Hundeattacke
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Buschmann
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BeitragVerfasst am: 31.01.2007, 00:19    Titel: Hundeattacke Antworten mit Zitat

Ich muss betonen, was mir am vergangenen Sonntag passiert ist, ist die Ausnahme, es ist äußerst selten, und es liegt eine - vom Menschen verursachte – Störung zugrunde!
Ich stand etwa einen halben Meter vor einem Zaun, der Schäferhund auf der anderen Seite schnappte rüber und verbiss sich in meinem Arm.
Glück im Unglück war das miserable Wetter, weshalb ich nicht nur eine dicke Jacke sonder auch noch ein gefüttertes Hemd trug. Somit sind die Fleischwunden eigentlich nicht der Rede wert und die Quetschungen halten sich – auch Dank meines noch immer hartnäckigen Trainings Cool - in Grenzen.

Nichtsdestotrotz, eine unangenehme Angelegenheit, die wir, gerade auch auf Reisen, immer mit einkalkulieren müssen.

Aus diesem Grund behandele ich das Thema Hundeattacken in meinen Survivaltrainings sehr ausführlich.

Bevor ich auf eigene Erfahrungen von mir, und vielleicht auch auf die eine oder andere von euch, eingehen werde, ein paar grundsätzliche Fakten zum besseren Verständnis des Hundes:

Jeder Hund stammt ursprünglich vom Wolf ab. Es gibt keine Dokumentation darüber, dass ein Wolf jemals einen Menschen angegriffen hätte. Der Wolf und auch der Hund sind Rudeltiere, sie sind Jäger und verfügen über ein ausgeprägtes Sozialverhalten.
Aufgrund dieser Eigenschaften hat der Mensch den Wolf domestiziert.
Die Instinkte des Jägers werden dem Hund immer erhalten bleiben. Alles was sich bewegt, ist für ihn interessant, was sich von ihm wegbewegt als Beute, was sich auf ihn zubewegt als Bedrohung.
In beiden Fällen wird der Hund irgendwie reagieren. Wie er reagiert, hängt in starkem Maße von seiner Reizschwelle ab.
Seine Reizschwelle hat zum einen genetische Ursachen, sie werden zum anderen aber auch von Erfahrungen beeinflusst, die der Hund in seinen Entwicklungshasen gemacht hat.

Deshalb ist das allererste Gebot, den Hund nicht zu reizen und Ruhe zu bewahren.

Grüße
Buschmann
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Verfasst am:     Titel:

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Andreas84
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BeitragVerfasst am: 31.01.2007, 06:40    Titel: Antworten mit Zitat

Und was mache ich jetzt am besten, wenn ein Hund bellend und kurrend auf mich zugelaufen kommt?
_________________
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Zuletzt bearbeitet von Andreas84 am 21.03.2008, 11:08, insgesamt 3-mal bearbeitet
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Waldschreck
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BeitragVerfasst am: 31.01.2007, 06:58    Titel: Antworten mit Zitat

Meine Hundestory: Stehe mitten in einem Fluß auf einer Kiesbank
und angele mit meiner Fliegenrute. Zwischen mir und dem Ufer ist
eine ca. 6m breite seichte Stelle. Ein Mann kommt mit seinem nicht angeleinten Schäferhund am dicht bewachsenen Ufer vorbei.
Da ich mit dem Fischen beschäftigt bin, habe ich mich abgewandt.
Auf einmal spüre ich einen stechenden Schmerz an meinem
Oberschenkel. Der Hund hatte sich die Mühe gemacht, durch das ca. 30 cm tiefe Wasser zu laufen und mich mal eben ins Bein zu beißen. Aufgrund des Fließgeräusches des Gewässer habe ich den Hund nicht kommen gehört. Der Biß ging durch die Wathose hat
aber leicht geblutet. Ich habe dann den Hundehalter angesprochen und in gefragt was wohl in seinen Hund gefahren sei und warum er ihn nicht an die Leine legt. Es folgten dann nur paar dumme Sprüche. Auch meine Frau wurde bereits 2 mal unvermittelt von einem Hund angefallen und ins Bein gebissen. Immer waren die Hunde nicht angeleint konnten sich frei bewegen wurden weder provoziert noch bedroht. Hunde können recht neurotisch und seltsam sein. Der Halter scheint aber oft für dieses Fehlverhalten verantwortlich zu sein.

Jochen
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Buschmann
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BeitragVerfasst am: 31.01.2007, 09:39    Titel: Antworten mit Zitat

Andreas84 hat Folgendes geschrieben:
Und was mache ich jetzt am besten, wenn ein Hund bellend und kurrend auf mich zugelaufen kommt?


So verrückt es sich anhören mag, das ist zunächst mal ein gutes Zeichen!

Ein Hund, der mit mir „kommuniziert“, also knurrt oder bellt, will mir etwas mitteilen. Das Verhalten ist eine Drohgebärde und sagt mir: „Du hast irgendeine Grenze überschritten.“ Mit dieser Drohgebärde gibt er mir die Chance, zu reagieren.
Der Hund, der gnadenlos zuschlagen will, ist lautlos.
Ebenso paradox hört sich die Sache mit der Leine an: Der Hund an der Leine beißt schneller zu als wenn er nicht an der Leine ist.
Dafür gibt es eine einfache Erklärung. Zum einen macht diese Einschränkung, an der Leine zu hängen und nicht frei agieren zu können, den Hund höchst aggressiv. Zum anderen hat er zusätzlich seinen Rudelführer hinter sich, also vom Gefühl her „die Verstärkung in der zweiten Reihe“.
So lernt zum Beispiel auch der Hund, der im Schutzdienst ausgebildet wird, das gezielte Beißen zunächst an der Leine. Du wirst es in jeder guten Hundeschule so und nicht anders vorfinden.

Aber natürlich bleibt die Frage, wie verhalte ich mich bei einer unklaren Hundebegegnung.

Wie oben beschrieben, verhältst du dich zunächst mal ruhig, weder ein Anzeichen von Flucht noch von Angriff gebend.
Ein Anzeichen von Angriff bzw. Bedrohung für den Hund ist dabei auch eine frontale Stellung zum Hund oder der direkte Blick in die Augen!
Keine Angst auszustrahlen, wäre ebenfalls sehr wünschenswert, aber das schafft nicht jeder.
Ohne dass es dir äußerlich anzusehen wäre, wittert der Hund deine Angst.
„Schwache“ Hunde, also die so genannten Angstbeißer inspiriert das.

In jedem Fall solltest du versuchen, die Technik des Kampfes ohne zu kämpfen anzuwenden. Cool
Die meisten Hunde werden dich, wenn sie denn feststellen, dass du keine Bedrohung darstellst, in Ruhe lassen.
Beim langsamen Entfernen beobachtest du aber natürlich auch weiterhin den Hund aus den Augenwinkeln.

Grüße
Buschmann
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Buschmann
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BeitragVerfasst am: 31.01.2007, 10:12    Titel: Antworten mit Zitat

@Jochen

….über das Fliegenfischen sollten wir uns noch mal separat unterhalten! Cool

Aber zum Thema…..

Zitat:
„Hunde können recht neurotisch und seltsam sein. Der Halter scheint aber oft für dieses Fehlverhalten verantwortlich zu sein.“

Ich sage, der Hundehalter ist zu 99% für das Verhalten seines Hundes verantwortlich.
Viele Leute in meinem Umfeld müssen sich diesen Spruch häufiger anhören: „Ich würde mir wünschen, jeder Mensch hätte einen Hund. Du würdest den Charakter der jeweiligen Menschen immer sofort erkennen.“

Deshalb finde ich auch deine Story sehr ärgerlich, vor allem deswegen, weil ich hier keine Reaktion deinerseits erkennen kann!
Solche Hundehalter müssen zur Rechenschaft gezogen werden!
Oder hast du doch etwas unternommen, was ich hier nicht erkennen kann: beschädigte Kleidung ersetzt bekommen, Anzeige erstattet, Gemeinde informiert o.Ä.?
Es ist ziemlich traurig, dass ein paar wenige Ignoranten, die Spezies Hund und deren Halter in Verruf bringen!
Vor allem weil ich selbst viel mit Hunden arbeite und natürlich auch Hundehalter bin, machen mich solche Dinge ziemlich sauer.

Grüße
Buschmann
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Waldschreck
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BeitragVerfasst am: 31.01.2007, 10:37    Titel: Antworten mit Zitat

Der Halter des Hundes wurde noch frech und behauptete noch:
der Hund hätte sich wohl durch die lange Angelrute bedroht gefühlt.
Was will man sich mit solchen Menschen rumärgern. Freiwillig gibt
der eh nicht sein Anschrift bekannt. Ich besaß zum damaligen Zeitpunkt einige Faustfeuerwaffen und ich habe mir ernstlich Gedanken gemacht, diese bei einem Hundeangriff mal einzusetzten.
Hund vor dem Gesetz= Sache = Sachbeschädigung. Viele halten Hunde als Prestigeobjekt und können oft mit den Tieren in Stress-situationen nicht richtig umgehen. Sollen sich lieber einen Goldhamster kaufen Böse

Jochen
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Buschmann
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BeitragVerfasst am: 31.01.2007, 11:23    Titel: Antworten mit Zitat

Wie schon gesagt, ein paar schwarze Schafe……
Deswegen mein Rat, wenn sich der Hundehalter auch noch uneinsichtig zeigt, sofort Anzeige bei der Polizei erstatten.

Grüße
Buschmann
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Joe
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BeitragVerfasst am: 03.02.2007, 10:51    Titel: Antworten mit Zitat

Hunde fühlen sich immer bedroht wenn man ihnen ganz tief in die Augen schaut
und wenn man rennt halten sie einen für Beute
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Buschmann
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BeitragVerfasst am: 08.02.2007, 13:25    Titel: Antworten mit Zitat

Abgesehen von dem mehr oder weniger stark geprägten Sozialverhalten des Hundes ist immer etwas Basiswissen über die Verhaltensweisen einer Population enorm hilfreich bzw. wichtig.

Beim Hund sind dabei das Rudel und das Revier von großer Bedeutung.

D.h., zunächst mal Schutz des eigenen Rudels - besonders zu beachten gilt, dass jedes Tier seine eigene Sicherheit dabei hinten an stellt! Das ist dadurch begründet, weil der Hund nicht rational handelt. Er kann zwar aufgrund schlechter Erfahrungen leicht einzuschüchtern sein, seine Schutzfunktion wird er aber früher oder später immer erfüllen.
(Besondere Vorsicht ist generell dann geboten, wenn sich der Hund bedrängt fühlt. Das erzeugt eine so genannte Wehrhaltung beim Hund – der Biss ist vorprogrammiert.)

Auch das „Revier“ des Hundes ist mit großer Vorsicht zu betrachten. Auch hier kommt die instinktive Schutzfunktion sehr stark zum Ausdruck.

Unklare Führungsrollen innerhalb des Rudels verstärken natürlich die eigenmächtige Kontrolle der Schutzfunktionen des Hundes.
Wenn der Hund spürt, dass sein eigentlicher Rudelführer, also der Hundehalter, nicht Herr der Lage ist, übernimmt der Hund diese Rolle.
Und ab dem Moment gelten die Regeln des Tieres.

Grüße
Buschmann
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WhyNotTry
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BeitragVerfasst am: 08.02.2007, 17:08    Titel: Antworten mit Zitat

Joe hat Folgendes geschrieben:

und wenn man rennt halten sie einen für Beute

Joah das sagen sie und das stimmt *denk* Aber wie soll man denn da ruhig bleiben?
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