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Edi Gast
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Verfasst am: 06.02.2005, 15:51 Titel: Sommer – Trekking Pyrenäen 2004 |
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Wenn man bei Bekannten von den Pyrenäen spricht, so machen sich die meisten ein falsches Bild von dem zauberhaften Land. Sie kennen vielleicht Andorra, Costa Brava und sehen dabei das blaue Mittelmeer, vom Atlantik sprechen die wenigsten. Und, dass das Gebirge vom Atlantik bis ans Mittelmeer 450 km lang ist und sich 135 km in die Breite dehnt, von dem haben sie keine Ahnung. Glücklich ist der Wanderer, der durch dieses traumhafte Land schlendert und sich von der Wildheit der Berge verzaubern lässt. Er plaudert in einem Dorf mit den Bewohnern und fühlt sich glücklich, wenn ein Hirte ein offenes Ohr hat. Aber was sind eigentlich die Pyrenäen? Wer sind die Basken? All das sind Fragen, die mich nach meinen Pyrenäenreisen auf einmal sehr beschäftigen.
Die Erdgeschichte lehrte, dass bei der Kontinentalverschiebung in Folge eines Zusammenstosses der iberischen mit der westeuropäischen Plattenkruste sich ein Gebirge auffaltete und als Knautschzone die Pyrenäen schufen. Das Felsmassiv, das in der Urzeit geschaffen wurde, hatte seinen Anfang beim stürmischen Atlantik und reichte bis nach Nordafrika. Wahrscheinlich sind die ersten Bewohner über die Felsen von Gibraltar nach Europa eingewandert. Mit Bestimmtheit weis niemand, woher die Basken stammen, eines ist gewiss, sie sind die ältesten Einwohner Europas. Die Basken wanderten als Hirten in die Pyrenäen und sind es heute noch. Ein stolzes Volk, das sich seit Jahrtausenden halten konnte und sich nicht mit andern Völkern vermischte. Ihre Kultur konnten sie halten, nur den Glauben wechselten die Basken im letzten Jahrhundert. Mir sind die Basken sehr sympathisch, und ich freue mich stets, wenn ich ihre Berge als Gast durchwandern kann.
Sommer – Trekking Pyrenäen 2004
Unsere Touren.
Carte de randonnées pyrénées carte n0 7. haute – ariège andorre 1 : 50´000
l‘Hospitalet-près-l‘Andorre – Étang. Sisca
Étang Sisca – Col du Sisca – Étang. Pèdourrès
Étang Pèdourrès – Col Juclar – Étang. Joclar
Étang Joclar – Et. Fontargente
Étang Fontargente – Camping d‘ Incles – els Estanys de Juclar
Étang Juclar – Col Juclar – Étang Comte
Étang Comte – Mérens- les – Vals.
Reise nach l‘Hospitalet-près-l’Andorre.
Die Anreise zum Ausgangsort ist einfach. Der zentrale Bahnhof ist Toulouse, von dieser Grossstadt fährt um 8 Uhr morgens ein Zug nach l‘Hospitalet-près-l’Andorre.
Wer mit dem PW anreisen will, der kann seinen fahrenden Untersatz beim Bahnhof Mérens - les – Vals stehen lassen und mit der Eisenbahn nach l‘Hospitalet-près-l’Andorre fahren.
l‘Hospitalet-près-l’Andorre ist ein kleiner Ort vor der Grenze. Einige Hotels und Restaurants laden zur Einkehr, leider ist der Durchgangsverkehr beachtlich, was nicht gerade zu einem Bergdorf passt. Aber als Ausgangsort zu dieser Trekkingtour bestens geeignet.
Die Anforderungen oder was ist zu erwarten?
Die Tagesetappen wurden so gewählt, dass genügen Zeit eingeräumt wurde für Erholung. Nicht immer ist ein guter Pfad zu erwarten, oft geht es weglos zu Pässen hinauf. Blockfelder verlangen sicheres Gehen. Die Routen sind teilweise weiss – rot markiert, jedoch ist gutes Kartenlesen von Vorteil. Ich wählte die Tagesetappen so, dass wir täglich an einem Bergsee unser Biwak aufstellten. Bewirtete Hütten gibt es nicht, somit muss Proviant und Zelt mitgetragen werden.
1. Tour
Westlich von l‘Hospitalet-près-l’Andorre, rechts der Strasse N 20 steht ein Wegweiser, da beginnt die Tour. Nachdem man etwa 1300 m marschiert ist, erreicht man die Stelle, wo der Bach überquert wird, dann links dem Bach entlang. Weiter leicht ansteigend durch das Tal zu dem Bergsee, ideal für eine Rast. Unbeschwerlich wandert man weiter durch das Tal zum Étang du Sisca. Und erstellen das Biwak.
Beim Wegweiser in l‘Hospitalet-près-l’Andorre verlassen wir die Zivilisation mit all ihrer Begleiterscheinung. Mit jedem Schritt, den wir uns vom Ort entfernen wird es ruhiger. Für den Stressgeplagten Menschen, ein Loslassen vom Alltag. Allmählich werden wir von der Ruhe der Berglandschaft erfasst und werden Eins mit ihr. Still in Gedanken begrüssen wir die Berge. Fragen um Gastrecht und hoffen die Berggeister sind uns Wohlgesinnt.
Die ersten Föhren begrüssen uns mit harzigem Duft, leicht zieht der Wind durch seine Nadeln. Rot die Felder der Alpenrosen, gelbblühend einzelne Ginster. Viele andere Blumen wiegen sich wie Balletttänzerinnen im Sommerwind. Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten, Boten des Sommers sind die Besucher der Blumen. Murmelnd fliesst das Bächlein an uns vorbei, vielleicht erkennst du seine Melodie und summst mit. Die Berglandschaft, mit den schroffen Graten, die Felsblöcke in all den plastischen Farben lassen uns nur noch Staunen. Klein der stille Bergsee, der zum Verweilen einladet. Wir müssen uns Zeit lassen um all die Schönheiten in uns aufzunehmen. Nach dem ersten See erreichen wir ein Hochplateau von seltener Schönheit, lasse deinen Gedanken und Sorgen freien Lauf und betrachte sie nur noch wie Wolken an Himmel. Dieses Tal ist stufenförmig aufgebaut, der letzte Aufstieg des Tages erwartet dich, ohne Mühe wirst du diesen auch noch schaffen. Nach der Anstrengung den Lohn. Der Bergsee Étang du Sisca begrüsst dich. Der See ist umgeben von Bergen, du fühlst dich wie in einer Arena und zugleich bist du der Schauspieler. Ein geeigneter Biwakplatz findest du am Ufer des Sees. Geniesse die Ruhe und die Stille des Tales und lasse in Gedanken diesen Tag noch einmal erleben.
2. Tour
Étang Sisca – Col du Sisca – Et. Pèdourrès und Pic d’Albe 2764.
Für die heutige Tour ist eine Marschzeit von 3 Stunden vorgesehen ohne den Pic d’Albe.
Vom Biwak steigen wir in östlich den Hang hinauf. Wegspuren und Steinmannli helfen dir den Weg zu finden. Auf dem Porteille du Sisca hat man eine traumhafte Aussicht in alle vier Himmelsrichtungen. Der Étang de Pédurrés unser Ziel ist in greifbarer Nähe, beim Ausfluss der Biwakplatz.
Weglos über Stock und Stein auf den Pic d’Albe. Der einfachste Aufstieg ist in Richtung des namenlosen Sees, dann westlich über Geröllhalden auf den Gipfel. Gehe den Steinmannli nach, jedoch sei Vorsichtig. Auf dem Gipfel erwartet dich eine Traumhafte Aussicht.
Lasse dir Zeit und schlafe dich ruhig aus, denn die Sonne wird spät am Morgen das Tal mit ihrer wärmenden Energie bescheinen.
Der Aufstieg ist einfach, der ausgetretene Pfad wurde von Menschen und Tieren seit jahrhunderten begangen. Versäume es nicht und schaue einige male ins Tal hinunter, die Bilder die du mit deinem Bewusstsein aufnimmst sind unvergesslich. Auf dem Porteille du Sisca wird dich die Sonne mit ihrer Energie umfluten, geniesse diesen Augenblick und tanke von dieser Wärme. Verabschiede dich von dem Tal wo du eine Nacht als Gast weiltest und begrüsse die Neue Gegend, mit positiven Gedanken, denn was du ausstrahlst kommt zurück. In diesem Tal leben im Sommer Pferde und die kommen zu Besuch. Gebe diesen sympathischen Tiere kein Brot, wenn ja, dann werden sie leicht zu Bettelsäcken. Mit leichten Schritten wirst du zum See hinunter wandern. Vielleicht bewunderst du die einzeln stehenden Föhren, die zerzaust von Wind und Wetter ihr Dasein fristen. Vielleicht hast du das Bedürfnis nach Musik, stelle dich unter eine grosse Föhre, werde ruhig und lausche. Der Geduldige kommt in den Genuss eines einmaligen Symphoniekonzerts des Windes. Erlebe die Natur Pur, öffne dich, den Schlüssel dazu hast du ja.
Beim See, in der Nähe des Ausflusses findest du einen sehr guten und flachen Biwakplatz mit Feuerstelle. Eine traumhafter Ort zum verweilen.
3. Tour
Étang Pèdourrès – Col Juclar – Et. Joclar
Ich hoffe du bist gut ausgeruht, denn die heutige Tour verlangt einiges mehr von dir. Leicht ansteigend wandern wir nördlich des Hangs hinauf schön dem Pfad nach. Eine kleine Hochfläche wird überschritten, dann abwärts in eine kleine Schlucht. Beim Ausfluss des Étang de Courat gehe auf der rechten Seite des Sees entlang. Ein Weg gibt es nicht mehr, gehe immer den Steinmannli nach. Eine Passage ist nicht so einfach, schnaufe gut durch und steige konzentriert über diesen Abschnitt. Wenn du ausrutschtest ist dir ein kühles Bad sicher. Wie gesagt, du kannst dich kaum verlaufen, vertraue den Steinmannli, sie weisen dir den Weg durch die Blockfelder und du wirst bald auf dem Col de l’ Albe 2539 stehen. Ein kleiner Abstieg bis zum Collada de Juclar, hier musst du auf den Weg aufpassen, steige nicht hinunter zu den zwei Seen els Estanys de Juclar, sondern nördlich hinab zu dem Étang de Joclar. Bei den grossen Steinen ist ein sehr guter Biwakplatz.
Ich weis es ja, der Rucksack ist immer noch schwer und lastet sehr auf den Schultern. Aber ich kann dir sagen, dass nach einigen Schritten dein treuer Begleiter fast nicht mehr so spürbar ist. Man gewöhnt sich an ihn. Ich hoffe aber, dass du all deine persönlichen Lasten, die dich mehr belasten, abgeworfen hast, sie dem Wind, dem Bach mitgegeben. Quälen dich immer noch so Altlasten von zu Hause gleich welcher Art, dann schreibe alle deine Sorgen auf ein Stück Papier und verbrenne diesen Fetzen. Befasse dich nicht mehr mit der Vergangenheit, vor dir liegt ein Neuer Lebensabschnitt. Wir wandern langsam den Grashang hinauf und stehen bald auf einer Hochebene. Ein letzter Blick zurück zu unserm Nachtlager. Wir schlendern weiter, ein leichter Abstieg. Einzelne Föhren grüssen dich. Eine kleine Schlucht und diese ist der Eingang in die Pyrenäen. Das Tal begrüsst dich mit all seiner Wildheit. Lieblich die Bergseen, die kristallklar in der Morgensonne glänzen. Einen guten Weg gibt es nicht mehr, aber mache dir deswegen keine Sorgen. Denke an all die, die diesen Weg schon gegangen sind. Alle haben energetische Spuren hinterlassen. Wandere ruhig durch das Tal, habe ein offenes Auge, vor dir liegt ein grosses Buch, versuche die verschlüsselten Texte zu lesen, wenn du offen bist, dann wirst du reichlich beschenkt. Falsch wäre es, wenn du durch die Gegend im schnell Schritt durchrennen würdest und Stolz auf den Pass auf die Uhr schaust.
Wenn du auf den Pass erreicht hast, lege eine Rast ein, geniesse die traumhafte Bergwelt, dein Bewusstsein wird dich später mit Bilder an diesen Moment erinnern. Steige gemächlich ab bis zum Collada de Juclar. Der Tiefblick wird dich Überraschen. Tiefblau glitzern drei Seen in der Mittagsonne. Rundum all die Gipfeln, die präsentieren sich wie Wogen des Meeres. Steige hinunter zu dem Étang de Joclar, einen sehr guten Biwakplatz wirst du bei den Grossen Steinen finden. Der idyllische Biwakplatz strahlt eine Ruhe aus, deren Harmonie auch dich erfassen wird. Besuche den nahen See, setze dich ans Ufer und wandere in Gedanken noch einmal durch die traumhafte Berglandschaft.
4. Tour
Étang Joclar – Et. Fontargente.
Da du die Schnupperlehre als Gämse hinter dir hast, wirst du die heutige Tour ohne Schwierigkeiten begehen. Weglos geht es auch heute weiter. Wenn du gegen Norden schaust, gehe rechts dem Seeufer entlang. Viele Steinmannli im Blockfeld werden dir zeigen wo’s lang geht. Ende des Sees geht es für einmal im Abstieg durch das Blockfeld. Weit unten liegen im Tal drei Seen, gehe zwischen den ersten zwei mitten durch. Etwa 50 m nach dem dritten See triffst du auf einen Pfad, gehe links. Ich glaube er ist gelb markiert. Wieder werden dir die Blockfelder das gehen erschweren, jedoch alles hat einmal ein Ende. Bald grüssen dich die Bergseen Étangs de Fontargente. Beim Kleineren findest du in der Nähe, wo der Bach in den See fliesst einen sehr guten Biwakplatz.
Ich nehme an du hast dich an die Einsamkeit gewöhnt. Wie einfach ist es Unterwegs mit Biwak. Und sicher hast du festgestellt, dass man mit wenig auskommt. Heute wandern wir Weglos über Blockfelder, du musst dich sehr konzentrieren, den jeder Schritt muss sicher sein. Ein Sturz ist sehr unangenehm. Aber gerade dieser Abstieg hat’s in sich, denn du musst dich Konzentrieren und für andere Gedanken ist da kein Platz. Erleichtert erreicht du den Talgrund und schaust zurück. Erstaunt wirst du feststellen und sagen, da bin ich abgestiegen wie war das möglich. Weiter geht es bergan und wieder über grosse Blöcke, mit positiven Gedanken geht alles leichter. Nach der Tour die traumhafte Seelandschaft wo du dich erholen kannst. Geniesse die Bergruhe, die letzten Sonnenstrahlen und sammle Energie für den nächsten Tag.
5. Tour
Étang Fontargente – Camping d‘ Incles – Els Estanys de Juclar
Nach der Blocktour die Erholung. Beim grossen See findest du einem guten Pfad, gehe diesem nach. Bald stehst du auf dem Port de Fontargente. Auf gutem Bergweg wanderst du durch das Tal und erreichst bald den Camping d’Incles. Vielleicht ist der Wirt da? Aber freue dich nicht all zu sehr. Der weitere aufstieg zu den Els Estanys de Juclar ist sehr gut markiert. Zwischen den beiden Seen ist ein Biwak möglich!
Heute wird die Morgensonne das Zelt bescheinen und dich mit kosmischer Energie aufladen. Leicht werden deine Schritte sein, der Rucksack ist leichter geworden das Ende der Tour kündigt sich an. Aber noch stehen wir mitten in der Bergwelt und freuen uns. Grüssen die einzelnen Föhren die wie Grossmütter in den Geröllfeldern stehen. Geier segeln durchs Tal. Ein Murmeltier erschreckt dich mit scharfem Pfiff. Schritt für Schritt steigen wir zum Pass hinauf. Werfen noch einmal einen Blick hinab zum See wo das Nachtlager war. Dann erblickst du zwei Steinhaufen, hier ist die Landesgrenzen. Vor uns breitet sich ein lang gezogenes Tal aus. Ein Bergbach fliest gemächlich dahin und wird dein Begleiter sein. Geniesse den Abstieg und beeile dich nicht. Erfreue dich an all den Bergblumen, lausche dem Wind der durch die Föhren streicht. Bewundere all die kleinen Wasserfälle. Die Natur ist voller Wunder, wir müssen uns nur Zeit nehmen um die Schönheiten zu sehen. Unten im Tal ist einiges los. Ein grosser Parkplatz, der Campingplatz und die Touristen gehen hin und her. Du musst dich für kurze Zeit mit dieser Situation auseinandersetzten. Mache eine Rast und erhole dich. Ab 14 Uhr machen die Leute Siesta, dann wird es ruhiger. Nach der Rast den Aufstieg durch die Schlucht. Du hast Zeit, bewundere die Wasserfälle, die Bäume, die Felsen schimmern in den verschiedenen Farben. Das Biwak wird zwischen den Seen sein, ein einmaliger Platz. Der Sonnenuntergang, der rote Felsgrat, ich komme noch ins schwärmen.
6. Tour
Étang Juclar – Col Juclar – Étang Comte
Auf gutem Bergweg steigst du zum Col de l’Albe hinauf und durch das Tal hinunter bis zum Étang de Couart. Dort wo sich der See verengt, ist ein Biwakplatz mit eingefriedeter Natursteinmauer. Hier ist die Abzweigung, gehe links den Grashügel hinauf. Anfänglich ist noch ein sichtbarer Pfad, dann Geröll und zum Finale ein grosses Blockfeld mit riesigen Steinen. Achte wie immer auf die Steinmannli, dann erreichst du sicher das Ende des Blockfeldes. Ein murmelndes Bergbächlein begrüsst dich und ladet zu einem kühlen Trink ein. Auf der Karte ist ein See eingezeichnet, aber du wirst ein trockenes Seebett vorfinden. Gehe unbekümmert weiter, der Weg ist gut angelegt und bald erreichst du den Étang de Comte. An seinem Ufer findest du ein guter Biwakplatz.
Ich habe noch nichts gesagt vom Wetter. Wenn man einige Tage in den Pyrenäen ist muss man im Sommer mit Gewitter rechnen. Die Gewitter sind heftig und der Regen ergiesst sich wie aus Kübeln. Bäche stürzen über die Felswände. In der Regel bildet sich Bodennebel und beeinträchtigt die Sicht. Auch kann es vorkommen, dass aus dem Gewitter ein Dauerregen von einigen Tagen wird.
Im Herbst ist es in höhern Lagen am Abend sehr Kalt, Frost bildet sich auf dem Zelt und bei Wetterumschlag muss man mit Schnee rechnen. Deshalb sei Vorsichtig und beobachte steht’s das Wetter.
Nach der Blockfeldtour wo du dein akrobatisches Können üben konntest, geht es gelassen ins Tal hinunter. Sträucher begrüssen dich. Föhren die auf und an Felswänden stehen sehen aus wie Bonsai. Leicht im Wind wiegen sich die dürren Blumensträucher. Ein gebleichtes Rinderskelett liegt am Wegrand inmitten blühender Disteln. Gegenwart und Vergangenheit. Einladend grüsst dich der See, bald bist du unten. Baust noch einmal dein Zelt auf und verbringst die letzte Nacht in den Pyrenäen. Gehe in Gedanken noch einmal durch all die traumhaften Landschaften und du wirst feststellen, dass es eine unvergessliche Tour gewesen war.
7. Tour
Étang Comte – Mérens- les – Vals.
Heute geht es durch das Tal hinaus. Mit leichten Schritt wanderst du über Weiden, durch den Wald nach Mérens- les – Vals. Wenn du über die Brücke schreitest, wirst du mit der lärmenden Zivilisation konfrontiert, eine Blechlawine fährt an dir vorbei, alle wollen nach Andoora, dort kann man sehr billig einkaufen.
Kann sein, dass du dich angesprochen fühlst und diese Tour machen möchtest, dann wünsche ich dir schöne Tage in den Pyrenäen.
I wünschä Dir ä gueti Zyt
Edmond |
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Edi Gast
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Verfasst am: 07.02.2005, 12:28 Titel: |
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Kai schrieb:
| Zitat: | | Hi Edi, dein Reisebericht ist echt super. Hast du vielleicht noch andere? |
Sicher habe ich noch welche!
Ich möchte dir einwenig die Möglichkeiten in den Pyrenäen vorstellen.
Die grossen Trekkingtouren beginnen alle beim Atlantik und nach 8 – 10 Wochen, je nach Wetterglück und Kondition erreicht man das Mittelmeer.
Die westliche ist die GR 11, auf dieser wanderst du durch das Baskenland, Andorra ans Mittelmeer.
Die Routen sind markiert und täglich erreicht man eine Hütte.
Die HAUTE RANDONNEE PYRENEENNE ist die klassische Trekkingtour. Diese Route hat keine Wegzeichen und das mittragen eines Zeltes und Proviant ist ratsam.
Dann haben wir noch die GR 10. Diese Wanderroute ist sehr gut mit Wegzeichen versehen, jeden Abend erwartet dich eine Hütte.
Nun lieber Freund, die Auswahl ist gross. Ich kenne deine Bedürfnisse nicht. Öffne dich.
Friedrich und ich werden dich gut beraten.
Liebe Grüsse
Edi |
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kaii Gast
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Verfasst am: 07.02.2005, 13:00 Titel: |
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Hallo,
mich würde ein Reisebricht von der GR 11 interessieren.
Gruß,
Kai  |
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Marita Gast
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Verfasst am: 13.02.2005, 21:47 Titel: GR 11 |
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Hallo Edmond: dein bericht über die pyrenäen gefällt mir. Da ich auch spanien-fan bin und überlege Ende August/sesptember die span. Seit der P. kennenzulernen, hatte ich an den GR 11 gedacht. könntest du mir deine erfahrungen mailen? ist es ratsam sich einer gruppe anzuschließen oder unnötig?
grüße aus köln
marita |
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Edi Gast
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Verfasst am: 16.02.2005, 10:22 Titel: Trekken und GR 11 |
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Buonas díaz Marita
Die GR 11 ist einer der schönsten Fernwanderwege Europas. Der Weg ist rot weiss markiert, er beginnt am Atlantik oder irgendwo. Mit dem Ausdruck „Spanien“ würde ich Vorsichtig Umgehen, denn wir wandern durch die Länder Katalonien, Andorra, Arragon und durch das Baskenland. Die GR 11 ist ein Wanderweg in mittler Höhenlage und ist technisch einfach. Die Anreise aus Deutschland ist ratsam per Flug nach Barcelona, weiter geht es beim Busbahnhof Barcelona in alle Richtungen. Wenn du eine bergerfahrene Trekkerin bist, dann würde ich dir die Trekkingtour Ponts d'Espagne - Granges d'Astau sehr empfehlen.
Trekken im Alleingang ist ein spezielles Erlebnis, jedoch sollte man nicht gerade mit einer 2 – 3 wöchiger Tour in die Berge ziehen. An das „Allein“ sein sollte man sich gewöhnen. Dazu möchte ich dir raten, mache als Versuch einige Wochendtouren, wähle einsame Gegenden. Mache Wochenendbrücken und sammle Erfahrungen. Auf der GR 11 triffst du immer auf Trekker, in Gesprächen kann man erfahren wie der Weg weiter geht, wo ist eine Einkaufsmöglichkeit u.s.w. Vor etwa 10 Jahren traf man selten eine Trekkerin im Alleingang an, heute ist dies vergleichbar mit Auto fahren. Die Frauen sind selbstständiger geworden und das ist sehr zu begrüssen. Sei mutig und wage es.
Trekken in einer Gruppe ist ein tolles Erlebnis, aber nur wenn die Teilnehmer sich sehr gut kennen.
Trekken mit dem Freund würde ich sehr empfehlen. In den Tagen oder Wochen lernt man sich gegenseitig kennen wie nirgends wo, und keines kann sein „Ich“ verstecken.
Ich wünsche dir schöne Touren
Edmond |
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Sokrates Spaziergänger
Anmeldedatum: 22.01.2005 Beiträge: 5
Wohnort: Hamburg
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Verfasst am: 03.03.2005, 21:07 Titel: |
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Toller Reisebericht! Da steckt viel Arbeit drinn.
Ganz nebenbei: der GR11 wird grad "umgeschrieben". Es stecken in diesem Fernwanderweg zu viele "Interessen", die ausgemerzt werden müssen. Der Weg führt zum Teil durch Orte, wo er eigentlich nicht durchführen sollte. Dies ist aber im Interesse einiger Leute aber nicht im Interesse der Bergwanderer.
Der "wirkliche" GR11 verläuft eigentlich auf einer viel höheren Ebene (durschnittllich auf 1800m), so wir er von den Einheimischen seit Jahrhunderten bewandert wird.
Einen Gruss
@@ _________________ Wandern
Jakobsweg
Andorra Skifahren |
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antisokrates Gast
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Verfasst am: 24.04.2005, 18:19 Titel: |
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Ja super, GR11 wird umgeschrieben, denn "der Richtige, echte, wahre" liegt ganz wo anders. Ach Schreck, wenn die armen Wanderer, die jetzt alle falsch gegangen sind, diese Wahrheit erfahren! Sie haben die falschen Berge gesehen, die falschen Erlebnisse gehabt, die falschen Menschen getroffen und wurden erst noch nach den Interessen Anderer geführt. Ganz anders beim "Neuen, echten, traditionellen" und ganz sicher ohne jegliche komerziellen Interessen höher gelegenen Pfad.
Ganz nebenbei: evtl. ist jemand ganz anderes auf einem ganz anderen falschen Pfad? Was würde wohl Sokrates für den richtigen Pfad halten? |
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cako Wanderer
Anmeldedatum: 03.01.2005 Beiträge: 84
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Verfasst am: 24.04.2005, 22:12 Titel: |
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@ gast ("antisokrates")
| Zitat: | | Der "wirkliche" GR11 verläuft eigentlich auf einer viel höheren Ebene (durschnittllich auf 1800m), so wir er von den Einheimischen seit Jahrhunderten bewandert wird. |
Ich finde, Sokrates hat hier einen interessanten Einwurf gemacht.
Dein Kommentar ist absolut unsachlich und lächerlich.
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http://www.himalaya-news.de |
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Edi Gast
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Verfasst am: 25.04.2005, 08:31 Titel: Steinmannli und Berggänger |
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Eine kleine Geschichte von „Steinmannli“ und Wege wie sie entstanden sind und von den Einheimischen seit Jahrhunderten bewandert werden.
Mit diesem Beitrag möchte ich Sokrates für seinen interessanten Kommentar Danken.
Steinmannli und Berggänger
Die Steinmannli sind unsere stillen, stets zuverlässigen Begleiter.
War das immer so?
Als unsere Vorfahren nach der letzten Eiszeit in den Alpenraum einwanderten, tummelten sich schon Tiere wie, Rehe, Gämsen, Steinböcke, Hirsche und Raubtiere in den Wäldern herum. Die Menschen lebten damals von der Jagd und folgten den Tieren. Da die Tiere stets in Rudeln lebten, wechselten diese fast zur gleichen Jahreszeit ihr Revier und benutzten immer den gleichen Trampelpfad. Ein Weg wurde von Tieren angelegt, der auch für die Jäger begehbar war. Der Wildwechsel ins andere Tal führte oft über die Voralpen und Alpen, die Menschen fürchteten sich von den Bergen, denn dort wohnten die Götter und Geister, diese durfte man nicht erzürnen. Bisher lebten die Menschen in Tälern, in den Voralpen und verehrten die Götter der Berge, dort feierten sie im Rhythmus der Jahreszeiten die Feste und opferten den Göttern eine Gabe. Nun mussten die Menschen umdenken, denn ihre Nahrung hatte das Tal verlassen, der geistliche Führer fand im Nachdenken eine Lösung. Die Menschen stiegen den Wildtieren nach, auf den Übergängen bauten sie aus Steinen Altare, nicht zufällig irgendwo sondern auf einem Kraftort. Heute noch kann man bei alten Übergängen Trockenmauern sehen, die einst Altare waren, auch Schwingungen sind wahrnehmbar.
Die Jäger brachten Opfer dar und baten die Berggötter um Einsicht. (Das besteigen der Berggipfel war bis ins 1800. Jahrhundert Nebensache, als Gipfel galt der Übergang. Die Besteigung der Berggipfel wurde von den Engländern aus Langweile als Sport erfunden.) Die Altäre waren noch keine Wegweiser sondern geweihte Orte, denn die Jäger lebten mit der Natur und fühlten die energetischen Schwingungen von denen, die vor ihnen diesen Weg gingen. (Wenn ich auf alten Pfaden und Wege wandere, wenn auch nicht mehr sichtbar, habe ich ein Gefühl als werde ich geführt. Auf meinen Touren stieg ich schon oft weglos hinauf zu den Pässen, ging ich falsch so merkte ich dies nach einigen Schritten.)
Steinmannli als Wegweiser wie sie heute in den Alpen anzutreffen sind, wurden mit der Bewirtschaftung der Alpen und dem Tourismus vermehrt aufgebaut und Wenige machen sich Gedanken über ihre Geschichte.
Auf den Übergängen in den Alpen kann man nicht nur Steinmannli antreffen, Schalensteine und Menhire erinnern den aufmerksamen Wanderer an die Zeit, als die Übergänge noch heilig waren und mit Ehrfurcht überschritten wurden.
Der Bau eines Steinmannli ist heute noch ein Ritual, die Steine werden ausgesucht, mit der Hand betast, damit wird in den Steinen, energetische menschliche Energie hinzu geführt. Sorgfältig wird jeder Stein auf den andern aufgebaut, zuletzt setzt man den Kopfstein auf in der Richtung des Weges. In jedem Steinmannli ruht ein verborgenes Geheimnis des Erbauers. Ein Symbol wird gebaut, ein Symbol der Hoffung. Bei guter Sicht ist so ein Steinmannli gut zu erkennen. Bei Nebel, nur einige Meter Sicht, dann ist die Situation anderes. Unsere Vorfahren brauchten kein GPS, ihr Körper war ihr Instrument und sicher stiegen die Menschen über die Übergänge und wanderten den Tieren nach.
Auf meinen grossen Reisen machte ich immer Bekanntschaft mit solchen Altären auf den Pässen. In den Anden werden heute noch bei jeder Überschreitung von Einheimischen und einigen Besuchern kleine Altäre gebaut. Die Opfergaben haben sich der Neuzeit angepasst, es werden Zigaretten, Geld auch Schnaps dargeboten. Der Gedanke der Menschen ist immer noch derselbe, sie danken den Berggeistern und Göttern für den Aufstieg und für die Gastfreundschaft und hoffen sicher wieder ins Tal zu kommen. Auch im Atlasgebiet in Nordafrika bauten wir Altäre und brachten Opfer dar. Die Tibetaner bauen auf jedem Pass Steinpyramiden und schmücken sie mit Gebetsfahnen.
Steinmannli trifft man auf der ganzen Welt an, sie sind Wegweiser für das Weltliche und Wegweiser für das Spirituelle.
Edmond |
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