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Edmond Spaziergänger
Anmeldedatum: 31.01.2005 Beiträge: 3
Wohnort: Nidau CH
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Verfasst am: 04.10.2005, 19:37 Titel: Korsika - Bergwanderung |
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Ein kleiner Tipp für Trekker, die nur wenige Tage zur Verfügung haben und eine Genusstour in Korsika machen möchten.
Karte:
MONTE D’ ORO - MONTE ROTONDO 4251 OT TOP 25
Korsika - Bergwanderung
Reise von Biel nach Corte
Nach langer Nachtfahrt konnten wir in der Morgenfrühe in Livorno aus dem Zug steigen. Der Bahnsteig war Menschenleer, nur wir schlenderten mit gemischten Gefühlen durch die Bahnhofhalle. Einige Männer mit abgetragen Kleider sassen auf der Rundbank bei der Billetausgabe und warteten auf etwas das sich Ereignen wird. Die Fähre die uns nach Bastia bringen soll, läuft um 8:15 aus und die Uhren zeigen erst 3 Uhr 45 an. Was macht man bis 8 Uhr? Das ist eine gute Frage. Die Bänke waren besetzt von den „Schlafenden“, uns blieb nichts anderes übrig als die Rucksäcke an die Wand der Bahnhofshalle zu stellen und als Sitzfläche mit dem harten Bode vorlieb zu nehmen. Ein einziger von uns rollte seine Schaumstoffmatte aus und legte sich darauf. Und kaum zu glauben, er schlief bald ein. Ein Geschrei von einigen Männer durchdrang die Halle, schrill die Stimme einer Frau, zwei Polizisten eilten herbei und bald war wieder Ruhe. Nach 6 Uhr konnten wir den Duft von Kaffee riechen. Bald standen wir an der Bar, wie herrlich ist so ein Expresso nach der langen Nacht. All unsere Lebensgeister wurden geweckt und fröhlich war das Gespräch. Die Zeit verging schneller, als in den frühen Morgenstunden. Lebhaft betraten die Menschen die Halle, kauften Fahrkarten, diskutierten kurz mit Freunden und eilten dem Bahnsteig zu. Auch für uns ist es Zeit zum aufbrechen, vor dem Bahnhof war die Busshaltestelle. Reger Betrieb herrschte, viele Busse fuhren in die verschiedenen Stadteile. Es war gar nicht einfach den richtigen Bus zu erwischen der an den Hafen von Livorno fuhr. Kurz vor 8 Uhr betraten wir die Fähre, es war knapp. Die Fähre war viele Stockwerke hoch, wir stiegen die Treppen hoch bis wir zu oberst auf dem Deck standen. Einige Passagiere schlenderten auf dem Deck herum und genossen die Sicht auf den Hafen. Laut dröhnte das Horn, wir liefen aus. Nach der Ausfahrt aus dem Hafen die grandiose Sicht zum Horizont, das „Blaue Band“. In 4 Stunden wird die Fähre in Bastia anlegen. Wir genossen die Überfahrt auf dem Deck. Auch verwöhnten wir uns, das reichhaltige Buffet bot einiges an kulinarischen Leckerbissen. Wirklich, fast zeitlich genau fuhr die Fähre in Bastia ein. Eine lange Autoschlange floss auch dem Bauch des Schiffes und nach kurzer Zeit war der Spuk vorbei. Wir schlenderten durch die „lährmige“ Stadt dem Bahnhof zu. Leider haben die Korsen am 12. September den Fahrplan gewechselt, der Zug nach Corte fuhr eine Stunde später. Aber was macht das schon! Nach langer Fahrt durch die malerische Landschaft fuhr der ratternde Zug nach 16 Uhr in Corte ein. Corte ist unser Tourenausgangsort. Nun stehen wir fünf fragend vor dem Bahnhof, wo ist ein geeigneter Campingplatz, das war die aktuelle Frage. Eine Orientierungstafel half uns weiter. In einem Dorfladen konnten wir einkaufen für unser Nachtessen. Und nach etwa 500 Meter zu Fuss betraten wir den Platz. Wir freuten uns, denn er entsprach unserer Vorstellung. Nach dem aufstellen der Zelte, begann unser Koch gleich mit dem Kochen. Er beglückte uns mit Kartoffeln im Schlafrock, Käse von der Insel und passend dazu einen guten Landwein. Wir genossen den Abend vor dem Zelt. Sahen den vorbei fliegenden Feldermäuse zu und sind in Gedanken auf der Wanderung. Da wir alle ein Schlafmanko hatten zogen wir es vor, früh in die Schlafsäcke zu schlüpfen, denn Erholung war gefragt.
1. Tour
Wanderung durch die Schlucht Tavignano.
Corte 409 – Gorges du Tavignano – Ref. de la Sega 1166.
Laut heulte ein Jagdhund mit seinem Gebell den zunehmenden Mond an. Dagegen hörte sich der Hahnenschrei in der Morgenfrühe fast romantisch an. So um 7 Uhr wurden wir aktiv. Der blecherne Ton der Pfanne, ein gähnen, ein zaghafter Morgengruss. Bald sassen wir beisammen und genossen unter freiem Himmel unser Morgenessen. Die Sonne beleuchtete die Mauern der Burgruine, der Himmel war Wolkenlos, ein schöner Tag kündigte sich an.
So um 8 Uhr wurden die Säcke auf unsere Schultern geladen und die Tour begann. Gemächlich schlenderten wir aus dem Camp. Einige Frühaufsteher begrüssten uns und wünschten eine gute Tour. Ein kurzes Wegstück mussten wir auf Asphalt gehen. Dann kam die Abzweigung, unser Pfad der uns in die Gorges du Tavignano führt. Nun betraten wir den Bergweg, der uns mit seiner typischen Macchia begrüsste, jenen knie-, manns-, meist haushohen Strauchwald, der wie ein gigantisches Kräuterbord duftete. Aromen von Thymian, wildem Salbei, Oleander, Lavendel, Ginster und Baumheide steigen uns in die Nase. Wir betraten den Traumpfad der Insel. All die Schönheiten der Natur konnten wir kaum aufnehmen, es waren zu viele. Bunt die Felsen, tiefgrün die Tannen und Föhren. Wie ein Silberband schlängelt sich der Bergbach mit seinem kristallklaren Wasser durch die Schlucht. Ab und zu blieben wir stehen. Eindrücklich waren die kleinen und grossen Wasserfälle, die ausgewaschenen Becken. An besonders schönen Aussichtsorten hielten wir an und bewunderten die Naturschönheiten. Nach der Mittagsrast öffnete sich das Tal, hoch in den Himmel ragen die Berge. Der Fluss wurde breiter und ruhiger, es war wie im Konzert, zuerst forte dann piano. Das Panorama ist in seiner wildromantischen Schönheit einmalig. Über uns glänzte die Sonne durch wolkengesprenkeltes Azzur. Uns umgibt ein weites Tal mit einem lichten Feenwald. Wir konnten die Säcke in der Nähe der Segahütte abstellen. Ein idyllischer Biwakplatz, einige Meter von den Zelten entfernt ergiesst sich ein kleiner Wasserfall über Kaskaden in ein grosses Felsenbecken. Die besten Plätze wurden ausgesucht und bald standen die Zelte. Nach der Tour den Lohn. Wir standen beim Felsenbecken und wagten ein Bad das sehr erfrischend war. Wir sassen zusammen und plauderten, die Zeit verging. Unser Koch klapperte mit den Pfannen, zwei Männer wurden zur Hütte geschickt, sie sollen Wein holen. Zufrieden sassen wir unter den Föhren, leicht zog der Wind durch die Nadeln und wer gut hinhörte, der konnte die Sinfonie des Windes lauschen. Allen mundete das einfache Nachtessen.
Menü:
Risotto, Caprice des Dieux und korsischer Landwein.
Zufrieden sassen wir noch eine Weile beisammen, plauderten von der Etappe und freuten uns am Erlebten.
2. Tour
Ref. de la Sega 1166 – Berg. Tramizzole 1427 – Berg. de Lenze 1593 – Lac de Goria 1852.
Schweigsam, aber nicht mürrisch wurden emsig die Zelte abgebaut. Fast lautlos schlichen sich die Trekker zum Morgentisch. Behutsam schickte die Sonne ihre Strahlen durch den lichten Föhrenwald. Ein wunderbarer Tag kündigte sich an. Die ersten Schritte führten durch den Wald, dem Bergbach entlang. Allmählich stiegen wir höher, der Wald wechselte in Buschwald. Mächtige Buchen unter denen das Vieh Schatten und bei Regen Unterschlupf fand beherrschten die Landschaft. Abwechselnd war das Gehen, mal unter schattigen Bäumen, durch die baumlose Macchia. Die Sonne brannte auf uns, die Schweissperlen färbten die Kleider mit weissen Rändern. Sorglos folgten wir dem Voranschreiteten. Als die Sonne im Zenit stand, erreichten wir die Stelle wo der Fixpunkt war. Einladend das grosse Felsenbecken, kristallklar das Wasser. Die Säcke flogen zu Boden, so auch die Kleider. Alle genossen ein Bad. Unser Koch war wieder aktiv. Zum Apèro wurde gerufen, all unser Lebensgeiser weckte ein Bastis. Später servierte er eine schmackhafte Hafersuppe. Uns geht es kulinarische sehr gut, die Küche ist abwechslungsreich wie die Landschaft. Nach dem Mahl erlaubten wir uns eine ausgedehnte Siesta. Bewegung kam in die Gruppe, die Rucksäcke wurden gepackt. Noch einmal wurde die Landschaft mit der Karte verglichen, und los ging es. Jedoch nicht wie am Morgen, den Steinmannli nach, nein der Voranschreitende ging Pfadlos durch die Macchia. Zum Glück war das Gestrüpp sehr kurz und wir konnten oft den „Kuhweglein“ entlang gehen. Steiler wurde der Anstieg, sicher als wäre unser Führer schon oft hier durch diese Gegend gewandert, schritt er zum Fixpunkt 1593 der Berg. de Lenza zu. Es wurde keine Pause gemacht, weiter schritten wir dem Hang entlang der ins Tal hinein führte. Im Talgrund sahen wir nur noch Ruinen, hier verbrachten vor Jahren Hirten den Sommer. Heute ist dies anders, die Hirten haben ihr Bauernleben aufgegeben. Ihre Weideplätze sind Campingplätze. Ihre Kühe Touristen. Still war dieses Tal, leicht stiegen wir zum Bergbach hinunter. Ein Blick in den Talkessel hinein war fragend, denn vor uns baute sich eine steile Felswand auf über die, ein Wasserfall tosend in die Tiefe fiel. Ruhig und gelassen stellte unser Mann den Rucksack beim Bach ab. Er sagte, vor dem letzten grossen Aufstieg sei eine kleine Pause gut, zudem können wir hier noch Wasser trinken. Der Aufstieg war wirklich sehr felsig, ab und zu brauchten wir die Hände zum sichern. Wir schafften auch diese Passage. Auf 1892 m war der Höhepunkt des Tages hinter uns. Der Lac de Goria, der leuchtend blau in der Sonne schimmerte, begrüsste uns. Unsere Tages Etappe haben wir geschafft meinten wir. Doch der älteste von uns, belehrte uns anderes und sagte. Hier können wir keinen guten Biwakplatz finden, hinten im Talgrund sei auf der Karte eine Fläche eingezeichnet, dort sind bestimmt gute Biwakplätze zu finden. Es ging weiter am linken Seeufer entlang. Ein Pfad war nicht zu finden, so ging’s halt mal wieder über Stock und Stein. Unser alter Mann hat sich nicht getäuscht, wir betraten einen Traumplatz. Bald standen die Zelte am Ufer des Bergsees. Alle waren zu frieden. Wir konnten im See schwimmen, die Ruhe der Bergwelt in uns einfliessen lassen. Bald war die Anstrengung des Tages kein Thema mehr. Das Nachtessen wurde vorbereitet. Dazwischen wurde ein Apèro serviert. Wir sassen um den Koch herum und sahen ihm zu wie er fachmännisch unser Abendessen kochte.
Heute servierte er
Mais – Sojaklösse- Jägersausen
Dessert
Apfelschnitze mit Williams
Die Sonne verschwand hinter der Felswand, es wurde kühl. Kurz zeigte der „Älteste“ wo es Morgen entlang geht und meinte es werde eine zünftige Bergtour.
3. Tour
Lac de Goria 1852 – Brèche de Goria 2143 – Lac Capitello 1930 – Punta alle Porta 2312 – Punkt 2042 – Boca a Soglia 2052 – Punkt 1960 – Col de Rinoso 2170 – Boca Muzzela 2206 - Ref. de Petra Piana 1842.
Der Mond machte die Nacht zum Tag, das sagten alle die aufstehen mussten. Auch schliefen nicht alle gut und waren froh als es richtig Tag wurde. Vor dem Frühstück wurde gepackt. Eine leichte Spannung war unter uns, denn jedes wusste, dass wir heute vier Pässe überschreiten werden.
Gemächlich, mit ruhigem Schritt ging der „Älteste“ wie jeden Tag vorab. Er fand auch heute den guten gehbaren Pfad. Leicht stiegen wir bergan, freuten uns an der Weitsicht, die sich je höher wir kamen erweiterte. Von einem Pfad ist nicht mehr zu sprechen, es ging nur noch über Geröll und Steinblöcke. Einige Steinmannli weisen die Richtung. Nach einer Stunde aufstieg strahlte unser Führer und sagte freudig, „wir sind auf dem Pass“. Die Aussicht war einmalig in alle Himmelsrichtungen. Doch etwas gefiel dem alten Mann nicht, es sind die Zeichen am Himmel. Föhnfische und hohe Eiswolken bauten sich auf, ein typisches Schlechtwetterzeichen. Von einer längerer Pause auf der Brèche de Goria 2143 wollte er nichts wissen. Obwohl im Westen noch wolkenloser Himmel vorherrschte, wurde der Abstieg unter die Füsse genommen, denn noch 3 Pässe warten auf uns. Nun ist Trittsicherheit und Konzentration gefragt. Der Abstieg durch den Geröllhang war nicht leicht, doch ein geübtes Auge findet immer eine gangbare Möglichkeit. Zum Glück sind wir alle erfahrene Bergsteiger und haben solche Abstiege schon öfters gemacht. Als wird den Talboden erreichten, schauten alle zum Pass hinauf und fragten wo sind wir eigentlich durch gegangen. Nach der verdienten Pause steigen wir auf guten kompakten Felsbändern zum Lac Capitello 1930 hinauf. Tiefblau lag der See in seinem Felsbett. Glatt wie ein Spiegel war seine Wasserfläche. Weiter unten grüsste der Lac de Melo 1711. Wir staunten nur noch und das Gesehene wird Tage brauchen bis die Bilder verarbeitet sind. Die ersten Nebelwolken bauten sich am Südgrad auf. Wir gingen Sorgenlos weiter. Oberhalb des Sees mussten wir durch ein Coulvar steigen. Vor uns waren zwei am Aufstieg, das gefiel unserem Grossvater nicht, er liess uns anhalten. Denn von herabstürzenden Steinen hält er nicht viel. Nach einigen Minuten bewegten wir uns wieder, bald standen wir auf dem Punta alle Porta 2313. Eine kleine Verschnaufpause und weiter ging es, dann verschwand er wieder mit Windeseile. Wir genossen die Grattour. Ein weiterer Pass Bocca a Soglia 2052 wurde überschritten. Weiter ging es bis zu dem grossen Stein. Hier gönnten wir uns eine viertel Stunde Ruhe, mehr lag nicht drin, denn der Wetterumschlag ist stündlich zu erwarten. Bis zur Hütte, unser Ziel, waren es noch etwa 2 Stunden. Der Alte war hartnäckig, er möchte wenn es möglich ist, trocken die Hütte erreichen, was verständlich war. Ein Blockfeld das wieder einiges von uns fordert würde durchquert. Dann der Aufstieg durch Nidererlenbüsche auf dem ausgeschwemmten Pfad zum Col de Rinoso 2170 hinauf war alles andere als ein Vergnügen. Aber dies ist alles freiwillig und vermutlich haben alle ihren Plausch daran. Nach dieser Passage, konnten wir wieder auf gutem Pfad uns bewegen. Das Wetter spielte mit uns und wir mit ihm. Positive Gedanken können einiges bewirken, nicht nur bei Menschen auch beim Wetter. Fröhlich und zuversichtlich schritten wir durch das steinige Bergtal. Der letzte Pass in Sichtweite. Bocca Muzzella 2206, eine wahre Augenweide war die Sicht nach Osten. Das Meer reflektiert die Sonnenstrahlen, wer hatte damit gerechnet. Schafe stiegen den Berg hinauf, dies ist eigentlich ein gutes Wetterzeichen. Aber wir sind in Korsika und da ist vieles anders. Leicht absteigend durchquerten wir den Hang. Wir waren froh, dass es Wolken hat, denn mit prallem Sonnenschein würde es ziemlich einheizen. Der Abstieg ging zügig, es wurde von Bier gesprochen und die Fantasie kannte keine Grenzen. Wir sahen die Hütte, einige Zelte standen schon, die besten Plätze sind vergeben. Zuversichtlich stiegen wir hinab. Bei der Hütte angekommen war nicht mehr die Rede von Bier, wir inspizierten die noch freien Plätze. Einige waren noch frei, jedoch nicht so geeignet, denn sie waren dem Wind ausgesetzt. Auf der Ostseite der Hütte waren tatsächlich noch 3 brauchbare Plätze frei. Wehmütig dachten wir an den La de Goria. Nun was blieb uns übrig, die Zelte wurden aufgebaut. Keine einfache Sache, den der Wind blies sehr stark. Auch flog Saharasand uns um die Ohren. Die Zeltplachen wurden rot mit feinem Sand eingefärbt. Als alle Stoffhäuschen standen, machten wir einen Besuch bei der Hüttenwartin. Nun war wieder von Bier die rede. Unser Wunsch wurde erfüllt, wir feierten unsere grossartige Tour und freuten uns, dass unser hochgestecktes Ziel erreicht wurde. Denn ein Wetterumschlag ist alles andere als erfreulich in den Bergen, wir wissen von was wir reden. Die Hütte war bis auf den letzten Platz belegt. Wir hatten vor, wegen des starken Windes in der Hütte zu kochen. Doch wir liessen dies sein. Unser Koch packte seine Pfannen und Brenner aus. Baute aus Steinen einen Windschutz und begann mit kochen. Er schickte die erfahrenen Weinkäufer zur Hütte hinauf. Nach einigen Minuten waren diese wieder zurück, mit enttäuschten Gesichtern meldeten die Zwei, „der Wein sei ausgegangen.“ Unser Küchenboss war da nicht enttäuscht.
Heute servierte er uns trotz Wind und Wolken
Menü
Minestrone - Spaghetti
Dessert: Früchte mit einem Schuss Bastis
Für eine Plauderstunde war es ungemütlich, nach dem Tee verschwanden alle in ihr Zelt wo es angenehmer war als draussen vor dem Stoffhaus.
4. Tour
Monte Rotondo 2622 ( Nur bei gutem Wetter)
Diese Tour wurde nicht gemacht!
5. Tour
Ref. de Petra Piana 1842 – Berg. de Tolla 942 – Canaglia 720 – Savaggio 759.
Der heftige Wind, der die ganze Nacht über unsere Zelte hinweg fegte und die Zelte flattern liess, hatte am Morgen kaum an Stärke eingebüsst. Rotbraun waren die Zelte vom Saharasand. Im Osten spiegelte sich die Sonne im Meer und die Wolken leuchteten im Morgenrot. Im Westen bauten sich grosse schwarze Wolken auf. Die 5 täges Prognose sagte voraus, dass am Samstag „grand beau“ zu ende sei. Bald war der Entscheid eindeutig, wir machten das Gleiche wie alle Andern. Es wurde gepackt und eine grosse Gruppe begann mit dem Abstieg. Ein steiniger Pfad begrüsste uns, der Abstieg war harzig, denn alle mussten sich sehr konzentrieren. Allmählich wurde es flacher und wir genossen das einsame Tal mit seinem Bergbach, der ruhig in seinem Bachbett dem Mittelmeer zufloss. Eindrücklich war der harzige duftende Bergwald der uns mit seinen stämmigen Tannen begrüsste. Die roten Beeren, die Pilze, alles Boten des Herbstes. Einsam, fast verlassen standen die Häuser der Bergerie de Tolla in der Waldlichtung. Hunde bellten, Esel und Ziegen suchten auf der Weide nach Futter. Auf einem Schild war zu lesen, dass hier ein „Beizli“sei, doch niemand wollte einkehren, alle waren auf der Flucht vom aufkommenden Gewitter. Eindrücklich war die Cascade du Meli, sein Wasser stürzte in ein grosses Granitbecken, das bei sonnigem Wetter wie in den vergangen Tagen zum Baden einladend auf die Wanderer wirkte. Wir setzten uns auf die Granitblöcke und gönnten uns eine Pause. Fein, behutsam fielen die ersten kleinen Tröpfchen auf uns. Wir wussten sofort, dass es nun soweit war, alle zogen schnell ihre Regensachen über. Grösser wurden die Tropfen, Blitze zuckten das Spektakel begann. Auf gutem Forstweg wanderten wir trotz des Gewitters weiter. Beim Dorf Canglia betraten wir wieder den Asphalt, was unsere Füsse gar nicht so schätzten. Es goss ab und zu wie aus Kübeln. Endlich, nach 5 Stunden standen wir beim Bahnhof Savaggio, doch was ist hier los? Das Gebäude ist neu erstellt worden, kein Anschlagbrett mit Fahrplan. Einige Schritte weiter war der Campingplatz, der schon auf dem Weg auf sich aufmerksam machte, mit Angebote wie Sandwich und Anderes. Unter einem regendichten Dach so glaubten wir, setzten wir uns an einen Tisch. Bestellten Bier und freuten uns hier zu sein. Doch bald die Frage, was machen wir nun? Der Wirt wusste, dass der Bahnverkehr vorübergehend eingestellt wurde. Als Ersatz würde oben auf der Strasse ein Bus fahrplanmässig fahren. Ein Bus mit Deutscher Nummer fuhr vor. Unser Mann erhob sich und ging zu dem Bus und verhandelte mit dem Fahrer. Es stellte sich heraus, dass eine Wandergruppe aus Deutschland die GR 20 machte, der Fahrer holt die Trekker an bestimmtem Orten ab und hier sei ein Fixpunkt. Heute müsse er noch nach Corte fahren und eine Gruppe abholen, jedoch wann, das wisse er zurzeit noch nicht. Laut Fahrplan fährt der Bus in 1 ½ Stunde. Wir bestellten eine „zümpftige“ Fleischplatte. Auch zur Feier des Tages fehlte der Wein nicht. Nach etwa einer Stunde kam der Fahrer zu uns an den Tisch und sagte „es gehe los, wir können mitfahren“. Rasch wurden die Säcke verladen, wir sassen im Trocken. Das Tal war mit Wolken verhangen, es regnete in Strömen. Am Morgen sagte die Hüttenwartin beim Abschied, dass es bis auf 2000m herunter schneien würde. Das nächste Hoch sei erst am Mittwoch zu erwarten. Was sollen wir machen? Hier bleiben und die Zeit vertrödeln. Der Entscheid war nicht einfach. In Corte hielt der Fahrer beim Bahnhof an, wir stiegen aus, bedankten uns für die Mitfahrt und schenkten dem Mann ein „Nötli“. Bei einem Bier wurde verhandelt was zu machen sei. Wir haben schöne Touren gemacht und auf schöneres Wetter zu warten mache keinen Sinn. Wir beschlossen mit der Nachtfähre die um Mitternacht in Bastia ausläuft nach Hause zu reisen.
Edmond |
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IronMan Erfahrener Wanderer

Anmeldedatum: 14.03.2006 Beiträge: 269
Wohnort: Friedrichsdorf
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Verfasst am: 28.03.2006, 16:04 Titel: |
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Hallo Edmond,
schöner bericht mit vielen Details.
Hast dir echt mühe gegeben. Ein paar Bilder würden das ganze noch abrunden . _________________ www.benedict-frauen.de
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Flensburger Spaziergänger
Anmeldedatum: 19.05.2006 Beiträge: 10
Wohnort: Flensburg
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Verfasst am: 20.05.2006, 10:44 Titel: |
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| super Bericht, klingt gut - ich will im Sommer nach Korsika .... |
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Edmond Spaziergänger
Anmeldedatum: 31.01.2005 Beiträge: 3
Wohnort: Nidau CH
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Verfasst am: 12.12.2006, 16:16 Titel: Endlich die gewünschten Bilder |
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