Nahrung
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Buschmann
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BeitragVerfasst am: 01.05.2007, 15:57    Titel: Nahrung Antworten mit Zitat

Natürlich wird auch der Punkt Nahrung früher oder später eine Rolle beim Überleben spielen. Cool
Ich vermeide gezielt den Begriff „Notnahrung“, weil wir sehen werden, dass alle „Naturmahlzeiten“ durchaus auch unsere zivile Küche kulinarisch bereichern können.

Ganz an den Anfang dieser Beitragsreihe möchte ich deshalb einen kleinen Appetitanreger aus dem Buschmannalltag vorstellen, gebratene Beinwellblätter:



Dazu rührt man einen Pfannkuchenteig mit Mehl, Milch, Ei und Salz an – der sollte relativ flüssig sein. Die Beinwellblätter werden eingelegt und in reichlich Fett ausgebraten. Die Blätter sollen dabei im Fett schwimmen.
Wenn die Blätter so ausschauen wie auf dem Bild, sind sie fertig. Auf den Arm nehmen
Brennnesseln lassen sich genauso zubereiten.

Alle weiteren Fragen (woher das Mehl, das Ei, die Mich usw.) werden wir in einer hoffentlich langen Diskussionsreihe klären.

Grüße
Buschmann
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Tourix
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BeitragVerfasst am: 01.05.2007, 22:20    Titel: Antworten mit Zitat

Woandert hast du Birkenwasser und Fichtenspitzenhonig erwähnt.
Dass man Birkenblätter essen kann, weiß ich, dass man Fichtenspitzen in die Suppe schmeisen kann habe ich schon gehört.
Aber was ist Birkenwasser und Fichtenspitzenhonig??
VG
Achim
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Wer nichts macht, macht keine Fehler.
Aber das ist ja langweilig
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Buschmann
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BeitragVerfasst am: 01.05.2007, 22:36    Titel: Antworten mit Zitat

Tourix hat Folgendes geschrieben:
Aber was ist Birkenwasser und Fichtenspitzenhonig??Achim


Puh, das könnte abendfüllend werden.... Winken

Birkenwasser ist zunächst mal ein prima Haarwuchsmittel, sehr gut bei Nierenproblemen und wenn man das Zeug gären lässt, wird’s ein richtig brauchbares Rauschmittel…. Cool
Dafür steckt man in der „Einschussphase“ (also wenn der Saft in die Bäume steigt – jetzt ist es schon zu spät!) ein Röhrchen in den Baum und “zapft“ den Saft ab.

Fichtenspitzenhonig – klasse Brotaufstrich und hervorragendes Hustenmittel.
Relativ einfach herzustellen:
(Mehrfachposting bitte ich hier zu entschuldigen)

Zunächst werden die jungen, hellen Fichtenspitzentriebe, die ab Mai auftauchen, gesammelt.
Man kann das ganze auch mit Löwenzahnblüten mischen, der Aufstrich wird dann milder.
Die Fichtenspitzen und ggf. die Löwenzahnblüten werden in einen Topf gegeben, so dass der Topf etwa halb voll ist, und mit kaltem Wasser aufgegossen (Topf annähernd randvoll).
Diese Mischung bleibt abgedeckt 24 Stunden stehen.
Danach wird alles eine Stunde gekocht und erneut 24 Stunden abgedeckt stehen gelassen.
Dann drückt man die Masse durch ein Tuch aus. (Die ausgedrückte Masse nicht wegwerfen – sie ergibt ein prima Erfrischungsbad!)
Der verbleibende Saft wird dann mit braunem Kandiszucker gekocht.
Dazu wird pro Liter Saft 400 g Kandis eingerührt und das ganze auf schwacher Flamme geköchelt. (Der Deckel muss runter vom Topf, damit die unnötige Flüssigkeit entweichen kann.)
Dieser Vorgang kann bis zu sechs Stunden dauern.
Um die richtige Konsistenz zu erreichen, nimmt man zwischendurch eine Löffelprobe und lässt sie abkühlen.
Wenn der Aufstrich die richtige Zähigkeit erreicht hat, wird er heiß in Gläser abgefüllt.

Rezept Ende, Grüße Buschmann Winken
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Tourix
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BeitragVerfasst am: 01.05.2007, 22:51    Titel: Antworten mit Zitat

Das klingt gut.
Wenn ich wieder Zeit habe, probiere ich das aus.
Danke für das Rezept.
VG
Achim
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Aber das ist ja langweilig
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Buschmann
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BeitragVerfasst am: 01.05.2007, 23:33    Titel: Antworten mit Zitat

Tourix hat Folgendes geschrieben:
Wenn ich wieder Zeit habe, probiere ich das aus.


ja prima, aber lass dir nicht zu viel Zeit, die Natur wartet nicht.
Wenn du erst die Zeit der hellen Fichtenspitzen verpennt hast, bist du es, der dann wieder ein Jahr warten muss - und das wäre schade.

Grüße
Buschmann
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Buschmann
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BeitragVerfasst am: 02.05.2007, 16:30    Titel: Antworten mit Zitat

Für den, der sich mit Nahrung aus der Natur beschäftigt, ist ein wenig Kenntnis über Nahrungsbestandteile und Nahrungsbedarf sehr vorteilhaft.

Zunächst mal sollte betrachtet werden, aus was der Mensch überhaupt besteht. Grob geschätzt sind das 64% Wasser, 20% Eiweiß, 10% Fett, 1% Kohlehydrate und 5% Vitalstoffe.
Alleine daraus ist ersichtlich, dass der Wasserhaushalt geregelt sein muss, bevor man sich mit der Ernährung beschäftigt – aber das ist ein anderes Thema.

Der Nahrungsbedarf des Menschen ist abhängig von seinem Alter, dem Gewicht und der zu erbringenden Leistung.
Im Normalfall zeigt das Hungergefühl den Nahrungsbedarf an, das trifft aber nur bei einem ungestörten und gleich bleibenden Lebensrhythmus zu. So kann in bestimmten Situationen das Hungergefühl gänzlich fehlen oder einen überzogenen Nahrungsbedarf anzeigen.

Bei den Nahrungsbestandteilen unterscheiden wir zwischen tierischer und pflanzlicher Nahrung, bei der Nahrungsbeschaffung zwischen Sammeln und Jagen. Jede pflanzliche Nahrung wird gesammelt, darüber hinaus auch ein Teil der tierischen Nahrung.

Die vom Menschen benötigten Nahrungsbestandteile und ihre Funktionen sind:

Eiweiß (Proteine) als Träger aller Lebensvorgänge im Körper und zuständig für den Stoffwechsel der Zellen. Tierisches Eiweiß findet sich in Milch, Eier, Käse, Fleisch, Fisch etc., pflanzliches Eiweiß in Soja, Getreide, Hülsenfrüchten, Kartoffeln, Blumenkohl etc.

Fette sind Wärme- und Energiespender. Tierisches Fett ist beispielsweise Butter, Schmalz, Speck etc. pflanzliches Fett finden wie in Getreide, Disteln, Nüssen, Sonnenblumenkernen etc.

Kohlehydrate sind die wichtigsten Brennstoffe, bei hoher Belastung sollte 60-70% der Nahrung aus Kohlehydraten bestehen. Kohlehydrate finden sich in Getreide und Zucker.

Vitalstoffe sind lebenswichtige Substanzen wie Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Fermente etc.

Ballaststoffe sind unverdauliche Bestandteile der Nahrung wie Pflanzenfasern oder tierisches Bindegewebe und werden für die Verdauung benötigt.

Am einfachsten führt man dem Körper alle notwendigen Nahrungsbestandteile über eine ausgewogene pflanzliche und tierische Ernährung zu.
In einer Überlebenssituation kann das Ekelgefühl ein Hemmnis werden. Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, damit umzugehen.
Dazu aber später mehr. Smilie

Grüße
Buschmann
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mountain man
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BeitragVerfasst am: 02.05.2007, 18:43    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Leute,
auf dieses Thema habe ich gewartet, hätte demnächst selbst dieses Thema eröffnet. Letzte Woche hatte ich einen Wildkräutertag. Ich ging mit dem Gaskocher hinaus, sammelte die kleine Brennessel und kochte Spinat. Geschmack bescheiden Smilie Dann sammelte ich den Giersch und Löwenzahnwurzeln. Eine Kunst für sich, bei dem harten Boden sie herrauszugraben. Ich wechselte das Wasser einmal, sie waren essbar, aber noch recht bitter. Das habe ich dann zusammen mit dem Spinat aus Giersch gegessen. Der Giersch schmeckt besser und würziger als die Brennessel. Aber wie lange man sich davon ernähren kann und satt zu werden? Ich denke, ohne Insekten und co. geht das wohl nicht lange. Oder was meint ihr? Habe erst kürzlich junge Buchenblätter roh gegessen und mir überlegt, ob man davon satt wird? Wie sind so eure Erfahrungen? Schreibt ruhig ein paar Rezepte, aber ohne Luxuszutaten,sondern für echtes Survival.

Grüße Ingo
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Buschmann
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BeitragVerfasst am: 02.05.2007, 18:52    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Ingo,

die Grundlagen für dein Wildgemüse waren schon recht gut. Sehr glücklich
Um der Sache noch etwas Würze zu geben, eignet sich der Wiesenbärenklau ganz gut, besonders aber (jetzt schon in Massen zu ernten) Brunnenkresse und Sauerampfer Ausrufezeichen
Auch junge Birkenblätter, die in etwas Butter oder Fett angebraten werden, sind ein vorzügliches Würzmittel.

Bei der Energieausbeute liegst du richtig: das gibt noch nicht viel her, hier fehlt alles was Brennstoffe ausmacht.
Wenn du allerdings ein paar Heuschrecken (Kopf und vor allem Beine entfernen!) und anderes Getier mitkochst, hast du gleich einen kraftvollen Eintopf. Lachen

Grüße
Buschmann
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mountain man
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BeitragVerfasst am: 02.05.2007, 19:10    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,
da bin ich ja beruhigt und werde noch viel weiter probieren. Ich plane in der nächsten Zeit meine Odenwalddurchquerung von West nach Ost mit minimalster Ausrüstung. An essbaren möchte ich pro Tag einen Brühwürfel mitnehmen, das andere sammeln. Es heißt, nach 3 Tagen ist das Hungergefühl weg. Verzögert man diesen Prozess mit z.B. oben genannten Speiseplan plus Würmer und Insekten? Bei diesem trockenen Wetter wird die Wassersuche auch ein Problem sein. Tau gibt es ja auch fast keinen. Ist es egal ob Heuschrecken z.B. roh oder gekocht? Dasselbe mit Würmern? Nährwert wird wohl gleich sein.
Ich bin mit Nehberg großgeworden, daher habe ich bisher alles roh gegessen. Heute lese ich fast nur noch kochen. Was soll ich tun?

Grüße Ingo
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Buschmann
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BeitragVerfasst am: 02.05.2007, 22:20    Titel: Antworten mit Zitat

...mit einem Brühwürfel kann man zunächst mal recht viel machen, der ist ab und zu schon mal Gold wert. Cool

Den Hunger hältst du alleine schon damit am Leben, wenn du hin und wieder eine Kleinigkeit isst. Das Hungergefühl geht nur dann verloren, wenn du 3 Tage gar nichts an fester Nahrung zu dir nimmst.

Roh oder gekocht? Der hartgesottene Survivor ist dafür bekannt, möglichst viel roh und am besten noch krabbelnd in sich hineinzustopfen.
Zum einen macht man es sich dadurch im Hinblick auf die Ekelüberwindung nicht gerade einfacher. Außerdem finde ich es auch nicht sehr respektvoll den Lebewesen gegenüber.
Der wichtigste Punkt aber dürfte wohl sein, dass viele Tiere Krankheitserreger haben und übertragen können.
Deshalb ist es grundsätzlich empfehlenswert, sie zu kochen oder zu braten.

Grüße
Buschmann
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