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willson Gast
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Verfasst am: 31.01.2005, 11:43 Titel: Neuseeland 1995 |
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Reisezeit: 10.2.1995 - 8.4.1995
Flug: Airolinas Argentinas (Frankfurt/Main - Madrid - Buenos Aires - Rio Gallegos - Auckland - Sydney - Auckland)
Kamera: Praktica BX20 (28-70mm, 80-200mm)
Fortbewegungsmittel: Bus, Zug, Fähre
Empfohlene Reiseliteratur: Lonely Planet - Neuseeland, (Marco Polo - Neuseeland), Nelles Maps - New Zealand (Karte)
Sonstige Ausrüstung: Dreimannzelt, Schlafsack, Benzin- und Gaskocher, Wanderschuhe etc.
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10.2.1995 - Good bye Deutschland
Es muss schon eine Ewigkeit zurückliegen, dass ich dass letzte Mal ein Flugzeug betreten habe. Diesmal soll es aber richtig weit weg gehen - eigentlich geht es gar nicht weiter. Mein Kumpel Mirko und ich haben uns einen zweimonatigen Rucksackurlaub im von Deutschland geographisch entgegengesetzten Inselstaat Neuseeland in den Kopf gesetzt. Heute setzen wir diesen Traum endlich in die Realität um. 20.00 Uhr startet unser Fluggerät (Boing 747) aus der Airolinas Argentinas - Flotte vom Frankfurter Flughafen. Als Student/Zivi haben wir uns natürlich für den preisgünstigsten Flug entschieden - hoffentlich wird dort trotzdem nicht an der falschen Stelle gespart (Bordbar, Unterhaltungsprogramm... 22.45 Uhr legen wir einen kurzen Zwischenstopp in Madrid ein (bestimmt müssen die Spirituosen nachgefüllt werden?!?)
11.2.1995 - Good bye Europa
Was für ein seltsames Gefühl. Das erste Mal in meinem Leben verlasse ich Europa. 0.30 Uhr haben wir das letzte Mal Bodenkontakt mit unserem Heimatkontinent. Die Ausblicke lassen anfangs etwas zu wünschen übrig - na gut, was will man nachts auch anderes erwarten. Dank der aufregenden Kinofilme schlafe ich recht schnell ein. Des Morgens werde ich zum Glück von der Sonne geweckt, was mir die Chance gibt einige Blicke auf den Atlantik zu werfen. Wunderbar - ich sehe blau. Trotz intensivster Betrachtung hält sich die Abwechslung bzgl. der Ausblicke in Grenzen. Erst einige Zeit später erspähe ich die ersten braunen Küstenlinien Südamerikas. Der Bildungsauftrag zahlreicher Piratenfilme scheint in mir Wirkung zu zeigen - ich kann mich gerade noch zusammenreißen, um nicht dem Kapitän ein lautes "Land in Sicht!!!" zuzurufen. 8.00 Uhr Ortszeit betreten wir den fremden Kontinent (aber scheinbar nicht als Erste). Mit der preiswerten Stadtlinie fahren wir Richtung Zentrum von Buenos Aires. Dafür dauert der Trip auch etwa viermal so lang wie mit dem teureren Airport-Shuttle. Für stolze 50 US$ pro Person checken wir in dem kleinen Hinterhofhotel "Antonio" ein. Vom permanenten Lärm und dem Preis mal abgesehen, grundsätzlich empfehlenswert. Irgendwie sind unsere Körper immer noch der Meinung, Europa nie verlassen zu haben. Daher fallen wir auch relativ zeitig und erschöpft ins Bett.
12.2.1995 - Banditos
Nach dieser ausgedehnten (aber unzureichenden) Regenerierungsphase genießen wir erst mal das leckere Frühstück im Hotel. Gut gestärkt starten wir eine Erkundungstour durch das Zentrum der argentinischen Hauptstadt. Scheinbar sehen wir immer noch nicht ärmlich genug aus. Versuchen doch tatsächlich zwei unverschämte Banditos mit einer ziemlich linken Nummer sich unsere Habseeligkeiten anzueignen. Zum Glück ist Mirko den beiden Halunken auf die Schliche gekommen. Phhuu - noch mal gut gegangen! Wir lassen uns deshalb aber nicht die Laune verderben und setzen unsere Sightseeingtour durch Buenos Aires fort. Herrliches Wetter, viele neue Eindrücke und das Gelatsche quer durch die City lassen uns abends auf dem Zahnfleisch kriechen. Da wir unseren Weiterflug am nächsten Tag nicht verpassen wollen, fahren wir sicherheitshalber schon heute Abend wieder zum den Airport. Die Nacht verbringen wir mit Studien über das dort ansässige Sicherheits- und Reinigungspersonal. An Schlaf ist kaum zu denken ...
13.2.1995 - ... und weiter geht's ...
11.30 Uhr Ortszeit heben wir wieder vom International Airport Buenos Aires ab. Leider wird unsere Hoffnung enttäuscht, sich nun etwas zügiger unserem Ziel zu nähern. Nach einigen Stunden legen wir noch einen Zwischenstop in Rio Gallegos, im Süden Argentiniens, ein. Ich komme mir schon vor wie im Linienbus Annaberg - Dresden. Damit uns auch ja nix passiert, werden wir von der dort anwesenden bewaffneten Heeresmacht daran gehindert, uns zu weit (mehr als 10m) vom sicheren Flughafen zu entfernen. Nach einigen Stunden geht's endlich weiter ...
14.2.1995 - Endlich da, oder?!?
Als Student nimmt man doch alles mit, was kostenlos ist. Daher haben wir uns bei der Flugbuchung für die gratis Stopover-Möglichkeit in Sydney entschieden. Umso mehr wundern wir uns über die Ansage, dass wir jetzt Auckland anfliegen. Was soll's - immerhin hatten wir schon einige Stunden keine Zwischenlandung mehr. Für kurze Zeit setzen wir unsere Füße schon mal probeweise auf neuseeländischen Boden, bevor wir nach Sydney aufbrechen. Nach weiteren unbequemen Stunden im Flugzeug landen wir endlich in Sydney. Drei Tage haben wir uns für die australische Großstadt vorgenommen. Da wir uns mittlerweile so stark an die Flughafenatmosphäre gewönnt haben, verbringen wir die erste Nacht gleich auch noch im Airport. Wir postieren uns gleich neben den Toiletten - schließlich hat mein Magen ja auch ein Recht auf Mitsprache. Na dann - Gute Nacht ...
15.2.1995 - Ein Bett!!!
Ein neuer Tag … und mir ist immer noch kotzübel (obwohl eh nix mehr im Magen ist) - was will man mehr. Auch der Komiker, der uns mit dem Airportshuttle zum "Barkley Hotel" chauffiert, kann meine Laune nicht heben. Wir drehen noch eine kleine Runde ums Hotel, bevor ich mich 14.00 Uhr vollkommen erschöpft für die verdiente Nachtruhe entscheide...
16.2.1995 - Sightseeingtour
... und dafür 2.00 Uhr nachts wieder putzmunter im Bett sitze. Was tun mit dem angebrochenen Tag/Nacht?. Apropos "gebrochen" - endlich geht's mir wieder besser. Scheinbar habe ich den Jet Lag ohne größere Verluste überwunden. Da Mirkos Körper einen ähnlichen Tagesrhythmus hat, vertreiben wir uns bis Sonnenaufgang noch die Zeit mit dem Studium von Reiseliteratur, Kamerapflege etc. Im Dauerregen durchstreifen wir Sydney und schauen uns die wichtigsten Touristenattraktionen (die ich wohl nicht extra zu erwähnen brauche) an - schließlich muss sich der zusätzliche (Flug)aufwand auch lohnen. Wir bleiben auch diese Nacht im "Barkley Hotel".
17.2.1995 - Neuseeland, wir kommen!
Dank anhaltenden Regens fällt es uns nicht allzu schwer unseren Sydneyaufenthalt zu beenden. 14.00 Uhr Ortszeit starten wir endlich durch zu unserem eigentlichen Ziel - Neuseeland. Pünktlich 18.40 Uhr landet unsere Maschine in Auckland. Endlich kann das Abenteuer beginnen ... und es begann! Das Flughafenshuttle setzt uns beim erstbesten Backpacker ab (zum Glück hat unser Gehirn den Namen des Schuppens schon wieder verdrängt). Wir betreten eine schäbige Kneipe, die als Rezeption für die Übernachtungsbunker dient. Welch Glück - wir erwischen auch noch ein begehrtes Zimmer direkt unter der Kneipe, so dass wir uns um die abendliche Einschlafmusik nicht zu sorgen brauchen. Um sicherzustellen, dass auch jeder ankommende Reisende etwas von der Musik hat, tönt sie gleich die ganze Nacht. Unsere mehrbeinigen Zimmergenossen stört dass allerdings nicht ...
18.2.1995 - Ein Tag im Zug
Sobald wie möglich checken wir aus dieser dreckigen Spelunke aus - hätten wir uns vor unserer Reise doch lieber impfen lassen sollen? Was soll's - es kann ja nur noch besser werden! In Deutschland haben wir uns bereits ein "Pauschalticket" für Bus, Bahn und Fähre gekauft. Damit haben wir die Möglichkeit an insgesamt 30 Kalendertagen soviel und soweit mit diesen Verkehrsmitteln zu fahren wie wir wollen. Im nachhinein würde ich so ein Ticket nicht unbedingt empfehlen ... zwar haben wir insgesamt ein klein wenig gespart, hatten aber den Druck, alle Tage "abzufahren" (auch wenn uns manchmal nicht nach häufigen Ortswechseln zumute war). Wie dem auch sei, ein kurzer Blick auf den Fahrplan im Bahnhof zeigt, dass der nächste mögliche Zug uns nach Wellington bringen würde - warum nicht!?! Zwar hatten wir geplant, uns erst ein wenig auf der Nordinsel umzusehen ... aber Wellington und dann Südinsel klingt auch nicht schlecht. So sitzen wir wenige Minuten später in einem luxuriösen Wagon (Essen inklusive!) der neuseeländischen Eisenbahnlinie und genießen die vorüberziehende Landschaft. Endlich raus aus der Stadt! Am Abend in Wellington angekommen, übernachten wir in einem moderaten Backpacker (wir sind ja mittlerweile Schlimmeres gewöhnt).
19.2.1995 - Ab auf die (Süd)insel
Pünktlich 4.00 Uhr morgens jagt der Wecker uns aus dem Bett. Wir haben es ja so gewollt - schließlich soll uns die Fähre 5.40 Uhr nach Picton auf die Südinsel übersetzen. Nach dieser angenehmen Schiffsfahrt geht es von Picton gleich weiter nach Christchurch, wo wir unser müdes Haupt wieder in einer Backpackerunterkunft zur Ruhe betten. Wieder mal ein kompletter Reisetag, aber trotzdem nicht uninteressant.
20.2.1995 - Wasser marsch !?!
8.15 Uhr treten wir eine relativ lange Fahrt von Christchurch nach Te Anau an. Schon deshalb unangenehm, weil das Transportmittel ein Bus ist und nicht mehr so ein Edelzug. In Te Anau angekommen, geht es gleich mit etwa 25 kg Gepäck auf dem Rücken Richtung "Kepler Track" - nicht dass wir diese Wanderung von langer Hand geplant und uns entsprechend darauf vorbereitet hätten (was sinnvollerweise notwendig gewesen wäre). Nein, naiv und blauäugig haben wir kurzentschlossen den nächstbesten Track ausgesucht, in der Hoffnung sich nicht gerade für den unangenehmsten entschieden zu haben. Der Meinung waren wir auch - schließlich kann ja der kleine Kringel auf der Karte nicht allzu lange dauern ... So haben wir für unsere vermeintlich kurze Wanderung am nächsten Tag einen idealen Ausgangspunkt zum Ausruhen und Übernachten gewählt - direkt unterhalb der Staumauer des Te Anau Gate (schließlich will man ja beim Wildzelten nicht gleich gesehen werden). Der Sonnenuntergang am Lake ist an diesem Abend einfach phantastisch. Obwohl die niedrigen Temperaturen sich langsam durch unsere durchlässigen Schlafsäcke fressen, versuchen wir in den Schlaf zu finden und die aufkommenden Zweifel bzgl. unserer Zeltplatzwahl zu vertreiben. Wir erklären uns gegenseitig, dass es relativ unwahrscheinlich ist, dass gerade heute Nacht Wasser aus dem Stausee abgelassen wird ... Dank unseres klaren Realismus und überzeugender Naivität finden wir doch in den Schlaf - bis dieser jäh in der Nacht durch lautes Sirenengeheul beendet wird. Eine Entscheidung muss gefällt - und ein Freiwilliger gefunden werden, der sich aus seinem warmen Schlafsack pellt und in der Kälte draußen nachschaut, was dieser rücksichtslose Lärm eigentlich zu bedeuten hat. Man glaubt gar nicht, was man aus Bequemlichkeit alles ignorieren kann ... und da sich niemand findet der die Situation klären will, reden wir uns die Situation noch etwas schön, bringen bereits diskutierte Argumente gegen das nächtliche Fluten wieder hervor und schlafen irgendwann wieder ein (in der Hoffnung am nächsten Tag auch wieder auf dem Trockenen zu erwachen).
21.2.1995 - Zwei Greenhorns in der Wildnis
Die ersten Sonnenstrahlen des Tages klopfen leise aber stetig an unser Zelt. Ein vorsichtiger Blick nach draußen gibt Anlass zur Freude und Erleichterung. Wir sind weder von Wasser umgeben noch direkt drin (was wir sicherlich schon gemerkt hätten). Stattdessen verspricht der leise Morgen einen wundervollen Tag - immerhin wollen wir heute ja zu unserer ersten Wanderung aufbrechen. Voller Tatendrang packen wir unser Zelt zusammen, um so schnell wie möglich starten zu können. Der Weg ist anstrengend (vor allem mit 25 kg Gepäck und vollkommen untrainierten Körpern), aber wunderschön. Nach 20 km schlagen wir in der Nähe des Lake Manapouri unser Zelt auf. Das muss für heute an Anstrengung reichen. Da wir weder für eine Hüttenübernachtung reserviert haben (was man besser vor der Wanderung machen sollte), noch das Geld für eine feste Unterkunft ausgeben wollen, entscheiden wir uns für eine kleine Insel im Flüsschen als Nachtlager. Die Ungewissheit, ob man des Morgens noch auf dem Trockenen liegt, kennen wir ja immerhin schon von der vergangenen Nacht. Da das wilde Campieren in den Nationalparks verboten ist, hoffen wir, dass uns hier niemand sieht. Ein kurzer Blick auf unsere überaus "detaillierte Landkarte" lässt nun langsam leichte Zweifel über die erwartete Kurzwanderung aufkommen. Besser nicht drüber nachdenken - morgen ist auch noch ein Tag ...
22.2.1995 - Shoes of Fire
Die kurze Flussdurchwadung zur unserer Insel hatte ihren Preis: Leider haben meine Wanderschuhe einen kurzen Tauchkurs absolviert - mit der Konsequenz, dass sie jetzt klitschnass sind. Aber als erfahrener Trapper weiß ich mir doch zu helfen - zwei Stöcke und schon können die Treter über dem Lagerfeuer zum Zwecke des Trocknens gegrillt werden. Dumm nur, dass die Schuhe sich das Feuer auch bald darauf aus der Nähe anschauen wollen. Womit sie allerdings nicht gerechnet haben ist, dass sie dort sofort Feuer fangen (diese Idioten). Naja - nach einigen Sekunden (Minuten?) habe ich sie dann auch wieder heldenhaft durch ein Vollbad gelöscht. Jetzt habe ich allerdings zwei Probleme: Erstens sind die Schuhe wieder klitschnass und zweitens durch die sensationelle Feuernummer einige Nummern kleiner und verformt. Wer keine Probleme hat, schafft sich eben welche. Die paar Meter wird es schon noch gehen ... diese Hoffnung sollte sich aber bald als Irrtum herausstellen. Auf unserer Tagestour, zu der wir mittlerweile (und ich unter zunehmenden Schmerzen) aufgebrochen sind, hat es doch ein hilfsbereiter Wanderer für notwendig gehalten, uns darauf aufmerksam zu machen, dass die verbleibende Wanderstrecke nicht wie erwartet 15 km, sondern ca. 50 km beträgt ... na dann Füße ade! Umkehren ist was für Weicheier - also los geht's mit ein paar Resten an Nahrung, 25 kg Gepäck und ein Paar Wanderschuhen, die man eher als Folterinstrumente bezeichnen sollte. Immerhin lenkt mich der Fussschmerz von dem Hunger ab. Dieses Glück hat Mirko nicht - er muss sich ausschließlich auf seinen knurrenden Magen konzentrieren. Heute entscheiden wir uns schon nach 15 km das Nachtlager an einem malerischen Fluss aufzuschlagen, da wir des Gewissens wegen auch mal einen offiziellen "Zeltplatz" nutzen wollen. Den Abend verbringen wir noch mit Essen, Entspannen und ich mit dem Zählen meiner neu erworbenen Blasen am Fuß.
23.2.1995 - Futterneid
Widerwillig quäle ich mich früh in meine Peiniger hinein, um unsere geplante 22 km Etappe zusammen mit Mirko in Angriff zu nehmen. Zu aller Freude geht es erstmal 2 Stunden ununterbrochen bergauf. Unterwegs verspeisen wir noch schnell unsere Tagesration Haferflocken (ca. 1 Hand voll) - naja, immerhin wartet abends ja noch eine komplette Tütensuppe auf uns zwei. Zu unserem Erstaunen erwarten uns nach dem Mammutanstieg einige grün gekleidete Papageien (Kia's ?)) und lassen sich von vorbeikommenden (besser ausgestatteten) Wanderern mit Äpfeln füttern. Gierig hängen wir an ihren Lippen (wenn die Vögel welche hätten), in der Hoffnung, sie würden ein Stückchen Apfel für uns ausgehungerte Sachsen übriglassen ... Fehlanzeige. Nach einer lang gezogenen Kammwanderung mit phantastischem Blick auf den Lake Te Anau legen wir noch ein kurzes Erschöpfungsschläfchen im kargen Gras ein, bevor es wieder an den ermüdenden Abstieg geht. Nach Ewigkeiten (es kommt uns zumindest so vor) erreichen wir schließlich das Ufer des Lake Te Anau. Dort können wir endlich das Zelt aufschlagen, um uns dann genüsslich der dünnen Suppe zu widmen ... ach, was würden wir jetzt für ein paar fettige Pommes oder eine Tafel Schokolade geben! Neben unserem Zelt haben es sich zwei gut gelaunte Australierinnen breit gemacht, die genüsslich ihre Spagetti mampfen. Statt uns freudig zum Essen einzuladen (wie man es von gut erzogenen Mädels erwartet), steht ihnen eher der Sinn nach Unterhaltung und mehr (die Egoisten) ... Das Einzige allerdings, was uns interessiert, sind UNSERE Schlafsäcke und die Träume ans morgige "Schlemmermahl".
24.2.1995 - Das große Fressen
Hochmotiviert starten wir die letzten Kilometer zurück ins Örtchen Te Anau. Eine bekannte Lebensweisheit vorab: "Geh nie hungrig einkaufen". Weisheiten sind Schall und Rauch - ab in den Supermarkt und anschließend eine Portion Fish & Chips zur Abrundung! Nachdem wir uns dann langsam wieder von unserer Übelkeit erholen, steht ein Schuhkauf auf dem Programm. Nicht das meine weiblichen Gene sehr stark ausgeprägt wären, aber meine blasenentstellten Füße fordern ihr Recht. Satt und mit neuen Schuhen nisten wir uns für diese Nacht auf einem Zeltplatz bei Te Anau ein, um auch mal wieder die Freuden einer warmen Dusche genießen zu können. Etwas wehmütig, aber auch erleichtert verabschiede ich mich von meinen geschrumpften Wanderschuhen, die ihre Reise Richtung Mülltonne antreten ...
25.2.1995 - Im Land der aufgehenden Sonne?
Heute steht Passivurlaub auf dem Programm. Wir haben uns für eine Besichtigung des Milford Sound entschieden, da man diesen laut Reiseführer ja gesehen haben muss, wenn man in Neuseeland war. Nach reichlich 2 stündiger Busfahrt kommen wir am Hafen der Glückseeligkeit an, um uns anschließend in die Heerschaar japanischer Touristen einzureihen. Zusammen quetschen wir uns auf ein größeres Boot, um dann den Milford Sound in aller Pracht zu erkunden (für ca. 38NZ$). Sieht wirklich recht toll aus, aber unsere Begeisterung hält sich wahrscheinlich aufgrund der pauschalen Tourirunde etwas in Grenzen. Um den Tag noch perfekt zu machen, setzen wir uns anschließend wieder in den Bus und lassen uns bis Queenstown fahren. Das Städtchen macht einen recht netten Eindruck. Auch die Backpackerunterkunft, welche wir uns erwählt haben, ist ziemlich gemütlich. Endlich ist Ausspannen nach einem nervigen Tag angesagt!
26.2.1995 - Angriff der Kuscheltiere
Bereits 9.00 Uhr starten wir von Queenstown mit dem Bus nach Fox Glacier. Von einer Panne unterwegs mal abgesehen, verläuft die lange Fahrt problemlos. 18.30 Uhr sind wir dann endlich an unserem Ziel. Allerdings haben wir uns vorgenommen heute noch ein paar Kilometer zum Lake Matheson zu laufen, um dort unser Nachtlager zu beziehen. Wieder mal gesetzeswidrig stellen wir das Zelt diesmal auf einer Aussichtsplattform am See auf, da das die einzig passable Stelle zu sein scheint. Allerdings ist da noch die Befürchtung entweder vom Ranger ertappt zu werden bzw. früh dann von den Touristen. Der Lake Matheson ist dafür bekannt, auf beeindruckende Weise das Alpenmassiv inkl. Mt. Cook zu spiegeln. Deshalb lassen wir uns nicht davon abbringen, unser müdes Haupt samt Rest nun endlich ins Zelt zu packen, damit wir am nächsten Morgen dann diese Naturimpressionen ausgeschlafen genießen können. Den Gedanken ans Schlafen können wir uns allerdings abschminken. Erst leise und weiter entfernt, aber bald aufdringlicher hören wir lautes Scharren und Fauchen ... unsere Vermutungen gehen vom bösartigen Ranger, über herumstreunende Hunde zu Wesen, die wir bisher nur aus P18 Filmen kennen (in denen literweise rote Flüssigkeit verwendet wird). Ergebnis einer realistischen Betrachtung lässt allerdings so genannte Obusse als Übeltäter vermuten. Wir werden nie erfahren, was uns nun stundenlang wach gehalten hat, denn nachschauen will ja immer keiner ...
27.2.1995 - Ewiges Eis
Etwas übermüdet von unserer nächtlichen Tierstimmenrateshow packen wir früh unseren Krempel zusammen und marschieren 9.00 Uhr los Richtung Stadt Fox Glacier (natürlich genießen wir vorher noch den Anblick des Spiegelbildes vom Mt.Cook). 12.00 Uhr nisten wir uns schon in einer Hütte im ortsansässigen Motorpark ein. Allerdings verweilen wir dort nicht lange, sondern starten gleich darauf unsere Tour zum Fox Glacier. Obwohl der Gletscher einen spektakulären Anblick bietet, sind wir schon etwas fusslahm geworden. Wir hatten die Entfernung von der Stadt zum Gletscher doch ein wenig unterschätzt. Trotzdem lassen wir es uns nicht nehmen, ein wenig auf dem Gletscher rumzuklettern. Wie viele andere Gletscher weltweit schrumpft auch der Fox Glacier zunehmend, was man sehr gut an den aufgestellten Schildchen sehen kann. Um den Rückweg zum Städtchen etwas angenehmer zu gestalten, erklärt sich ein Touristenpärchen bereit uns mit ihrem Auto ein Stück mitzunehmen. Als Belohnung für diesen anstrengenden Tag gönnen wir uns einen großen Teller Spagetti.
28.2.1995 - 30 Millionen Jahre alte Pfannenkuchen (= Eierkuchen (sächsisch))
Zur gewohnten Zeit um 9.00 Uhr morgens ist Abfahrt in Fox Glacier - 15.00 Uhr Ankunft in Punakaiki. Natürlich lassen wir es uns nicht entgehen einen Blick auf die nahe gelegenen Pancake Rocks zu werfen - eine sehr interessante Felsformation im Meer. Irgendwie ist es entspannend zu beobachten, wie die Wellen wieder und wieder durch die Felsen toben. Eine kurze Wanderung nach der langen Busfahrt bringt am Ende des Tages noch etwas aktive Bewegung für unsere müden Glieder.
1.3.1995 - Nelson
Obwohl wir uns eigentlich vorgenommen haben hier 2 Tage zu verweilen, zwingt uns der Dauerregen jedoch unsere Entscheidung noch mal zu überdenken. So nutzen wir die suboptimale Wetterlage für eine weitere Busfahrt - diesmal nach Nelson. Nach 5 Stunden Fahrt empfängt uns das Städtchen mit der üblichen abendlichen Ruhe. Ein Backpackerhotel dient uns auch heute wieder als nächtliche Herberge.
2.3.1995 - Flipper!
Unser Bus startet heute schon 7.35 Uhr, damit wir bereits 11.00 Uhr in Wainui sein können. Für die nächsten Tage haben wir uns vorgenommen den Coastal Track im Abel Tasman National Park unter unseren Füssen hinweggleiten zu lassen. Immerhin wollen wir ja auch etwas Südseeflair erleben und uns von der Sonne einmal richtig durchbacken lassen. In einer der zahlreichen Buchten, gefüllt mit schneeweißem, feinem Sand, entscheiden wir uns für eine längere Pause. Während Mirko's Bewegungsdrang nicht zu bremsen ist und er die Umgebung erkundet, entscheide ich mich für eine ausgedehnte Sonnenruhepause. Doch lange hält es mich nicht am Strand, da meine Neugierde mich dazu drängt das Getummel im Wasser etwas näher zu betrachten. Tatsächlich, es ist ein ganzes Rudel Delphine! Da kenn ich mich doch aus - jahrelang Flipper gesehen! Da muss man nur hinschwimmen und sich am Tier festhalten, da es sich ja nichts Schöneres vorstellen kann, als mich durchs Wasser zu schleifen. Naja - ein Versuch war es wert. Immerhin bin ich bis auf 2 Meter herangekommen. Zum Trost bin ich auf meinem Rückweg zum Strand noch fast auf einen größeren Rochen getreten, der sich allerdings gerade noch rechtzeitig in Sicherheit bringen konnte.
3.3.1995 - Sunshine Tour
Heute treibt es uns nicht so eilig in die Spur. Ein ausgedehntes Morgenentspannen ist schließlich nicht zu verachten. Erst am späten Vormittag starten wir gemütlich von Whariwharungi Bay aus und traben gemächlich bis Waiharakeke Bay. Insgesamt eine sehr sonnige und schöne Tour. Das herrliche Wetter ist wirklich ein Segen und wir genießen es in vollen Zügen!
4.3.1995 - Captain "Rich"
Unsere Wanderung starten wir auch heute wieder etwas später. Immerhin schaffen wir es noch vor 11.00 Uhr loszukommen. Allerdings findet unser Marsch schon bald an der Awaroa Bay ihr vorläufiges Ende - der Track mündet mitten im Meer und setzt sich einige hundert Meter am anderen Ufer wieder fort. An ein Weiterkommen ist bis zur nächsten Ebbe nicht zu denken. Oder doch? Nach einigen Minuten frustrierten Wartens kommt doch tatsächlich ein kleiner Kahn angetuckert. Ein kauziger, gutgelaunter Mann in rotem T-Shirt fordert uns auf an Bord zu springen. Er bietet uns die Überfahrt ans andere Ufer an - die Höhe der Bezahlung überlässt er seinen Passagieren. Diesen wiederum durchweg sonnigen Tag krönen wir mit einem leckeren Essen in einem Restaurant, welches direkt an der Anlegestelle des Kutters liegt. Irgendwie haben wir soviel Luxus mitten in der Wildnis nicht erwartet. Einerseits genießen wir zwar die Abwechslung des leckeren Essens, andererseits bleiben trotzdem einige Zweifel bzgl. des Touristentempels mitten in der Natur. In der nahe gelegenen Bark Bay Hut finden wir diese Nacht Quartier.
5.3.1995 - Cleopatra Pool
Morgens 10.00 Uhr ist Startschuss. Da wir einigermaßen straff durchwandern, können wir uns nach ca. 4 Stunden auch mal eine ausgedehnte Pause bei "Cleopatra Pool" gönnen. Für eine Schwimmeinlage im Pool fehlt uns allerdings die Überwindung und die Liebe zu kaltem Wasser. Der heutige 20 km Marsch führt uns am Abend schließlich auf einen Zeltplatz nahe bei Marahau.
6.3.1995 - Sunshine Reggae
Langsam erwacht der Tag und die ersten Sonnenstrahlen beginnen schon sanft unser Zelt zu trocknen. Heute lassen wir es (wieder mal) ruhig angehen. Nach einem kleinen Frühstück spazieren wir gemütlich nach Marahau. Schon nach 30 Minuten fallen wir in das Örtchen ein und gönnen uns erstmal ein leckeres Eis. Danach stocken wir unsere Nahrungsvorräte im örtlichen Supermarkt auf. Gut, man wäre jetzt gestärkt für eine mittelgroße Extremwanderung - andererseits ist soviel Bewegung bei wolkenlosem Himmel sicherlich nicht bekömmlich. Daher entscheiden wir uns aus gesundheitlichen Gründen dafür, den restlichen Tag mit Baden und Sonnen zu verbringen. Abends geht's wieder zurück zu unserem Zeltplatz.
7.3.1995 - Good Bye Südinsel
Den Vormittag bringen wir ziemlich entspannt mit aktivem Nichtstun über die Runden. Ein wenig wehmütig ist uns schon zumute - immerhin ist heute unser letzter Tag auf der Südinsel Neuseelands. Wer weiß, wann bzw. ob überhaupt wir jemals wieder dieses wunderbare Fleckchen Erde betreten werden. 14.00 Uhr startet dann unser Bus von Marahau via Nelson nach Picton. Die Fähre setzt uns zügig nach Wellington über, wo wir in einem Backpacker nahe dem Bahnhof übernachten.
8.3.1995 - Turangi
9.15 Uhr ist Abfahrt in Wellington. Heute soll es bis nach Turangi gehen. Die Ankunft ist für 14.30 Uhr geplant und wir erreichen unser Tagesziel auch einigermaßen pünktlich. Den Nachmittag nutzen wir noch zur Vorbereitung für unsere 2-Tages-Tour im Tongariro National Park. Wir schlagen unser Zelt auf dem ansässigen Campingplatz auf und stopfen uns noch mal so richtig mit Spagetti voll. Man weiss ja nie, wann es das nächste Mal wieder etwas Richtiges zu essen geben wird - und ein unnötiges Risiko wollen wir auch nicht eingehen.
9.3.1995 - Heiße Erde
Heute ist nix mit Ausschlafen. Schon früh 7.30 Uhr geht es mit dem Bus nach Ketetahi. Das Wetter scheint uns heute keinen Strich durch die Rechnung machen zu wollen. Frisch ausgeruht und müde starten wir zur Vulkanwanderung zum Mount Tongariro. An einigen Stellen des Tracks sieht man schon erste Dampfwolken aus der Erde aufsteigen. Auf halbem Weg ergibt sich die Gelegenheit den verspannten Körper einem heißen Schwefelbad auszusetzen. Diese Möglichkeit will ich mir natürlich nicht entgehen lassen und stürze mich vorsichtig in den (fast) kochenden Bach. Die soziale Isolation aufgrund des mir nun anhaftenden Schwefelgeruchs ist der Preis für entspannende Minuten in der natürlichen Thermalquelle. Mittlerweile heizt uns nicht nur die Sonne von oben ein, sondern auch der Vulkan von unten. Wenigstens verkühlt man sich nicht, wenn man sich in den Dreck setzt. Am verbliebenen Kraterrand des Mount Tongariro machen wir daher erstmal Rast und genießen neben der Erdwärme auch die grandiosen Ausblicke auf die Vulkanseen und den imposanten Mount Ngauruhoe. Dieser klassisch gestaltete Vulkan hatte in den letzten 150 Jahren immerhin 60 Eruptionen! Eine Besteigung ist zwar möglich, allerdings fehlt uns heute dazu die Zeit (und irgendwie auch die Lust). Wir laufen noch bis zur Mangetepopo Hut und reservieren uns schon mal ein Nachtlager. Sicherlich ist die landschaftlich sehr schöne Lage dieser Hütte ein Grund dafür, dass sie meistens einen sehr guten Füllgrad erreicht.
10.3.1995 - Heißes Pflaster Rotorua
Als wir uns 8.30 Uhr langsam aus dem Schlafsack pellen, müssen wir feststellen, dass wir mittlerweile die Letzten in der Hütte sind ... sollte uns jetzt schlechtes Gewissen plagen? Ach was - wer lang schläft, kann später auch schneller laufen. Oder haben wir irgendwo überlesen, dass der Letzte die Hütte sauber machen muss? Wir frühstücken geruhsam, wandern noch gemächlich 2 Stunden bis zum Ende des Tracks und fahren zurück nach Turangi. Von dort geht es aber gleich weiter nach Rotorua - eine wirklich heiße Stadt! Aus einigen Kanalisationsöffnungen steigt sogar heißer Wasserdampf. Auch unser Zeltplatz "Kiwi Paka" (und damit auch wir) profitiert von diesem ungewöhnlich aktiven Vulkangebiet - ein Hot Pool, gespeist von natürlichen Quellen, wartet schon auf uns.
11.3.1995 - Wasserbett
Irgendwie hält unser Billigzelt nicht das, was es nie versprochen hat. Nach einer regenreichen Nacht haben wir früh im Zelt fast einen höheren Wasserpegel als vor dem Zelt. Ich habe schon angenehmere Gefühle erlebt als in einem nassen Schlafsack zu stecken, aber wenigstens ist man motiviert zeitig aufzustehen. Wir versuchen aus dem verregneten Tag noch das Beste zu machen und schauen uns etwas in Rotorua um. Auch der notwendige Einkauf wird mit abgehakt. Für Entspannung sorgt am Abend wieder der campingplatzeigene Hot Pool - eine starke Motivation mindestens noch eine Nacht hier zu bleiben ...
12.3.1995 - Regenmarsch im Whakarewarewe Park
Trotz andauernden Regens beschließen wir eine kleine Wanderung im Whakarewarewe Park zu unternehmen. Schon nach einer halben Stunde sind wir vollkommen durchnässt. Der Rückweg wird uns etwas erleichtert, da ein netter Autofahrer uns eine Mitfahrgelegenheit anbietet. Aufgrund der extrem hohen Luftfeuchtigkeit ringen wir uns durch in eine feste Unterkunft innerhalb des Zeltplatzes umzuziehen. Außerdem gibt uns das die Möglichkeit unsere Sachen etwas zu trocknen. So wird wiederum Kiwi Paka in dieser Nacht unser Heim sein.
13.3.1995 - Mud Pools
Auch heute scheint sich die Hoffnung auf Sonnenschein in Wasser aufzulösen. Um den Tag trotzdem nicht sinnlos zu vergeuden, ist ein Besuch im Whakarewarewa Thermal Area angesagt. Allerdings ist ein Besuch der Mud Pools und der heißen Geysire nicht gerade billig - aber sehenswert. Zum Glück bin ich aus versehen zum Hintereingang reingerutscht - da war es etwas preiswerter. Im Laufe des Tages verziehen sich sogar die Regenwolken (damit habe ich nach Tagen des Dauerregens überhaupt nicht mehr gerechnet) und die Sonne lässt sich in ihrer ganzen Pracht blicken. Den Abend lassen wir noch im "Hot Pool" und beim Gemeinschaftsfernsehen ("The Stand") ausklingen.
14.3.1995 - Irrgarten
Pünktlich 8.00 Uhr morgens schwingen wir uns in den Sattel der extra geliehenen Fahrräder um nach Waiotapu zu radeln. Ziel ist das "Waiotapu Thermal Wonderland" mit seinen farbenprächtigen Champagner Pools. Ein interessanter Abstecher auf dem Rückweg ist auch "Fairbank Maze", ein natürlicher Irrgarten aus liebevoll frisiertem Buschwerk. Diesen Spaß sollte man sich nicht entgehen lassen, wenn man zufällig in der Nähe ist. Allerdings gestaltet sich der Rest der Radtour etwas schmerzlicher. Da das Fahrrad nicht unbedingt meinem Körperbau entsprechend eingestellt ist und sich daran auch nix ändern lässt, melden sich meine Knie unter Protest und mit heftigem Stechen zu Wort. Naja, was soll's - da Schieben auch keine diskutable Alternative ist, muss ich eben mit meinen Knien zusammen leiden und nach insgesamt 80 schmerzhaften Kilometern schleppen wir uns über die Ziellinie am Zeltplatz. Da es uns hier so gut gefällt, wird uns "Kiwi Paka" auch heute noch nicht los.
15.3.1995 - Gammeln (1)
Irgendwie scheint unser Ruhebedürfnis noch nicht vollends befriedigt. Daher schlendern wir vormittags gemütlich durch die Stadt, kaufen ein paar CDs, tummeln uns nachmittags wieder mal im "Hot Pool" und ziehen uns abends bei einem großen Topf Spagetti noch den letzten Teil von "The Stand" im TV rein. Da wir unsere lieben Familien daheim gerne an unserem anstrengenden Urlaubsalltag teilhaben lassen wollen, bemühen wir die lokalen Telekommunikationseinrichtungen für einen Anruf ans andere Ende der Welt. Alternativ hätten wir für das gleiche Geld auch ein mehrgängiges Menü bestellen können.
16.3.1995 - Gammeln (2)
Und weil es gestern so schön war, ziehen wir heute noch mal das gleiche Programm durch: Stadtbummel, Hot-Pool-Begehung und intensive Nahrungsaufnahme. Da wir morgen unser Luxusleben wieder gegen Naturerlebnisse eintauschen wollen, müssen wir heute natürlich noch ausgiebig entspannen.
17.3.1995 - Brennender Penis
Früh packen wir unseren ganzen Krempel fix zusammen. Allerdings sortieren wir einige Sachen aus, die wir in den nächsten Tagen nicht benötigen und deponieren sie in der Rezeption von "Kiwi Paka". Die Rucksäcke sind schon so schwer genug! 14.40 Uhr startet ein (Klein)bus, der uns nach dreistündiger Fahrt am Lake Waikaremoana absetzt. Eine richtige, offizielle Haltestelle gibt es dort zwar nicht, aber der Fahrer scheint etwa zu wissen, wo der Track verläuft. Wenn wir in ein paar Tagen wieder mitgenommen werden wollen, sollen wir uns einfach an den Straßenrand stellen und winken. Naja - eine unserer Lieblingsbeschäftigungen. Für die nächsten Tage haben wir eine Tour im Urewera National Park geplant. Urewera heißt soviel wie "Brennender Penis" - wir hoffen nur, dass es kein Pflicht-Programmpunkt im Rahmen einer Marketingaktion des zuständigen Tourismusverbandes ist. Als erstes müssen wir eine Furt durchwaden, die durch den andauernden Regen der letzten Tage gut Wasser führt. Nachdem wir diese erste Hürde überwunden haben, laufen wir noch eine gute Stunde auf dem Track bis zur ersten Hütte und fallen dann in unseren wohlverdienten Schlaf ...
18.3.1995 - What a beautiful day
Gut ausgeschlafen begeben wir uns heute erst kurz nach 10 Uhr morgens in die Spur und dürfen eine sehr schöne Wanderung genießen. Das Wetter ist ideal zum Laufen, etwas wolkig und nicht zu heiß, sowie die Landschaft fantastisch. Am späten Nachmittag sind wir dann auch schon bei unserem Tagesziel angelangt - der Maurieti Hut (o.s.ä.).
19.3.1995 - Kartoffelernte
Auch heute gönnen wir uns den Luxus nicht vor 10 Uhr loszulaufen. Der Korohoro Wasserfall stellt sich uns unterwegs als attraktives Fotomodell und Ort für eine kleinere Pause zur Verfügung. Trotz eines moderaten Wandertempos sind wir schon 14.30 Uhr an der Waiopaoa Hut, wo wir schon mal unser Nachtlager inspizieren können. So bleibt uns noch genügend Zeit, um noch etwas die nähere Umgebung zu erkunden. Zu unserer Verwunderung, aber auch zu unserer Freude, stellen sich uns nahe der Hütte einige prächtige Kartoffelpflanzen in den Weg, die nur darauf warten von uns geerntet und verspeist zu werden. Den leichten Abendregen brauchen diese wohlgeformten Früchte nicht mehr am eigenen Leibe zu erleben, denn sie brutzeln in der Hütte schon ihrer abendlichen Bestimmung entgegen. Gut gesättigt und gestärkt für den nächsten Tag verschwinden wir schließlich in unseren Schlafsäcken.
20.3.1995 - Manöver
Langsam gewöhnen wir uns an das Faulenzerleben. So kommt es auch, dass wir heute ebenfalls nicht vor 10 Uhr früh die Rucksäcke aufschnallen. Das Wetter zeigt sich von seiner schönsten Seite - so können wir auch den kurzen Drei-Stunden-Anstieg zur Panekisihütte ausgiebig genießen. Zusammen mit uns lagert dort auch das neuseeländische Verteidigungsheer. Einsatzbereit sehen sie zwar nicht aus, aber immerhin haben sie sich auch mal eine Pause vom Manöver verdient. Zum Glück sind das alle harte Jungs, die lieber draußen nächtigen, so dass wir genug Platz in der Hütte finden. Da es mittlerweile ziemlich windig geworden ist, bevorzugen wir auch diese Inhouse-Übernachtungsvariante.
21.3.1995 - Warten auf den Bus
Heute läuft mal alles anders herum. Wo wir gestern noch einen Aufstieg bei schönem Wetter genießen durften, müssen wir heute einen dreistündigen Abstieg bei Nebel und Regen überstehen. Doch schon kurz nach 14.00 Uhr sind wir an unserem Tagesziel angelangt - der Onepoko-Bushaltestelle. Leider wird diese heute nicht bedient, so dass wir geplanterweise die Nacht im Haltestellenhäuschen verbringen müssen. Wenn die Sitzbänke etwas breiter wären, würde sich die ganze Sache auch angenehmer gestalten. So ist eben Körperbeherrschung und Gleichgewichtssinn beim Schlaf gefragt. Schon am Abend deutet sich an, dass die kommende Nacht ziemlich stürmisch werden könnte. Bis es allerdings soweit ist, lassen wir noch den phantastischen Sonnenuntergang, hervorgerufen durch sich ständig ändernde, interessante Wolkenformationen, am See auf uns wirken.
22.3.1995 - Waiters in the Storm
Obwohl der Sturm uns fast das Bushäuschen zerlegt hat, haben wir ein paar Stunden Ruhe finden können - von erholsamen Schlaf kann allerdings keine Rede sein. Pünktlich 9.00 Uhr morgens kommt auch schon unser Bus und kippt uns nach dreistündiger Fahrt wieder in Rotorua ab. Nachmittags ist erstmal wieder Shopping und Magendehnung durch zuviel Rumsteak angesagt. Auch eine ausführliche Grundreinigung inkl. Klamotten stellt sich als unausweichlich heraus und füllt den Rest dieses Tages.
23.3.1995 - Ab in die Sunkist
Lange hält es uns diesmal allerdings nicht in Rotorua - 12.00 Uhr mittags startet unsere Busfahrt nach Thames, das wir schon 13.30 Uhr wohlbehalten erreichen. In Thames wählen wir die Sunkist Lodge als unser heutiges Quartier - ein ziemlich gemütliches Backpacker Hotel mit großem Balkon. Dort lassen wir uns wieder mal die Spagetti ausgiebig schmecken ...
24.3.1995 - Coromandel Golf Open
Von 10.30 - 11.30 dauert unsere kurze Busfahrt nach Coromandel. Nachdem wir unser Gepäck in der Tui-Lodge abgelegt haben, stürzen wir uns in das aktive Freizeitleben. Heute Nachmittag steht Golf auf dem Programm. Leider (oder zum Glück) war niemand, aber auch überhaupt niemand, auf dem örtlichen Golfplatz zu finden. Obwohl: genau genommen war doch jemand da - Schafe! Allerdings scheinen die Tierchen nicht zu wissen, dass sie es mit blutigen Anfängern zu tun haben, denn sie zeigen nicht mal eine einzige nervöse Regung, als wir hochmotiviert und wagemutig zum Golfschläger greifen. Nach einigen Fehlversuchen bekommen wir den Golfball dann doch einige Meter weit bewegt. So kämpfen wir uns von einem Loch zum nächsten und genießen den Spaß unseres ersten Golfmatches. Nach so harten sportlichen Aktivitäten haben wir uns ein Bad zur Abkühlung verdient. Geschafft und hungrig kehren wir abends wieder in die Tui-Lodge ein. Morgen wollen wir uns die Mountainbikes schnappen, die es in dieser Lodge "for free" gibt.
25.3.1995 - Castle Rock, Kauri Grove und Waserfälle
Gleich früh am Morgen schnappen wir uns die Bikes und radeln zum Castle Rock. Die Besteigung - ca. ein 3/4 Stunde hoch und 1/2 Stunde wieder runter - lohnt sich wirklich. Der Ausblick ist einfach phantastisch. Gleich danach geht es weiter zum Kauri Grove, einer Gruppe von riesigen Kauri Bäumen - wirklich sehr beeindruckend! Wenn wir schon mal hier sind, lassen wir uns auch die Waiau-Wasserfälle nicht entgehen und vervollständigen damit noch unsere Sightseeing-Tour rund um Coromandel. Zur Entspannung versuchen wir uns noch im Angelsport, was allerdings mit nur mäßigem Erfolg gekrönt ist ... na gut, wir haben gar nix gefangen. Die Fische haben sich nicht mal für unseren liebevoll gestalteten Köder interessiert.
26.3.1995 - Fletcher Bay
In der Tui-Lodge haben wir noch Steffen, einen anderen deutschen Touristen, kennen gelernt. Er ist so nett uns in seinem Mietwagen mit nach Fletscher Bay zu nehmen. Dafür spendieren wir eine Übernachtung in unserem geräumigen Zelt. Wir nutzen den verbliebenen Tag, um eine gemütliche Wanderung zur Stoney Bay in Angrif zu nehmen. Am Abend bekommen wir noch etwas Gesellschaft zum Essen - die ortsansässigen Enten und ein verfressenes Schaf drängen sich frech mit auf unseren Naturtisch ... sie hätten ja wenigstens vorher fragen können!
27.3.1995 - Eskimorolle als Ausdauersport
Wir verlassen Fletcher Bay schon wieder, um nach Whitianga zu fahren. Noch heute denke ich sehnsüchtig an mein Lieblingshandtuch zurück, dass ich dort vergessen habe und wahrscheinlich jetzt noch den Baum mit seiner Anwesenheit schmückt ... Als bescheidene Hütte wählen wir das Buffalo Beach Resort. Da dort kostenlos Kajaks als Leihgabe zu bekommen sind, nutzen wir den Nachmittag um das Meer mit unseren Paddelkünsten unsicher zu machen. Leider begehen wir den Fehler das sichere Meer irgendwann zu Gunsten eines Landurlaubs zu verlassen - ein folgenschwerer Fehler. Wer schon mal als Leihe versucht hat bei überdurchschnittlichem Wellengang wieder in ein Kajak einzusteigen, der weiß, wie wir uns in der kommenden halben Stunde gefühlt haben ... wenigstens haben wir jetzt Erfahrung im Entwässern von Kajaks ...
28.3.1995 - "Maulwurfskolonien" am Strand
Voller Tatendrang schwingen wir uns auf's Fahrrad, welches ebenfalls als kostenlose Zugabe vom Buffalo Beach Resort zur Verfügung gestellt wird. Wir haben heute vor, uns am Strand mal richtig durchkochen zu lassen. Geplantes Ziel: Hot Water Beach. Schon die kurze Radtour durch diesen jungfräulichen Tag, der mit den ersten Sonnenstrahlen lockt, ist ein Genuss. Als wir dann endlich am Strand unserer Träume angekommen sind, bietet sich ein Bild gnadenloser Aktivität. Der Strand ist übersät mit hart arbeitenden Menschen, welche ruhelos Löcher in den Sand treiben. Da heißt es erstmal Ruhe bewahren, zuschauen und lernen. Da wir auch gerne so einen pullerwarmen Pool haben möchten, fragen wir einen freundlich aussehenden Mann vom Tiefbau, ob wir uns sein schweres Grabwerkzeug kurz leihen dürfen. Natürlich hätten wir auch gleich fragen können, ob er in seinem Buddelwahn uns ein Loch mit aushebt, aber wir wollen ja die Erfahrung gerne selber machen. Tatsächlich stoßen wir schon nach wenigen Zentimetern vertikalem Aushub auf kochend heißes Wasser. Jetzt ist uns auch der Grund klar, warum die Leute entweder knallrot aussehen oder etwas näher am kühlenden Meeresstrand ihr Badeloch gegraben haben. Also heißt es einfach noch einmal neu nach einem Baugrundstück Ausschau halten und dabei auf eine gute Wassermischung achten. Nach einiger Zeit intensiver Arbeit können wir dann endlich die wohlverdienten Lorbeeren unserer harten Arbeit in Form eines entspannenden heißen Bades mit direktem, unverbaubarem Meeresblick genießen. Ab und zu ein Sprung ins Meer, das mit genialem Wellengang aufwartet, bringt zudem noch etwas Abwechslung in die Entspannungstortur. Nachmittags treten wir mit dem Fahrrad noch eine kleine Sightseeingtour zum Castle Rock und dem Shakespeare Cliff an. Da uns den ganzen Tag lang herrlichster Sonnenschein begleitet hat, stört uns am Abend der kleine Regenschauer auch in keinster Weise.
29.3.1995 - Zeltflutung
Allerdings hat auch unsere Geduld ein Ende und der Regen beginnt während der Nacht in unserer Einstufung aus der Kategorie "Abwechslung" in die Kategorie "störend" abzusinken. Dazu trägt wesentlich die Tatsache bei, dass unsere Schlafsäcke aufgrund des wassersammelnden Zeltes langsam, aber dramatisch an Gewicht zunehmen und an Trockenheit abnehmen. Komplett durchnässt (zumindest Mirko) rutschen wir früh aus unseren Wassersäcken und entschließen uns den Tag mit etwas Zerstreuung in der Stadt zu beginnen. Als nachmittags der Regen nur noch mit einem Tropfendurchmesser von 2 mm zu Boden fällt, starten wir zu einem Strandspaziergang mit aktiv betriebener Reinigung des Strandes von ehemaligen Muschelgebäuden. Da unsere Leidensbereitschaft nicht allzu hoch ist, ringen wir uns kurzerhand durch, die Nacht im TV Raum des Resorts zu verbringen - zum Glück lassen uns die Pächter gewähren.
30.3.1995 - Mausefalle
Pünktlich 8.00 Uhr morgens treten wir unsere Reise nach Paihia an. Dabei beglücken wir Auckland mit einem Kurzaufenthalt. Da das Wetter sowieso nur Wolken und Regen bereit hält, stört uns die öde Zeit im Bus auch recht wenig. Als Nachtquartier haben wir ein nettes Backpackerhotel namens "Mouse Trap" rausgesucht.
31.3.1995 - Waitangi
Obwohl es gestern Abend noch nach Wetterbesserung aussah, beglückt uns auch der heutige Tag wieder mit z.T. sehr starkem Regen. Den Vormittag nutzen wir um unseren Wohnort für die nächsten 4 Tage nach Waitangi, der Wiege Neuseelands, zu verlegen. Trotz der hohen Luftfeuchtigkeit entschließen wir uns zur Begehung des "Waitangi Walk", der uns durch ein interessantes Mangovengebiet führt und schließlich einen beeindruckenden Wasserfall als Ziel hat. Dank der starken Regenfälle hat der wahrscheinlich sonst moderat Wasser führende Fluss mittlerweile schon fast gigantische Ausmaße angenommen. Um wenigstens ansatzweise wieder zu trocknen, gönnen wir uns zumindest diese Nacht eine feste Unterkunft.
1.4.1995 - Waterworld light
Endlich scheint und wärmt die Sonne wieder! Daher lassen wir auch keine Zeit verstreichen, um endlich wieder ausgiebig zu baden und uns dem intensiven UV-Strahlenbeschuss auszusetzen. Genug gefaulenzt - auf geht's nach Paihia. Zum sportlichen Nachmittagsauftakt schmeißen wir unsere Angelleinen wie gewohnt erfolglos ins Wasser, um anschließend gut gelockert dem sportlichen Höhepunkt des Tages zu frönen. Mutig und vollkommen unerfahren schwingen wir uns auf den für unsere Verhältnisse recht großen Katamaran. Der nette Mann vom Bootsverleih gibt uns noch ein paar gut gemeinte Ratschläge mit auf den Weg, bevor wir mit vollen Segeln in See stechen. Nachdem das Segel einige Male mit großer Wucht knapp über unseren Köpfen vorbeigepeitscht ist, bläht es sich im Wind und katapultiert uns mit aller Kraft durch die Wellen. Uns stellt sich dabei nur eine Frage: Wenn der Wind immer in die eine Richtung bläst - wie sollen wir dann je wieder zu unserem Ausgangsort zurückkommen?!? Naja - solange es noch Spaß macht, verdrängen wir lieber diese Gedanken. Da uns die Steuerung dieses Gefährts doch etwas anstrengt, entschließen wir uns zu einem kurzen Stopp auf einer sich bietenden Insel, um der Sonne die Chance zu geben unsere durchnässten Leiber wieder etwas aufzuwärmen. So schön wie die Ruhe und Wärme auch ist, bleibt uns doch nichts anderes übrig, als uns auf die langwierige Rückfahrt zu begeben. Erstaunlicherweise gestaltet sie sich nicht so schwierig wie befürchtet und nach insgesamt 4 Stunden findet unser erster Segeltörn an seinem Ausgangsort auch wieder sein Ende. Aufgrund des schönen Wetters ziehen wir am Abend wieder in unser geliebtes Zelt, um dort erschöpft in unsere Schlafsäcke zu fallen.
2.4.1995 - Gottesdienst in Paihai
Heute ist Sonntag und somit eine gute Möglichkeit endlich wieder einen Gottesdienst zu besuchen. In Paihia habe ich Glück und finde eine nette Kirche, in der heute früh Gottesdienst gefeiert wird. Die Gemeindemitglieder sind sehr sehr freundlich und fragen mich im Anschluss an die Messe ausgiebig über meinen Neuseelandaufenthalt aus. Eine ältere Dame ist so nett mich mit dem Auto wieder zurück nach Waitangi zu fahren. Für den restlichen Tag ist Entspannung angesagt. Außerdem langweilen wir die Fische noch etwas mit unseren Angelkünsten und nutzen die Zeit für die Erstellung einiger Makroaufnahmen.
3.4.1995 - Back in Auckland
Auch an diesem Vormittag können wir uns nur zum entspannenden Gammeln durchringen, damit wir kurz nach Mittag gut ausgeruht Richtung Auckland starten können. Nach vierstündiger Reise endlich in der Großstadt angekommen, quartieren wir uns gleich im Central Backpacker ein. Trotz intensiver Suche eines entsprechenden Lokals ist uns heute kein kulinarischer Abend beim Pizzaessen vergönnt.
4.4.1995 - Bye, bye New Zealand
Irgendwann musste ja der Tag kommen - und heute ist er da! Wir müssen Abschied von Neuseeland nehmen, das 2 Monate lang ein sehr interessanter Gastgeber für uns war. Etwas melancholisch schlendern wir noch in der Stadt herum und versuchen uns die Zeit bis zum Abflug heute Abend zu vertreiben. Am Nachmittag geht es zum Flughafen, der Check-In klappt problemlos und 20.20 Uhr starten wir nach Buenos Aires durch. Diesmal scheint die Durchquerung mehrerer Zeitzonen unseren Verdauungssystemen nichts anhaben zu können und nachmittags 16.30 Uhr hat uns die argentinische Metropole wieder. Da wir von Flughafenübernachtungen die Nase voll haben, fahren wir so schnell wie möglich in die Stadt und nisten uns diesmal in einem Hotel namens "Roma" ein.
5.4.1995 - Reise durch die Zeit
... zu gewohnter Zeit, um 14.15 Uhr, haben wir dann auch ausgeschlafen. Viel ist ja von diesem angebrochenen Tag nicht mehr übrig und daher entschließen wir uns nur zu einem kurzen Stadtbummel. Abends, kurz nach zehn Uhr, verziehen wir uns schon wieder in die Federn, damit der Jet Lag erst gar keine Chance bekommt. Trotz guter Vorsätze können wir uns erst 2.30 Uhr in den Schlaf zwingen.
6.4.1995 - Weiter geht's
Ungeachtet der kurzen Nacht sind wir heute früh einigermaßen fit und überstehen einen weiteren kleinen Stadtbummel ohne größere Schäden. 19.10 Uhr verlassen wir Buenos Aires schon wieder und statten der brasilianischen Millionenstadt Sao Paulo noch einen kurzen Besuch ab, bevor wir dann endgültig Kurs Richtung Europa nehmen.
7.4.1995 - Immer noch unterwegs
Obwohl der Flug nach Deutschland noch einmal durch einen kurzen Zwischenstop in Madrid unterbrochen wird, setzt die Maschine letztendlich doch noch einigermaßen pünktlich um 17.30 Uhr in Frankfurt a.M. auf. Leider ist unsere Odyssee immer noch nicht zu Ende. Halb benommen schnappen wir uns wie geplant den Zug nach Chemnitz und nähern uns damit weiter unserer Heimat.
8.4.1995 - Ein Traum nimmt sein Ende
Nach einer wenig erholsamen Nachtfahrt rollt der Zug früh 6.00 Uhr im Chemnitzer Hauptbahnhof ein. Wir werden schon von Mirkos Eltern erwartet, die uns eine Stunde später wieder wohlbehalten dem Annaberger Hoheitsgebiet zuführen. Dank des Schlafmangels können wir zum Glück noch gar nicht richtig realisieren, dass unsere phantastische Reise ans "Ende der Welt" hiermit endgültig zu Ende ist ... |
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