Zivilisation von Dingen zu ernähren, die man nicht hundertprozentig kennt.
Ganz zu schweigen von den Möglichkeiten der Überquerung des Flusses.
Grüße
Buschmann |
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dhess Spaziergänger
Anmeldedatum: 01.01.2008 Beiträge: 49
Wohnort: Schweiz
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Verfasst am: 08.03.2008, 20:59 Titel: |
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Nun kann ich endlich auch posten - buch gelesen film muss ich noch kuken
Was mich am meisten beeindruckt hat an der ganzen Story ist der Sog der von der Wildnis auf Chris ausging. Das selbe gilt auch für viele andere Leute doch welche schon wagen es sich selbst aufzumachen und sich ein neues Leben zu kreieren - nach eigenen Vorstellungen?
Er war sich mit Sicherheit bewusst das er dabei umkommen konnte (wie er ja geschrieben hat) und hat es trotzdem gewagt.
Das spannendste an der ganze Geschichte find ich wie man merkt wie er zu sich selbst findet und wie sich seine Persönlichkeit verändert.
Mich nimmt wunder ob ich mich jemals wagen werde ähnlich auf die Natur einzugehen wie Chris das tat. Das heisst jetzt nicht das ich nach Alaska spazieren will und dort in nehm Bus mein Leben lebe, sonder meine Träume umsetzten werde. Der Alltag hält einem irgendwie gefangen und wenn der Chef sagt das man keine Ferien bekommt dann bleibt man einfach weil die Angst zu gross ist das sich zu viel ändern könnte wenn man es nicht tut.
Heute Morgen sass ein junger Mann - um die 24 (ca. ) - gegenüber von mir im Zug. Als ich meine Kamera überprüfte fing er ein Gespräch an. Nach einiger Zeit stellte sich heraus das er Bäcker ist und soeben den Job gekündigt hat. Ich hab Ihn dann gefragt weswegen er das getan hätte. Er meinte nur - weisst Du das Leben ist zu kurz um zu Arbeiten. Ich konnte bei meinen Eltern leben und habe das Geld das ich während der letzten Monate verdient hatte zur Seite gelegt. Jetzt geniess ich das Leben wieder mal.
Nach dem ich mein Ziel erreicht hatte habe ich über die Worte nachgedacht und war erstaunt wie Mutig er war. Eigentlich war es ja nicht dumm was er tat - zumindest nicht aus meiner sicht - und doch schien es mir unüberlegt und kurzsichtig. Es beschäftigt mich jetzt noch und ich frage mich was passieren würde, wenn ich der gleichen Idee folgen würde und von Heute auf Morgen mein Leben 180° wenden würde. Ich werde es ganz bestimmt nicht tun. Meine Erziehung - auf die ich sehr stolz bin - sieht ein geregeltes Leben vor, was in meinen Augen heisst, das ich zumindest einen anständigen Abschluss hinbekommen will um mich nachher für einige Zeit unbeschwert dem Reisen widmen zu können.
Was denkt Ihr darüber?
Cheers |
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mountain man Moderator
Anmeldedatum: 25.04.2007 Beiträge: 375
Wohnort: Gundelsheim
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Verfasst am: 09.03.2008, 16:13 Titel: |
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Hallo, Dhess,
um den Weg so einen Ausstieg und Selbstsuche zu machen, wie Alex Supertramp, braucht es natürlich einen besonderen Anlass, den er ja hatte.
Jeder muß den Weg der Selbstsuche auf seine eigene Art gehen, ich z.B. habe meine Selbstsuche schon lange beendet, da ich den Sinn für mein Leben als Christ gefunden habe.
Unsere Erziehung, die zum großen Teil auf ein geregeltes Leben, feste Arbeit usw. hinausläuft, ist oft nicht mehr so haltbar, wie es noch Jahre zurück war.
Die Gesellschaft und das Arbeitsleben hat sich sehr geändert, nur das Denken in den Köpfen oft noch nicht.
Wer heute eine Ausbildung macht, kann nicht sicher sein, in 10 Jahren noch das gleiche zu tun. Das Berufsleben ist heute sehr schnelllebig geworden.
Die Gesellschaft beeinflußt uns heute sehr, durch die Medien und anderen Instutitionen, die uns manipulieren und letzten Endes festknebbeln will, in ihrem Sinne.
Wer es nicht schafft, sich dieser ständigen Berieselung von Informationen in allen Bereichen zu befreien, der ist verloren.
Es ist wichtig zu erkennen was will ich, wer bin ich, was ist mein Weg usw.
Diese Fragen werden durch die ständige Informationsflut der wir ausgesetzt sind, oft schon indirekt für uns beantwortet.
Wer traut sich den heute noch, anderst als die Masse zu sein? Seinen eigenen Weg zu gehen, auch wenn es nicht im Sinne der Allgemeinheit ist? Wie weit sind wir davon abhängig, was andere von uns erwarten oder von uns denken? Leben wir oft nicht immer so, wie es andere von uns erwarten? und nicht so, wie wir es gerne wollen?
Ich hatte mal an anderer Stelle hier im Forum sinngemäß geschrieben: Individualisten sind heute nicht gern gesehen, da sie für die Manipulanten schwer zu erreichen sind und ein "schlechtes Beispiel" für die Masse geben können. Sie werden zwar von der Masse oft bewundert, meist heimlich, aber es denen nachzutun, trauen sich die meisten nicht.
Der Bäcker hatte in deinen Augen recht und du bewunderst ihn deswegen. Zurecht, was er tut ist mutig, aber nicht ganz verrückt, er hat ja noch die Sicherheit durch das Elternhaus.
Er macht etwas, was viele wollen, sich aber nicht trauen.
Warum nicht?? Es entspricht nicht der Norm und nicht dem, was uns anerzogen worden ist.
Allerdings tritt heute immer mehr das Sabbatical in Erscheinung und immer mehr Leuten wollen oder müssen ( da ausgepowert) dies in Anspruch nehmen und bereiten sich dem entsprechend darauf vor.
Aber du mußt erst mal deine Ausbildung fertig machen und sparen, versuche mit wenig Geld auszukommen und mache zum Ausgleich deiner Arbeit viele Kurztouren. Du wohnst doch im Bergeparadies.
Touren und Überlebenstraining führen uns immer wieder auf das Eigentliche im Leben hin und helfen uns, das Leben zu genießen und wieder mit ganz anderen Augen zu sehen.
In der Natur erleben wir die Reinheit und Klarheit, welche uns im normalen Alltag oft verloren geht. Darum ist es wichtig, daß wir die Erkenntnisse und Erlebnisse auf Touren usw. im Alltag mit hineinbringen. Dazu braucht es keinen Totalausstieg, wie bei Alex Supertramp.
Gruß
Ingo |
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dhess Spaziergänger
Anmeldedatum: 01.01.2008 Beiträge: 49
Wohnort: Schweiz
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Verfasst am: 09.03.2008, 16:21 Titel: |
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Hi mountain man,
Was Du schreibst mit der Informationsflut ist richtig. Als Informatiker kann und muss ich das ja bestätigen und erlebe es immer wieder wie es gar nicht möglich ist alles aufzunehmen.
Leider besteht die Gefahr in diesem Job den Anschluss zu verlieren. Beschäftigst Du dich 2 Monate nicht mit der Materie bist Du schon wieder ein stück hintendrein und das merkt man noch recht schnell.
Es stimmt natürlich auch das man nicht den gleichen Job behält über Jahre hinweg und das macht das Reisen doch auch leichter - in meiner Sicht zumindest. Wenn man sich anpassen kann und für neues bereit ist ist kann man das oben beschriebene "Problem" auch ein wenig leichter angehen.
Grüsse aus der Schweiz. |
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