Hundeattacke
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Buschmann
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BeitragVerfasst am: 08.02.2007, 17:22    Titel: Antworten mit Zitat

WhyNotTry hat Folgendes geschrieben:
Joah das sagen sie und das stimmt *denk* Aber wie soll man denn da ruhig bleiben?


…..mentale Vorbereitung und dann mit aller Gewalt den natürlichen Instinkt verdrängen, der dir in dem Moment das Wegrennen empfiehlt.
Keine Chance, der Hund ist schneller, und dann beginnt die Sache mit der Beute…..

Also zunächst mal ruhig bleiben – ich weiß, das erfordert eiserne Disziplin.
Alles andere gleicht Harakiri.
Wenn der Hund trotz alledem zubeißt, gibt’s mehrere Alternativen.
Oberste Priorität hat zunächst mal, dass man auf den Beinen bleibt, zu Boden gehen ist extrem ungesund.
Wenn man dann noch einen Gegenstand hat, den man zwischen Hund und sich selbst bringen kann, hat man schon wesentlich bessere Aussichten.
Ein Fahrrad wäre zum Beispiel ein riesiger Vorteil.

Grüße
Buschmann
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Buschmann
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BeitragVerfasst am: 07.04.2007, 12:52    Titel: Antworten mit Zitat

Nun kommen wir mal zu der deftigen Variante: Der Hund hat sich trotz aller Vorsicht und deeskalierenden Maßnahmen so richtig festgebissen – ja nach Größe des Hundes kann das zum echten Überlebenskampf werden. Geschockt
In diesem Moment hilft bloß noch handeln – aber wie?

Wer hat denn schon mal so eine richtig kritische Situation erlebt?
Oder was denkt ihr, wäre eine gute Vorgehensweise, um möglichst ungerupft aus der Nummer rauszukommen Frage

Grüße
Buschmann
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BeitragVerfasst am: 08.04.2007, 18:09    Titel: Antworten mit Zitat

Wenn der Hund Anstalten macht, anzugreifen, einfach wegschauen und nicht wegrennen (!) Also stehenbleiben. Der Hund denkt, er ist das ranghöhere Tier und bricht den Angriff ab.

Falls der Hund den Angriff fortsetzt, auf den Hund einschlagen. Also auf den Hund zugehen, treten, was auch immer. Die Schwachstelle des Hundes sind die Augen und der Kehlkopf. Darum macht er die Augen zu, wenn er zubeißt. Das hindert uns aber nicht daran, nach den Hundeaugen und dem Kehlkopf zu greifen und zu schlagen.

Ganz wichtig ist, daß man seinen Hals schützt. Denn der Hund will uns an den Kragen, aber im wahrsten Wortsinn.

Andererseits bleiben noch die Weichteile, wenn das ein Rüde ist. Das ist auch eine recht empfindsame Stelle.

Grüße

Replay
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Buschmann
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BeitragVerfasst am: 08.04.2007, 18:48    Titel: Antworten mit Zitat

Replay hat Folgendes geschrieben:
Wenn der Hund Anstalten macht, anzugreifen, einfach wegschauen und nicht wegrennen (!) Also stehenbleiben. Der Hund denkt, er ist das ranghöhere Tier und bricht den Angriff ab.


Den Blickkontakt sollte man auf alle Fälle vermeiden, das ist richtig. Sehr glücklich

…allerdings gehören noch ein paar andere körpersprachliche Signale dazu. (Verhalten, durch die sich der Hund bedroht fühlt, sind oben beschrieben.)

Schlagen, Kehlkopf, Weichteile, Augen……..?
@Replay, hast du eine dieser Techniken etwa schon mal erfolgreich bei einem angreifenden Hund angewendet? Ich meine einen richtig aggressiven Hund, einer, der im Angriff so schnell ist, dass man gar nicht erkennen kann, ob es Männlein oder Weiblein ist?

Bevor die Diskussion weitergeht, möchte ich jeden eindringlich davor warnen, oben genannte Aktionen auszuprobieren Ausrufezeichen

Grüße
Buschmann
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BeitragVerfasst am: 10.04.2007, 08:43    Titel: Antworten mit Zitat

Nein, zum Glück nicht, nur theoretisch.

Allerdings überblicke ich erst mal die Lage, wenn sich eine brenzlige Situation anbahnt. Nur wenn man einen Überblick hat, kann man richtig reagieren. Also würde ich bei einem Hund versuchen zu erkennen, ob es ein Hund oder eine Hündin ist. Oder ob ein Halsband um ist. Daran kann man den Hund im Genick greifen und die scharfen Zähne vom Hals halten.

Aber, wie gesagt, reine Theorie. Scharf auf eine Begegnung der dritten Art mit einem Hund bin ich nicht und ich kam auch nicht in eine solche Situation.... Geschockt Wenn es tatsächlich mal der Fall ist, bin ich zumindest nicht völlig unvorbereitet.

Grüße

Replay
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Buschmann
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BeitragVerfasst am: 14.04.2007, 16:12    Titel: Antworten mit Zitat

hier nur mal ein kleines (und zudem sehr, sehr harmloses) Beispiel, nur um ansatzweise die Schnelligkeit des Hundes zu verdeutlichen. Besonders zu beachten ist, dass dieser Hund sehr "klar im Kopf" ist - er weiß genau was er tut, soll heißen, er handelt kontrolliert:

http://www.youtube.com/watch?v=UwVg0xMUA88

Man kann sich unschwer vorstellen, wie das bei einem Hund aussieht, der "Amok läuft". Mit Schlagen, Treten, in die Augen stechen o. Ä. ist da nix zu machen.

Was also sonst?

Grüße
Buschmann
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BeitragVerfasst am: 15.04.2007, 07:09    Titel: Antworten mit Zitat

Schlagen und Treten ist ja auch nur dann sinnvoll, wenn sich der Hund schon festgebissen hat.

Wie auf dem Video sehr gut zu sehen, könnte man ja leicht zu den Augen greifen, wenn der Biß im Arm ist. Daß das hier niemand macht, ist klar, weil das ja ein "Berufshund" ist, den man natürlich nicht schwer verletzten möchte.

Wäre dies aber ein fremder Hund, wäre es mir in diesem Moment ziemlich egal, ob der Hund ernsthaft verletzt werden würde oder nicht. So ein Hund würde eine halbe Portion wie mich ja glatt zum Frühstück verputzen... Geschockt

Grüße

Replay
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BeitragVerfasst am: 15.04.2007, 07:58    Titel: Antworten mit Zitat

Eigentlich hatte ich auf ein paar weitere Ideen gehofft….

So bleibt mir nur, nochmals ausdrücklich vor dem Schlagen, Treten etc. zu warnen: Bitte nicht ausprobieren! Im Ernstfall geht das bitterböse schief!!

Durch diese Methoden erreicht man genau das Gegenteil von dem was man möchte – das Tier wird noch aggressiver.
In traditionellen Hundeschulen, die mit den „guten alten Ausbildungsmethoden“ Böse arbeiten, kennt man auch heute noch den Begriff der „Wehrhaltung“. D.h., ein Hund der in die Enge getrieben wird, nimmt sehr schnell diese „Wehrhaltung“ ein und beißt zurück!
Praktisch sieht das so aus, dass man einen Hund festbindet und auf ihn einschlägt, der Biss kommt sehr schnell – ich hab die Methoden selbst schon gesehen.

Die andere wichtige Tatsache ist die, dass ein Hund ein ganz anderes Schmerzempfinden hat als der Mensch. Das liegt logischerweise auf der Hand, der Hund hat lediglich seine Zähne: zum Fressen, zum Spielen, um seine Welpen zu tragen, Knochen zu durchbeißen und und und. Wenn da mal ein wenig Blut läuft, wird rübergeleckt und weiter geht’s.
Da Hunde sehr gerne miteinander raufen, kämen so große Verletzungen häufig vor, und man könnte ebenso häufig Fluchtverhalten bei unterlegenen Tieren feststellen. Nichts von dem ist der Fall.
Die Zähne eines Hundes sind wesentlich härter als die Finger eines Menschen. Wenn wir also die Theorie mit dem „Augen stechen“ ernsthaft betrachten wollten, sollten wir zunächst mal schauen, wie viele Verletzungen sich Hunde untereinander im Augenbereich zufügen. Das ist ausgesprochen wenig, und selbst wenn es mal vorkommt, hindert eine solche Verletzung den Hund kaum am direkten Weiterkämpfen.

Also bitte, Finger weg von diesen Selbstmordversuchen!!

Ich schreibe später ein wenig was über effektive Methoden, ich muss jetzt erstmal zum Hundetraining. Smilie

Grüße
Buschmann
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BeitragVerfasst am: 16.04.2007, 09:07    Titel: Antworten mit Zitat

Also dann raus mit der Sprache. Ich habe keinen Hund, also habe ich natürlich nur theoretisches Wissen.

In erster Linie hat natürlich der Hundehalter dafür zu sorgen, daß der Hund nicht auf irgendwelchen Passanten rumkaut. Aber Theorie und Praxis...

Grüße

Replay
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BeitragVerfasst am: 16.04.2007, 16:50    Titel: Antworten mit Zitat

Die Intensität eines Hundeangriffes hängt zunächst mal ganz stark von der Größe, der Rasse, des Alters und nicht zuletzt von der Reizschwelle des Hundes ab.

Nur unter diesen Gesichtspunkten betrachte ich die möglichen Gegenmaßnahmen. Nachbars Lumpi, der erst hochspringen muss, wenn er dich in die Wade beißen will, kann dir zwar auch weh tun. Der findet bei meiner Ausführung aber keine Beachtung.

Grundsätzlich möchte ich betonen, dass der Mensch bei einem Kampf mit einem Hund immer Verletzungen davonträgt, oftmals sehr schwerwiegende wie durchtrennte Sehnen oder abgebissene Finger.

Der Hund ist verdammt schnell und, wie schon beschrieben, enorm „schmerzresistent“. Er hat einen unheimlich starken Biss, verletzt aber noch mehr durch Zerren und Reißen. Je stärker der Widerstand, umso stärker wird seine Aktivität.
Das heißt im Umkehrschluss, wenn ich keinen Gegenzug gebe, besteht die Wahrscheinlichkeit, dass der Hund vielleicht ganz ablässt. Dafür gibt es aber natürlich keine Garantie.
Wenn der Hund ein sehr hohes Aggressionspotential hat, dann werden wir mit Deeskalation möglicherweise nicht viel erreichen, wobei ich aber immer empfehle, diesen Weg zunächst doch zu versuchen. Idee

Ob das klappt oder nicht, zeigt sich innerhalb weniger Sekunden. Und da ist dann die Entscheidung zu treffen, ob ich mich auf den Kampf einlasse.
Wenn ich das tue, versuche ich möglichst schnell an die Kehle des Hundes zu kommen. Meist erwischt man ihn irgendwo im Körperbereich, durch sein Fell lässt er sich gut „greifen“, wird aber im nächsten Moment nach der Hand schnappen. In dem Augenblick greift die andere Hand in den Halsbereich usw.

Je größer und stärker der Hund ist, umso größer und damit auch schwieriger zu packen, ist seine Kehle. Aber im Todeskampf entwickelt der Mensch auch sehr starke Kräfte. Wichtig: Der Hund wird dabei nicht ruhig halten, da ist dann viel Bewegung im Gange. Wenn ich es schaffe, über den Hund zu kommen und ihn mit dem Knie am Boden halten kann, sind die Chancen, siegreich den Platz zu verlassen, wesentlich besser.

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